Aus dem engen Talkessel könnte das, was den Schornsteinen entweicht, nicht schnell genug abziehen, befürchtet die Bürgerinitiative. Foto: Maier

Die Bürgerinitiative "Gegen Müllverbrennung in Albstadt" ruft zum Unterzeichnen ihrer Online-Petition auf.

Albstadt - Die Bürgerinitiative gegen eine Müllverbrennung in Albstadt hat nach eigenen Angaben mehr als 3750 Unterschriften gegen das geplante Müllheizkraftwerk der Firma Korn Recycling gesammelt. Die Bürger haben noch bis zum 31. Mai Zeit, um die Petition zu unterzeichnen und sich mit ihrer Stimme gegen das Vorhaben am Standort Ebingen auszusprechen.

Die Firma Korn Recycling GmbH plant gemeinsam mit der Groz Beckert KG am Standort "Unter dem Malesfelsen" in Ebingen ein Müllheizkraftwerk. Zu diesem Projekt haben sich Gegner und Befürworter positioniert – allen voran die Bürgerinitiative "Gegen Müllverbrennung in Albstadt" mit einer Online-Petition gegen den Standort in stadtnaher Lage.

OB Konzelmann klar gegen den Standort

Die Mehrheit des Albstädter Gemeinderates sei gegen den geplanten Standort der Anlage. Eine endgültige Positionierung aller Gemeinderatsfraktionen stehe jedoch derzeit noch aus, teilt die Bürgerinitiative mit. Dennoch habe sich Oberbürgermeister Klaus Konzelmann bereits mehrfach öffentlich klar gegen diesen Standort ausgesprochen.

Nach allgemein vorliegenden Informationen habe die Firma Korn derzeit noch keine rechtliche Grundlage, auf Basis eines gültigen Bebauungsplanes die Anlage am Standort Unter dem Malesfelsen zu errichten. Die Firma Korn habe daher auch noch keinen offiziellen Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Die Gegner sehen am Standort Ebingen insgesamt deutlich mehr Risiken für die Bürger als zu erwartenden Nutzen. Profiteure seien lediglich die beiden beteiligten Firmen.

"Die Gesundheitsgefahr ist augenscheinlich"

Vor allem die an mehr als 100 Tagen im Jahr herrschende Inversionswetterlage im engen Ebinger Talkessel berge enorme Risiken, nämlich dass Rauchgase mit den enthaltenen Giftstoffen nicht mit absoluter Sicherheit ganzjährig in höhere Luftschichten verdünnt abgeführt würden. Die Gefahr einer nachhaltigen Gefährdung der Gesundheit der Albstädter Bevölkerung sei augenscheinlich. Ganz abgesehen von weiteren Gefährdungen durch Brände und Kontaminationen des Bodens und des Gewässer im direkten Umfeld der Anlage.

Weiterhin scheine es fraglich, ob sich die Mehrheit der Bürger Albstadts mit einem solchen immensen Kraftwerksbau samt Schornstein mit sichtbarem Rauchgasaustritt während des gesamten Jahres mitten in der Stadt anfreunden könne.

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