Die SpVgg Trossingen kommt – mit zuletzt acht Siegen in Folge – dem Wiederaufstieg in die Landesliga immer näher. Ehemalige Spieler des FC 08 Villingen sind maßgeblich am Erfolg beteiligt.
„Man kann nicht meckern“, sagt Trossingens Trainer Hannes Friedrich zum aktuellen Zustand seiner Mannschaft. Tatsächlich ist der Bezirksliga-Tabellenführer aktuell in vorzüglicher Form, nach zuletzt acht Siegen in Folge grüßt die SpVgg von der Tabellenspitze der WFV-Bezirksliga. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist die individuelle Qualität des Kaders.
Kamran Yahyaijan
„Wir haben sehr, sehr viel Qualität“, bestätigt Kamran Yahyaijan, der für den FC 08 Villingen zwischen 2018 und 2022 77 Oberliga-Spiele (17 Tore) absolvierte. Der Stürmer erzielte in dieser Saison bereits 18 Bezirksliga-Tore. „Er hat eine überragende Technik, kann den Ball gut halten, ist abschlussstark und bringt Erfahrung mit“, lobt Trainer Friedrich seinen Co-Trainer.
Angesprochen auf das Lob seines Chefs sagt Yahyaijan: „Das ehrt mich, aber ich kann das gut einschätzen. Ich habe schon höherklassig gespielt und muss vorangehen. Ich denke, ich kann der Mannschaft viel mitgeben.“
Weitere Ex-Nullachter
Im Trossinger Kader stehen weitere ehemalige Spieler des FC 08 Villingen. Harry Föll war zwischen 2020 und 2023 für den FC 08 Villingen aktiv und bringt es sogar auf zwei Länderspiele für die Philippinen.
Torhüter Marcel Bender wird von Kamran Yahyaijan als „mit Abstand bester Torhüter der Bezirksliga“ geadelt: „Er könnte in der Oberliga spielen, wenn er wollte.“ Bender spielte zwischen 2019 und 2022 für den FC 08, kam allerdings auf wenige Einsatzzeiten.
Der 33-jährige Abwehrmann Alexander Sopelnik, der als eisenharter Verteidiger gilt, spielte zwischen 2010 und 2016 für die erste Mannschaft der Nullachter.
John Hankins
Auch weniger bekannte Namen sorgen in Trossingen für Furore. Flügelstürmer Jon Hankins hat sich in der Startformation etabliert. „Er hat für uns die drittmeisten Tore erzielt. Das war zuvor sein einziges Manko“, lobt Yahyaijan. Hankins habe eine „brutale Schnelligkeit am Ball“.
Einfluss des Trainers
Ohnehin hat sich in der Startformation des SpVgg einiges getan, seitdem Hannes Friedrich im Oktober 2023 die Trainer-Nachfolge von Gunter Welzer antrat. Rückblick auf eine kuriose Entscheidung: Nach drei Siegen in Folge und sieben Dreiern aus den ersten zehn Ligaspielen entschied sich die SpVgg für eine Trennung von Welzer.
Nachfolger Friedrich hat zehn Siege aus 13 Liga-Spielen vorzuweisen. Sein Punkteschnitt in der Liga ist in dieser Saison somit etwas besser als der seines Vorgängers (2,38:2,1). „Wir haben in der Rückrunde unsere Konstanz verbessert, spielen in den Ballbesitzphasen einfacher und besser. Unsere große Stärke ist es, nach Ballgewinnen blitzschnell vor dem gegnerischen Tor zu sein“, meint Friedrich.
Was hat sich nach der Ankunft des neuen Trainers verändert? „Bevor er kam, waren die ganzen Bankspieler nicht so überzeugt. Jetzt gönnt es jeder Spieler seinen Teamkollegen“, so Yahyaijan.
Schwieriger Endspurt
Bei allem Erfolg, noch ist der Aufstieg der SpVgg alles andere als sicher. Sechs Mannschaften dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen machen. Platz eins und sechs trennen nur sechs Punkte.
Das Restprogramm des Tabellenführers hat es in sich. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) trifft die SpVgg (1./52) auf die SGM Deißlingen/Lauffen (3./47). Es folgen zwei Spiele beim VfL Mühlheim (6./46), zunächst trifft man sich im Bezirkspokal-Halbfinale.
Zum Saisonabschluss stehen die Partien gegen den SV Winzeln (2./48) und bei der SGM Schramberg/SV Sulgen (4./46) auf dem Programm. Besonders die SGM Deißlingen und den BSV Schwenningen hat Yahyaijan als „große Aufstiegskonkurrenten“ auf dem Zettel. „Ich freue mich auf solche Spiele. Die Bezirksliga war lange nicht mehr so spannend“, meint Friedrich.
Das Ziel sei es – trotz dieser großen Konkurrenz – Trossingen in den nächsten Jahren in der Landesliga zu etablieren. Yahyaijan bescheinigt dem Kader schon jetzt Landesliga-Qualität. An fehlendem Selbstbewusstsein wird der Aufstieg nicht scheitern.