Da haut es einem buchstäblich um: Die Spieler des VfB Villingen hatten an Ostern allen Grund zum Jubeln. Erst düpieren sie den FV Tennenbronn mit 2:1, 48 Stunden später starten sie nach einem 1:5-Rückstand gegen die SG Kirchen-Hausen eine Aufholjagd zum 6:6. Foto: Holger Rohde

Was war das für ein Osterwochenende: Die neun Spiele wurden mit 53 Treffern garniert. Der krönende Abschluss war ein 6:6-Rekord-Unentschieden zwischen dem VfB Villingen und der SG Kirchen-Hausen.

Offenbar waren die beiden Teams beim 12-Tore-Spektakel vom Bundesliga-4:4 zwischen Union Berlin und dem VfB Stuttgart rund 42 Stunden zuvor inspiriert worden. Und nicht nur sie: Neben dem 6:6 beim VfB Villingen hagelte es auch beim 6:3 in Bräunlingen und beim 5:4 in Marbach Tore.

 

„Wir hätten da wirklich etwas mitnehmen können. Es war ein unglaubliches Spiel. Marbach war ein guter Gegner. Wir vergeben viele Chancen mit Latte und Pfosten, liegen mit 0:3 hinten. Nach dem 4:5-Anschluss war ein 5:5 möglich“, beschreibt Enrique Blanco, Trainer des FC Tannheim, seine Gefühlswelt.

Roman Neumann, der Trainer der SG Dauchingen/Weilersbach, erlebte beim 6:3 gegen Schlusslicht FC Bräunlingen ebenfalls eine Aufholjagd. „Wir lagen mit 1:3 zurück, haben nie aufgegeben und nach der Pause mit fünf Treffern verdient gewonnen“, lobte er die Moral.

Einmaliges Spiel beim VfB Villingen

Den Vogel schoss jedoch Aufsteiger VfB Villingen mit dem 6:6 gegen die SG Kirchen-Hausen ab. Verrückt, unglaublich, sensationell, einmalig – das sind alles passende Bezeichnungen zum Spielverlauf.

Was war denn da los? Binnen 17 Minuten stand es kurz vor der Pause 0:4 (38.). Nach der Pause schien der Gast seinen ersten Auswärtssieg einzufahren, führte schnell mit 5:1 (49.) und 6:3 (70.). Dann kippte die Partie in den letzten 20 Minuten mit einer sensationellen Aufholjagd: Am Ende sorgte der vierte Kopfballtreffer in der letzten Minute für das 6:6.

VfB-Spielertrainer Adem Sari musste erst einmal tief Luft holen: „Sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Die erste Halbzeit waren wir nicht auf dem Platz. Aber trotz 1:5 hat sich keiner aufgegeben oder hängen lassen, sondern Charakter gezeigt. Mit Willenskraft haben wir uns zurückgekämpft.“

Verrückte Ergebnisse

Ein 6:6 gab es in der Bezirksliga statistisch erfasst seit 1978 bisher noch nicht. In der Saison 2012/13 waren Türkgücü Bräunlingen und der FC Tannheim nahe dran, als die Bregstädter damals knapp mit 6:5 die Oberhand behielten.

Verrückte Unentschieden gab es im Bezirk dennoch schon zweimal in den 1990er- Jahren. In der Kreisliga B trennten sich der FC Riedöschingen und der SV Immendingen einmal 5:5 (nach 5:0-Pausenführung). In der Frauen-Landesliga gab es seinerzeit ein unglaubliches 7:7 zwischen dem SV Obereschach und dem SV Litzelstetten.

FC Löffingen

Das bittere 0:1 im Topspiel beim SV Aasen (14 Pflichtspiele unbesiegt) beendet die eigene Erfolgsserie (acht Partien, sieben Siege in Folge) der bisher besten Rückrundenelf 2025 in der 90. Minute. Dabei hat Löffingen schon einmal eine längere Serie hingelegt – in der Saison 2012/13. Damals war der FCL 16 Partien ohne Niederlage geblieben, landete elf Dreier hintereinander und wurde am Ende hinter der DJK Villingen Vizemeister.

Dauerbrenner

Ebenfalls ein Dauerbrenner ist Tevfik Ceylan. In seinem sechsten Punktspiel für den SV Aasen erzielte er – wie gegen Tennenbronn – den Last-Minute-Siegtreffer. Gegen die Löffinger war es bereits sein neuntes Tor – das vierte per direktem Freistoß. Zudem hat er jetzt in jeder Partie getroffen. „Ja, der Torwart hat ihn durchrutschen lassen“, war Ceylan erleichtert, nachdem er zuvor nur den Pfosten traf und mit zwei weiteren Freistößen am starken Torhüter-Unglücksraben Tim Wider gescheitert war.

Absturz

Die ersten 15 Partien blieb der FV Tennenbronn ungeschlagen. Jetzt ereilt ihn offenbar ein ähnliches Schicksal wie im Vorjahr den FV Möhringen (die ersten 14 Partien unbesiegt): Tennenbronn stürzte seit November von Rang eins ab bis auf Platz vier. Nur zwei Siege in sieben Partien, vier Niederlagen und satte zwölf Gegentreffer sind die Bilanz.

„Ich habe schon in der Vorrunde gesagt, dass die Liga sehr ausgeglichen ist und wir einige Spiele nur knapp und mit Glück gewonnen haben“, so Co-Trainer Stefan Schanz. Im Rennen um den Relegationsplatz bleibt es spannend, da der FVT nun einen Zähler Rückstand auf die SG Marbach/Rietheim und den FC 07 Furtwangen hat. Beide treffen übrigens am kommenden Wochenende direkt aufeinander.