Der SV Eutingen II konnte nicht mehr, die TSG Wittershausen wollte am Ende nicht mehr – und gewinnt ein blasses Nordschwarzwälder Bezirkspokalfinale.
TSG Wittershausen – SV Eutingen II 2:0 (2:0). Das Frauen-Pokalfinale des Fußballbezirks Nordschwarzwald passte sich dem Wetter über dem Neubulacher Sportplatz an – ab und zu Sonnenschein, ein paar dunkle Regenwolken, aber hauptsächlich grauer Himmel. Am Ende setzte sich im Duell der beiden Regionenligisten der Favorit aus Wittershausen gegen einen zu harmlosen SV Eutingen II durch.
Für die Eutingerinnen begann die erste Halbzeit mit einem Schock: Schon nach elf Minuten fiel Spielmacherin Monique Heine nach einem Pressschlag verletzt aus. Minutenlang musste sie auf dem Platz behandelt und dann vom DRK mit ihrem angeschwollenen Knöchel gestützt werden. Der ohnehin von Personalsorgen geplagte SV Eutingen II, bei dem nur Ersatzkeeperin Pia Schultz zwischen den Pfosten stand, verlor damit offensiv an Biss.
Aus Sicht von Markus Mueller war Heines Verletzung der Kipppunkt. „Ab da haben wir übernommen“, sagt der scheidende TSG-Trainer, der der Eutingerin alles Gute wünschte. Mueller wird am Saisonende an Co-Trainer Stefan Schulz übergeben, der einst sein Jugendspieler war. Der übernahm bereits die emotionale Ansprache vor dem Spiel, die Mueller mitverantwortlich für den Pokalsieg macht.
Ausgezahlt hatte sich auch, dass die TSG Wittershausen im Training einen großen Fokus auf Eckbälle gelegt hatte, denn nach einem solchen ging sie durch Sina Geißinger (22.) mit 1:0 in Führung. „Darin haben wir viel Zeit investiert“, verriet Mueller, der ebenfalls mit Personalsorgen in dieses Finale ging: „Wir mussten wirklich alles zusammenkratzen, um eine Ersatzbank zu haben.“
Die Eutingerinnen wurden nach dem Rückstand etwas druckvoller, jedoch ohne wirklich zwingend zu Torchancen zu kommen. Auch SVE-Coach Robert Hank räumte ein: „Nach vorne haben wir nichts hingekriegt.“ Stattdessen erhöhte die TSG Wittershausen in der langen Nachspielzeit der ersten Halbzeit, die durch Heines Verletzung entstanden war, durch Sarah Weigand auf 2:0. Ersatztorhüterin Schultz sah dabei nicht glücklich aus, jedoch betonte Hank: „Sie hat ihren Job gut gemacht.“
Magere Zuschauerkulisse
Die zweite Halbzeit blieb vor der mageren Kulisse von nur 80 Zuschauern arm an Höhepunkten. Der SV Eutingen II konnte nicht, die TSG Wittershausen wollte nicht. „Ich wollte weniger Risiko“, gestand Mueller, der von da an auch alle Abschläge in die Eutinger Hälfte schlagen ließ, um „keine unnötigen Situationen“ zu kreieren. Auch ließ der TSG-Trainer erst in der 89. Minute zum ersten Mal wechseln, denn: „Ich hatte ja nicht so viel Qualität auf der Bank und wollte auch da kein Risiko gehen.“
Enttäuscht zeigte sich Hank nach dem verlorenen Finale. „Mit zwei Toren Unterschied zu verlieren war zu hoch. Jetzt muss ich die Mädels bis Sonntag wieder aufbauen. Da müssen wir unbedingt gewinnen“, sagte der Eutinger Trainer nach dem Spiel, während sein Gegenüber Mueller hofft, durch den Erfolg in Neubulach attraktiver für neue Spielerinnen zu werden: „Mit dem Pokalsieg haben wir jetzt etwas mehr Strahlkraft.“ TSG Wittershausen: Mara Essig, Emily Heindel, Cora Herrmann (89. Steffi Völkle), Sarah Büttner, Janine Kottas, Sandra Wetzler, Vivien Bösinger, Sarah Weigand (89. Barbara Rocha e Silva), Juliet Isede, Melania Bühl, Sina Geißinger. SV Eutingen II: Pia Schultz, Melissa Caliskan (61. Lotte Kubat), Nina Odin, Nele Lehmann (54. Aylin Gühring), Jule Gsell, Janine Gölz, Romy Holzner, Anna-Lena Zudock (69. Jana Schmidt), Jolie Raible, Monique Heine (17. Fabienne Ehreiser), Joana Teufel.