Stefan Fischer ist nach seiner langen Verletzung zurück auf dem Platz. Foto: Kara

Die Leidenszeit des 31-Jährigen Leistungsträgers der Sportfreunde Bitz hat ein Ende gefunden. Mit zwei Toren beim 5:3-Sieg auswärts beim BSV Schwenningen feierte er ein bemerkenswertes Comeback in der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern.

Zuschauen ist für Vollblutfußballer Stefan Fischer schlimmer, als selber spielen. Viele Monate war er aufgrund einer Kreuzband- und Meniskusverletzung jedoch außer Gefecht und damit bei den Sportfreunden Bitz zum Zuschauen verdammt.

 

Mit dem spielentscheidenden Doppelpack beim BSV Schwenningen meldete er sich am Wochenende eindrucksvoll zurück.

Der 31-jährige Stefan Fischer spielte 90 Minuten durch. In der Vorwoche hatte er bereits bei der zweiten Mannschaft beim 5:4 gegen die Reserve von Rot-Weiß Ebingen dreifach getroffen.

Ein Fischer-Moment

„In der Rückrunde war ich immer im Training. Ich dachte in der Vorwoche ich versuche es erstmal in der Zweiten und schau mal, wie das Knie reagiert. Das ging gut, da habe ich mir überlegt auch mit nach Schwenningen zu gehen. Personell war die Lage bei den Sportfreunden wieder etwas angespannt, da habe ich gesagt, ich komme mit.“

Stefan Fischer hatte gar nicht die Intention von Anfang an zu spielen. Er sollte erneut 90 Minuten auf dem Platz stehen. „Das hat sich so ergeben durch die Ausfälle und da Coach Tolga Yigitbas offensiv spielen wollte, hat er mich gefragt, ob das so passt. An den Kunstrasen musste ich mich natürlich erst gewöhnen“, erzählt Fischer, der in der Saison 2023/24 15 Tore in 22 Spielen für die Bitzer geschossen hatte.

Ein langer Weg zurück

Seit Ende Januar hat Stefan Fischer an seiner Fitness gearbeitet. Er war viel im Gym und wurde von Athletiktrainer Guiseppe Natale unterstützt. „Er macht auf den Athleten zugeschnitten ein Training, das mir sehr hilft“, so Fischer.

Bei 80 Prozent

Nach eigener Aussage schätzt Stefan Fischer sein Leistungsvermögen derzeit auf 80 Prozent ein. „Es fehlt schon noch ein bisschen Sprungkraft und auch Schnelligkeit, aber ich bin zuversichtlich, dass ich da auf einem guten Weg bin.“

Operation im Juli 2024

Lange Wochen war Stefan Fischer auf Krücken unterwegs und die Frage stellte sich, ob der 31-Jährige in dieser Saison überhaupt nochmals für die Sportfreunde Bitz würde auflaufen können. „Die Verletzung ist im vorletzten Saisonspiel der Vorsaison im Mai 2024 passiert. Am 10. Juli wurde ich dann operiert. Ich hatte noch nie eine große Verletzung, da war es natürlich ungewohnt monatelang gar nichts machen zu können. Auch für die Laune war es nicht das Beste. Ende Oktober ging es dann schon langsam aufwärts. Immer mal wieder war ich dann bei der Mannschaft, habe aber so ein bisschen für mich individuell trainiert.“

Dann sollte alles ganz schnell gehen für Stefan Fischer, der sich das vordere Kreuzband und den Meniskus gerissen hatte und dazu war noch der Muskel in der Wade gerissen und der Schienbeinkopf gebrochen. Er wurde in Ravensburg am rechten Bein operiert.

Guter Verlauf

„Das war überraschend, dass es so gut ging. Ich habe am Anfang noch langsam gemacht, doch seit Februar hat alles super geklappt. Das war alles sehr viel schneller, als gedacht. Der Orthopäde meinte damals, neun Monate dauert es auf jeden Fall. Ende Mai solle ich wieder anfangen. Ich habe das ein bisschen vorgezogen, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass es geht. Ich habe komplett Vertrauen in das Knie. Ab und zu zieht es ein bisschen. Das kann einfach lange noch so gehen“, weiß Fischer.

Fischer schnürt den Doppelpack

Und wie es gehen sollte. In der 76. und 82. Minute traf er mit rechts zweimal ins Schwarze für die Sportfreunde Bitz. „Es kam ein langer Ball auf links, mein Mitspieler legte ab und da habe ich den Ball einfach vom Sechszehner mit nach innen genommen und habe ihn leider aus Sicht der Schwenninger überragend getroffen.“ Der Schuss zischte unhaltbar ins rechte Lattenkreuz zum 4:2 für Bitz. Ein Traumtor.

Ein erlösender Treffer

Wenige Minuten später durfte Stefan Fischer erneut mit seinen Mitspielern jubeln. „Schwenningen hatte das 3:4 gemacht. Wir haben bei einem Freistoß kurz hinter der Mittellinie schnell geschalten. Luca Wizemann schlägt den Ball Richtung gegnerischer Sechzehner. Der Ball kommt gut bei mir an, ich nehme ihn mit in die Mitte und kann ihn zum 5:3 in die kurze Ecke hauen. Das war dann für uns erlösend.“

Stefan Fischer ist ein Spieler, der zum Spielende immer besser zu werden scheint. Die entscheidenden Momente in der Schlussphase gehören ihm. „Das ist so ein bisschen mein Ding. Ich habe den Ehrgeiz und auch die Fitness zehn Prozent mehr zu geben. Ich will auch voran gehen“, so Fischer. Das war schon immer so und ist auch nach der Verletzung sein Markenzeichen geblieben.