Die SF Gechingen gewinnen das Bezirkspokalfinale der Männer gegen den SV Gültlingen mit 4:1. Kritik gibt es am Rahmenterminkalender.
SF Gechingen – SV Gültlingen 4:1 (1:0). Am Ende sind sich die Trainer der beiden Finalisten des Nordschwarzwälder Bezirkspokals einig: So ein Spiel nach drei englischen Wochen in Folge kam äußerst ungünstig. „Da muss man sich schon fragen, ob dieser Rahmenterminkalender so gut ist. Das hätte man auch ein bisschen entzerren können“, kritisierte der Gültlinger Spielertrainer Marcus Pflieger. Und auch der Gechinger Coach Jens Kusterer sagte: „Das ist absolut an der Grenze.“
Die Sportfreunde erwischten den besseren Start in das Finale. Edison Behramaj (7.) traf die Latte, dann sorgte Andreas Kiwranoglou (20.) mit einem Aufsetzer, den der Gültlinger Schlussmann Pascal Ayasse etwas unterschätzte, für die Führung des Bezirksliga-Zweiten. Der von seinen Fans lautstark unterstützte Liga-Konkurrent aus Gültlingen kam zwar dem Gechinger Tor immer wieder nahe und traf sogar durch Justin Göppert, doch das Schiedsrichtergespann aus Zollern entschied auf Abseits. Insgesamt hatten die SFG die Partie aber im Griff.
Nackenschlag für den SVG
Nach dem Seitenwechsel agierte der SV Gültlingen plötzlich enorm druckvoll und kreierte zwei Torchancen, vondenen Marcus Pflieger (47.) eine für den Ausgleich nutzte. Im direkten Gegenzug sorgte Nail Hamulic jedoch für die erneute Gechinger Führung. „Das war der Nackenschlag für den SV Gültlingen. Den hatten wir gebraucht“, unterstrich Kusterer. Pflieger sah es ähnlich: „Wenn wir das 1:2 nicht so früh kriegen, dann geht das vielleicht ganz anders aus. Aber am Ende hat uns einfach die Kraft gefehlt.“
Die SF Gechingen starteten ihre Angriffe in der Folge etwas dossierter, gingen weniger Risiko ein. Der SV Gültlingen stemmte sich nach Leibeskräften dagegen und musste immer weiter hinten aufmachen. Nach dem 3:1 durch Adreas Kiwranoglou (85.) sprang die gesamte Gechinger Bank euphorisch auf – das war’s. Der eingewechselte Patrick Roebner (88.) erhöhte gar noch auf 4:1. Als der vierte Offizielle gerade die fünfminütige Nachspielzeit anzeigte, wurden auf der Gechinger Bank bereits die Sektflaschen verteilt.
Kiwranoglou gewinnt Wahl
Fair standen die Gültlinger Spieler für den neuen Pokalsieger Spalier bei der Siegerehrung, bei der Kiwranoglou zum „Man of the Match“ gewählt wurde. Eine Entscheidung, die Kusterer unterschreibt, auch wenn er sagt: „Dennis Carl hatte ich ebenso in der Verlosung. Er hat sehr viel Sicherheit ausgestrahlt.“ SVG-Spielertrainer Pflieger war dagegen deutlich die Enttäuschung anzusehen: „Wir waren lange auf Augenhöhe. Gechingen hat nicht überragend gespielt.“
So eine Kulisse ist Neuland
Für die Sportfreunde war das gut besuchte Bezirkspokalfinale vor 800 Zuschauern in Neubulach gleichzeitig eine gute Generalprobe für die vielleicht anstehende Relegation um den Aufstieg in die Landesliga. „Die Meisterschaft ist futsch, so ehrlich muss man sein“, meint Kusterer. Doch die Relegation ist mit vier Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten 1. FC Altburg bei drei noch ausstehenden Spielen in greifbarer Nähe. Und auch dann könnte es auf dem Sportplatz – dann in Stammheim – wieder voll werden. „Viele meiner Spieler haben noch nie vor so einer Kulisse gespielt“, zeigte Kusterer auf den auch nach Abpfiff noch gut gefüllten Neubulacher Sportplatz. SF Gechingen: Sven Götz, Dennis Carl, Kevin Hörner, Lenny Zipperle, Adreas Kiwranoglou, Edison Behramaj (80. Jannik Reyle), Domenico Pellino (55. Marco Greiner), Manuel Anastacio, Besim Ramadani (88. Jose Falcon-Lores), Nail Hamulic, Alexander Pretsch (20. Patrick Roebner). SV Gültlingen: Pascal Ayasse, Michel Pflieger, Dominic Blum (71. Sammy Rothfuß), Justin Göppert, Marcus Pflieger, Julian Schweitzer, Thomas Schechinger (84. Nick Keuler), Philipp Schweitzer (60. Tobias Dengler), Adrian Brose, Jürgen Schechinger, Marius Walz (66. Marco Nüßle).