Beim Bezirkstag des Bezirks 1 Südbaden hatte Vorsitzender Stephan Endres nicht immer Grund zum Lachen. Foto: Herzog

Beim Bezirkstag des Ringerbezirks Schwarzwald-Bodensee legen die Mitglieder fest, dass der Vorsitz jährlich wechseln soll. Dieser soll zuvor als Stellvertreter vorbereitet werden.

Struktureller Rückschlag für den Ringerbezirk 1 Südbaden, Schwarzwald-Bodensee. Er soll ab 2027 von einem jährlich wechselnden Vorsitzenden, der ein Jahr zuvor als Stellvertreter (rollierendes System) darauf vorbereit wird, geführt werden.

 

Rückfall ins Jahr 2021

Damit fällt der Bezirk zurück ins Jahr 2021, als er vor dem gleichen Problem auf der Suche nach einem Vorsitzenden stand. Damals stellte Bezirkschef Bernd Imhof (SV Triberg) beim Bezirkstag in Hornberg sein Amt nach zwölfjähriger Tätigkeit zur Verfügung und niemand erklärte sich bereit, diesen Posten zu übernehmen. Damit der Bezirk als letzte Konsequenz nicht aufgelöst werden muss und seine Eigenständigkeit verliert, verständigten sich die Vereinsvertreter auf ein rollierendes System.

Als erster Verein stellte der KSV Taisersdorf mit Stephan Endres den Vorsitzenden. Der hatte jedoch nach zwei Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass die Einarbeitung ins Amt länger dauert und es wenig Sinn macht, alle zwei Jahre zu wechseln. Inzwischen sind daraus fünf Jahre geworden, 2027 endet seine dritte Amtszeit.

Da Endres vom Südbadischen Ringerverband (SBRV) für den Posten des Sportreferenten angeworben und im Mai 2025 ins Präsidium gewählt wurde, machte er deutlich, ab 2027 nicht mehr in Doppelfunktion zur Verfügung zu stehen. Er verfolge das Ziel, beim Bezirkstag in Engen die seit einem Jahr vakante Position des stellvertretenden Vorsitzenden wieder zu besetzen, der dann in 2027 die Leitung übernimmt.

Erfolglose Kandidatensuche

Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten blieb jedoch erfolglos. So hatte die Versammlung keine andere Wahl, als wieder zum rollierenden System zurückzukehren. Jedoch mit der Vorgabe, dass der auserwählte Vereinsvertreter zunächst die Stellvertreter-Funktion für ein Jahr übernimmt, um dann nach erfolgter Einarbeit im Folgejahr zum Vorsitzenden aufzusteigen. Als Reihenfolge entschieden sich die Vereine unter mehreren Vorschlägen, die Mitgliederzahl zugrunde zu legen. Demnach ist der KSV Tennenbronn als Erster dran. Danach folgen der SV Triberg und KSV Gottmadingen. Es bleibt den gewählten Amtsinhabern offen, mehrere Jahre zu fungieren und das rollierende System wieder zu beenden. Bei Daniel Reiner, der beim KSV Tennenbronn die Nachfolge von Jürgen Götz als stellvertretender Vorsitzender angetreten hat, stieß die Abstimmung sauer auf. Mit Kampfrichterobmann Sven Hilser und Jugendleiter Gerhard Broghammer besetze der KSV Tennenbronn bereits zwei Funktionen im Bezirksvorstand, außerdem sei Matthias Brenn im Verband als Vizepräsident Sport tätig.

Kritik aus Tennenbronn

„Jetzt sollen wir auch noch den stellvertretenden Vorsitzenden und ein Jahr später den Bezirks-Vorsitzenden stellen. Und die anderen elf Bezirksvereine sind nicht in der Lage, die restlichen drei Positionen zu übernehmen“, empörte sich Reiner. Zudem befürchtet der Tennenbronner, dass das rollierende System in ein paar Jahren nicht mehr funktioniere, was gravierende Folgen für die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit dem Bezirk 4 Württemberg haben werde.

In seinem Rückblick auf die Saison 2025 berichtete Endres von 15 Ordnungsgeldern, meist wegen fehlenden Ringern durch Unterschreiten der Mannschaftsstärke. Nur eine gelbe Karte wertete der Vorsitzende als gutes Zeichen und bedankte sich bei den Ausrichtern AV Hornberg (Bezirksmeisterschaften), StTV Singen und RG Eiche-Allensbach ( südbadische Meisterschaften) für die Gastgeberrolle.

Gute Kampfrichter

Kampfrichter-Obmann Sven Hilser hob die guten Kampfrichterleistungen bei den Bezirksmeisterschaften in Hornberg und Sulgen hervor. Im Jahr 2025 hätten mit Rafael Kinsfater (RG Eiche-Allensbach), Timur Burlaka (StTV Singen) und Leo Gliese (KSK Furtwangen) drei Kampfrichter-Anwärter ihre ersten Kämpfe geleitet und seien bei den Bezirksmeisterschaften 2026 eingeteilt worden. Mit Yasemin Öztürk (SV Triberg) stehe eine weitere Anwärterin bereit. Dennoch habe der Bezirk 1 mit derzeit sieben einsatzfähigen Kampfleitern nach wie vor eine zu dünne Personaldecke.

„Ich denke, es werden wieder viele Kämpfe, insbesondere in den Jugendligen unbesetzt bleiben. Die müssen dann von den Trainern geleitet werden. Auch in den nächsten Jahren werden Schiris aus Altersgründen ausscheiden“, räumte Hilser ein und forderte die Vereine auf, Abhilfe zu schaffen.