Der defensive Mittelfeldspieler der SG Dauchingen/Weilersbach sieht, wie sich bei seinem Verein in den vergangenen Jahren etwas entwickelt. Doch zum Landesliga-Aufstieg fehlt noch etwas.
Wer über die SG Dauchingen/Weilersbach spricht, der kommt nicht an Tom Zepf vorbei. Zepf schießt beim Bezirksligisten die Standards, diese sind in der Liga gefürchtet.
Dann sind da noch die Stürmer Benedikt Laufer und Mike Köhler, die mit jeweils zehn Toren hervorstechen. Und Mittelfeldspieler Niklas Halder. Ihm wird viel Potenzial nachgesagt. Er hat bereits acht Treffer erzielt.
Typ Kämpfer
Yannick Käfer ist hingegen keiner, der sofort ins Auge fällt. Der 27-Jährige ist zwar Co-Kapitän, aber kein Spieler, der dauernd in den Strafräumen auftaucht. Seit vergangener Saison spielt er noch defensiver – auf der „Sechs“.
Doch Käfer gilt als einer, der kämpft und grätscht, wie es Tom Zepf bestätigt: „Er ist unsere Konstante im zentralen Mittelfeld – unser Denker und Lenker. Er ist sich nicht zu schade für die Drecksarbeit.“
Kern Liebers
Apropos Arbeit: Diese verrichtet Käfer im Controlling des Automobilzulieferers Kern Liebers in Schramberg-Sulgen. Kern Liebers ist ein Metallverarbeitungsunternehmen, das im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz von 767 Millionen Euro machte.
Zahlen und Finanzen, das ist genau die Welt von Käfer. Dieses für seinen Job benötigte systematische und analytische Denken hilft ihm das auch auf dem Fußballplatz?
Käfer ist skeptisch: „Inwiefern es hilft, weiß ich nicht, aber gerade auf meiner Position ist es schon auch wichtig, Ordnung und Struktur ins Spiel zu bringen. Gewisse Parallelen zu meiner beruflichen Aufgabe sind also da. Ich denke aber auch, dass auf dem Platz viel mit einer gewissen Erfahrung geregelt werden kann.“
Weilersbach
Käfer ist übrigens ein „echter“ Weilersbacher. Bis zur C-Jugend kickte er für den FCW. Danach sammelte er bei der DJK Villingen Erfahrungen, wo er sechs Jahre bei den Aktiven spielte.
2022 fühlte Käfer, dass die Zeit für eine Rückkehr in die Heimat gekommen war. In der Zwischenzeit hatte der FC Weilersbach eine Spielgemeinschaft mit dem FC Dauchingen gegründet. „Ich hatte noch viele Kumpels und gute Freunde in Weilersbach. Außerdem habe ich natürlich auch gesehen, dass das mit der SG gut funktioniert“, so Käfer.
Neustart
Allerdings war das Team in der Saison 2021/22 in die Kreisliga A abgestiegen. Mit dem neuen Trainer Roman Neumann gelang Käfer und Co. der direkte Wiederaufstieg. Seitdem ist der Kader noch einmal stärker geworden.
Nach Platz acht in der vergangenen Saison steht das Team nun auf Rang sechs. Das sich etwas entwickelt, das zeigt auch der Fakt, dass der Verein seit 2023 sogar eine dritte Mannschaft stellt.
Problem und Chance
Die erste Mannschaft hat vor der Winterpause allerdings „zu viele Punkte liegengelassen“, wie es Yannick Käfer ausdrückt. Platz drei ist für den Tabellensiebten zehn Punkte entfernt – der Aufstieg ist kein Thema mehr. Doch das Momentum ist da. Auf ein 5:0 gegen die SG Kirchen-Hausen folgte zuletzt ein 8:1 gegen den SV Geisingen. Eine „super Leistung“ sei das gewesen, lobt Käfer, der das Ergebnis aber als deutlich zu hoch einstuft.
Beinahe wäre es der zweite Zu-Null-Sieg in Folge gewesen. Auch wenn der FC 07 Furtwangen mit seinen 38 Gegentoren gerade das Gegenteil beweist: 35 Gegentreffer aus 18 Spielen sind im Normalfall viel zu viel für den Aufstieg.
Allerdings: Wenn die SG Dauchingen dieses Thema auch noch in den Griff bekommt, dann ist spätestens in der kommenden Saison für dieses Team sehr viel möglich. Denn in der Offensive ist ja „viel zu viel Qualität“ vorhanden, wie Käfer schmunzelnd feststellt.