Eine Woche bevor der Rest der loslegen wird, werden in der Bezirksliga Nordschwarzwald bereits zwei Nachholspiele ausgetragen. Gespielt wird in Dornstetten und in Gültlingen.
In diesen beiden Duellen treffen jeweils zwei Teams aus den alten Fußballbezirken aufeinander. Mit Blick auf die Tabelle scheinen die Favoritenrollen in beiden Spielen vermeintlich verteilt zu sein.
Wenn die SG Dornstetten am Sonntag den VfR Sulz empfängt, treffen Abstiegs- und Aufstiegskampf aufeinander. Der Aufsteiger aus Dornstetten steht mit 19 Punkten knapp über dem Strich. Hier setzt Abteilungsleiter Philipp Kaupp auch auf die Heimstärke der SG, denn die meisten Punkte hat man auf heimischem Geläuf gesichert und war vor allem zum Saisonstart ganz stark. Das ausgegebene Ziel heißt Klassenerhalt und gegen den VfR Sulz, der vor allem auswärts gerne Punkte liegen ließ, wird es zwar schwer, „aber wir haben gezeigt, dass wir mithalten können“, so Kaupp. „An einem guten Tag ist jeder in der Liga schlagbar, aber nur, wenn wir unsere Leistung abrufen.“ Personell können die Dornstetter bis auf den verletzten Innenverteidiger Andrej Simion auf alle Spieler zurückgreifen.
Mit dem Ersten gleichziehen
Beim überraschenden Tabellenzweiten aus Sulz rechnet Spielertrainer Philipp Rumpel auch mit einer schwierigen Partie. Mit den drei Punkten könnte man mit Tabellenführer SF Gechingen gleichziehen. Immer noch fast unglaublich für Rumpel, der mit seinem Team vergangene Saison noch faktisch abgestiegen war und sich nur durch Freudenstadts Aufstieg noch rettete. Was anders ist, kann er gar nicht wirklich sagen. „Wir sind gegen den Ball besser sowie defensiv.“
Dass man den knapp entronnenen Abstieg aber noch in den Knochen hat, unterstreicht die Aussage von Rumpel: „Wir wollen weiterhin viele Punkte sammeln, um mit den hinteren Plätzen nichts zu tun zu haben.“ Über den Aufsteig oder ähnliches habe man sich beim Tabellenzweiten auch in der Pause keinerlei Gedanken gemacht. „Die Liga ist weiterhin so eng. Wir wollen kleine Brötchen backen.“ Am Sonntag will man damit weitermachen. Lediglich auf Kapitän Benedikt Hildebrandt, der im Urlaub ist, muss man verzichten.
Deutlicher Rückstand
Als zweites Spiel am Sonntag findet die Begegnung zwischen dem Tabellensiebten SV Gültlingen, der bei einem Erfolg auf den vierten Rang nach vorne kommen würde, und dem Schlusslicht TSV Möttlingen, das auf das vermeintlich rettende Ufer bereits einen Rückstand von 13 Zählern aufweist, statt. Ein fettes Malus allerdings haben die Möttlinger im Vergleich zum Zwölftplatzierten Dornstetten, denn sie haben zwei Begegnungen weniger bestritten.
„Wir sollten eigentlich drei Punkte holen, aber das wird nicht einfach, gerade das erste Spiel nach einer Winterpause ist immer schwierig und diese Klasse ist unberechenbar, da kann jeder jeden schlagen, denn in der Hinrunde gab es manchmal haarsträubende Ergebnisse. Auf jeden Fall gilt es für uns immer 100 Prozent zu geben und den Gegner nie zu unterschätzen“, warnt Gültlingens Abteilungsleiter Gunter Deuble seine Jungs, den Widersacher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Schwierige Vorbereitung
Eine Partie zwischen diesen beiden Mannschaften gab es in dieser Pflichtspielsaison bereits. In der zweiten Runde des Bezirksligapokals setzte sich der SVG mit 4:2 durch. „Das war eine knappe Geschichte. Möttlingen hat sich damals nicht schlecht präsentiert“, erinnert sich Deuble, dessen Team nach dem zehnten Spieltag sogar die Tabellenführung inne hatte, ehe es zwischenzeitlich sogar bis auf den achten Platz nach hinten ging. „Wir sind sehr gut gestartet, hatten danach auch verletzungsbedingt ein Tief von fünf bis sechs Spielen, ehe mit dem 2:1-Sieg gegen die SG Oberreichenbach/Würzbach und dem 1:1 gegen den 1. FC Altburg zuletzt vier wichtige Punkte geholt wurden“, skizziert Deuble den bisherigen Rundenverlauf.
Die Vorbereitung lief für den Siebtplatzierten allerdings alles andere als nach Wunsch. „Im Prinzip konnten wir bei uns aufgrund den Witterungs- und Platzverhältnissen nur eine Woche richtig trainieren, ansonsten war viel Improvisation angesagt und wir mussten auf die Halle beziehungsweise auf die Nagolder Soccerhalle Häfele-Arena ausweichen“, so Deuble, dessen Team ein Trainingslager auf Kunstrasen in der Nähe von Heilbronn absolvierte, bei dem sich Luca Bukowski schwer verletzte und sich einen Knorpelschaden zuzog. „Bukowski ist ein Leistungsträger von uns. Wir haben allerdings einen großen Kader, so dass es uns hoffentlich gelingt, seinen Ausfall zu kompensieren“, meint Deuble, dessen Team gegen das Schlusslicht unter anderem auch auf Sammy Rothfuß (Knieprobleme) verzichten muss.