Der TSV Möttlingen (in Blau) muss vorerst auf einen sicheren Rückhalt im Team verzichten. Foto: Wagner

In der Bezirksliga Nordschwarzwald wurde es zum Teil kurios. Vor allem beim SV Althengstett wurde es wild, als zwei Platzverweise wieder zurückgenommen wurden.

Immer mehr sieht es so aus, als würde es ein Zweikampf zwischen den SF Gechingen und dem VfR Sulz um die Meisterschaft in der Bezirksliga Nordschwarzwald werden. Beide haben 35 Punkte und nun sieben Punkte Vorsprung zu den Verfolgern. Während beide unaufgeregt ihre Spiele gewannen, war zum Auftakt nach der Winterpause andernorts Feuer auf den Plätzen.

 

Keeper trifft vom Punkt

Der SV Wittendorf lieferte sich einen offenen Schlagabtausch mit dem Letzten aus Möttlingen. „Die haben natürlich alles versucht“, sagte SVW-Co-Trainer Sebastian Ruoff. „Viel ging bei ihnen über Langholz und wir haben uns auch zwei Tore selbst eingeschenkt.“

Dass es lange so offen war, dazu trug aber auch Möttlingens Keeper Andreas Essig bei. Nicht nur, wie bei Torhütern üblich, mit starken Paraden, sondern vor allem mit Offensivaktionen. „Dass der bei Möttlingen nicht noch die Ecken reingebracht hat, war alles“, so Ruoff beeindruckt. Essig traf wie vergangenen Woche gegen Gültlingen per Elfmeter zum 1:1. Auch das 3:3 entsprang seinem Zutun, als er einen Freistoß reinbrachte, den Marcel Fricker einköpfte.

Nachdem Wittendorf aber erneut in Führung gegangen war und Möttlingen alles nach vorne werfen musste, war es Essig, der etwa an der Mittellinie einen Konter per Notbremse unterband. „Er hat noch den Fuß reingestellt“, erklärt Ruoff. Damit musste Möttlingens starker Rückhalt in der Nachspielzeit vorzeitig mit Glattrot vom Platz.

Unglückliche Aktion

Ähnlich erging es auch Luca Lauxmann, Torwart des VfL Nagold II, in Dornhan. Auch er musste in der Nachspielzeit seine Siebensachen packen und das Feld räumen. Kurz nach der Mittellinie räumte er einen Dornhaner ab, der sonst alleine aufs Tor zugelaufen wäre. „Das war eine unglückliche Aktion“, sagte Dornhans Spielertrainer Julian Haas und nahm den jungen Keeper in Schutz. Bereits etwas mehr als 40 Minuten früher war mit Jeremie Arlt ein Nagolder vom Platz gestellt worden, als dieser nach einem Foul seinen Gegenspieler beleidigt hatte. „Das war so laut – die Karte musste der Schiedsrichter dann fast schon geben“, so Haas.

Großer Schiri-Frust

In Sachen Schiedsrichter war dagegen beim SV Althengstett nach der Partie der Unmut groß. „Ich bin normal keiner, der was gegen den Schiri sagt, aber er hatte das Spiel keinen Moment im Griff“, fasste es Trainer Daniel Sajko zusammen. Dabei sei das Aufeinandertreffen mit der SGM Oberreichenbach/Würzbach eigentlich eine faire Partie gewesen, betont der Coach. „Der Schiedsrichter hat uns einmal Rot und in einer anderen Szene Gelb-Rot gezeigt und dann wieder zurückgenommen, nachdem auch der Gegner gesagt hatte, dass gar nichts war“, schildert Sajko den kuriosen Verlauf.

Nach dem Spiel gab es dann doch noch eine Gelb-Rote Karte für Althengstett. „Ein Spieler hat den Schiedsrichter nach der Partie gefragt, warum er nur drei Minuten nachspielen lassen hatte. Dann hat er ihm direkt Gelb gegeben und er war schon verwarnt.“

„Viel Unruhe reingebracht“

Insgesamt saßen die Karten locker in der Tasche des Unparteiischen. Neun Verwarnungen sprach er aus. „Er hat so viel Unruhe reingebracht. Der Schiri war zwar nicht schuld, dass wir verloren haben, aber er hat sein Übriges dazu beigetragen“, sagte Sajko abschließend.