Auf den Tus Ergenzingen mit Trainer Michael Sattler (rechts) wartet am Sonntag ein schweres Spiel in Ottenbronn. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Aus drei Spitzenmannschaften können vier werden: Mit einem Sieg gegen den TuS Ergezingen kann Grün-Weiß Ottenbronn in den Titelkampf der Bezirksliga Nordschwarzwald eingreifen.

Tschüss, Winterpause – denn mit dem 21. Spieltag ist Schluss mit Lustig in der Fußball-Bezirksliga Nordschwarzwald. Zwar stehen noch acht Nachholspiele aus, doch allmählich müssen die Mannschaften an das Punktesammeln denken, wenn die gesteckten Ziele erreicht werden wollen.

 

Entschieden ist weder der Titelkampf noch die Frage, wer muss absteigen muss. Fakt aber ist: Das Quartett SV Alpirsbach/Rötenbach, SV Marschalkenzimmern, SV Mitteltal/Obertal und SV Gündringen werden es sehr schwer haben, noch am rettenden Ufer anzudocken.

Nur nicht unterschätzen

Vier Zähler Rückstand zum Mittelfeld, aber auch nur vier Punkte Vorsprung zur Abstiegszone – der VfL Nagold II rutscht unruhig auf einem Schleudersitz umher, auch wenn er mit einem Dreier gegen den Vorletzten SV Mitteltal/Obertal die Schrauben fester drehen kann. Die Gefahr dabei ist der Gegner, der seine letzten vier Spiele verloren hat und in neun Auswärtspartien ebenso oft unterlag. Den SV Mitteltal/Obertal nur nicht unterschätzen, zumal es im Hinspiel nur zu einem 0:0 reichte.

Die Zutaten liegen auf dem Tisch, nun müssen die Akteure der Spvgg Freudenstadt und des SV Althengstett nur noch ein leckeres Menü daraus zaubern. Bereits beim 4:4 im Hinspiel war es ein Fünf-Gänge-Menü. Mittlerweile sind die Hausherren seit sieben Runden unbesiegt und führen die Tabelle an. Auch die Hengstetter haben nach anfänglichen Schwierigkeiten die Kurve bekommen und mussten erst eine Niederlage in der Fremde einstecken.

Auf heimischer Scholle ist der SV Gültlingen noch ungeschlagen, muss allerdings nach drei Unentschieden und zwei Niederlagen aufpassen, dass er nicht noch in die gefährdete Zone abrutscht. Die Gäste vom SV Gündringen kommen dagegen mit der Roten Laterne im Gepäck. Das Hinspiel endete 1:1.

Die SF Gechingen hatten sich zuletzt mehr als ein mageres 0:0 in Vöhringen ausgerechnet. Sportfreunde-Abteilungsleiter Stephan Funk freut sich nun auf den heimischen Kunstrasenplatz: „Zuletzt sind die spielerischen Elemente auf der Strecke geblieben, was auf unserem Platz anders sein wird.“ Dort gelang bislang nur dem SV Althengstett ein Sieg, während der kommende Gegner SF Salzstetten noch am Hinspiel (1:6) zu knabbern hat.

Immer heiße Duelle

„Das waren immer interessante, heiße Duelle mit unterschiedlichem Ausgang“, freut sich Mike Beilharz, Fußball-Abteilungsleiter der SG Vöhringen, auf das Spiel beim SV Baiersbronn. Der enterte zuletzt mit einem 8:2-Erfolg die Altburger Höhen. SVB-Sprecher Hans-Dieter Leins: „Wir hoffen, dass wir nachlegen können und uns weiter Luft verschaffen.“

In Lauerstellung wartet der SV Eutingen auf seine Chance, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern. Da sollte der nächste Gegner, der 1. FC Altburg, gerade zum richtigen Zeitpunkt nach seiner 2:8-Klatsche gegen Baiersbronn anreisen. Aber Vorsicht ist angesagt: Die Altburger werden sich den Frust von der Seele schießen wollen oder wie es Spielleiter Dieter Holzäpfel knapp formuliert: „Das muss raus aus den Köpfen und dann geht es um Wiedergutmachung.“

Aktuell plagen die SG Felldorf/Bierlingen sowie dem VfR Sulz keine Allzugrossen Sorgen. Nur um einen Zähler getrennt liegt das Duo im Mittelfeld der Tabelle, sofern man überhaupt von einem Mittelfeld reden kann. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das untere Drittel der Tabelle, um nicht doch noch eine böse Überraschung zu erleben.

Zu Hause eine Wundertüte

Zum Toppspiel treffen sich Grün-Weiß Ottenbronn und der TuS Ergenzingen, bei dem die Frage geklärt wird: Wird aus dem Dreikampf an der Tabellenspitze doch noch ein Vierkampf? Dabei glänzen die Grün-Weißen mit überraschenden Ergebnissen zu Hause. Ein 8:0-Sieg steht eine 0:5-Niederlage gegen den VfR Sulz gegenüber. Der TuS Ergenzingen musste sich auf des Gegners Platz dagegen erst einmal mit 1:2 gegen die SF Gechingen geschlagen geben. Das Hinspiel ging mit 6:0 an die Gäste.

Vorne flau und hinten luftig – so lautet die Devise beim SV Marschalkenzimmern sowie dem Alpirsbach/Rötenbach. Noch eine Gemeinsamkeit sind die neun Zähler, die das Duo auf der aufweist. Ein flüchtiger Blick auf die Tabelle reicht zudem, um festzustellen, wenn diese beiden nicht blitzartig anfangen und eine Serie auf die Wiese legen, dann ist der Klassenerhalt nur noch per Teleskop zu erkennen. „Zwar haben wir in der Winterpause gut gearbeitet“, weiß Frank Baumann vom gastgebenden SVM was die Glocke geschlagen hat, „so 40 Punkte wird man benötigen, um die Liga zu erhalten. Wir haben bislang neun. Da kann sich jeder selber ausrechnen, was Sache ist und alles andere als ein Riesenlauf bringt nichts.“ Einige Ziele standen und stehen auf der Agenda von Baumann, der in der Hinrunde Trainer des SV Alpirsbach/Rötenbach war: „Es ging zunächst darum, die Mannschaft kennenzulernen. Wir haben 30 Spieler im Kader, die auf die erste und zweiten Mannschaft aufgeteilt werden mussten. Ich bin gespannt, wie das auf dem Feld dann aussehen wird.“ Baumann weiter: „Natürlich geht es zunächst einmal darum, am Sonntag zu punkten. Doch es geht nicht nur um den Dreier, sondern um eine Entwicklung in der Truppe. Dringend nötig ist es, hinten kompakter zu stehen und dazu ein paar taktische Veränderungen vorzunehmen. Ein Prozess, der dauern wird. Den man nicht so schnell hinbekommen wird.“

Von Spiel zu Spiel schauen

Sein Gegenüber Thomas Kalmbach haut in ähnliche Kerben: „Wir können die Tabelle lesen. Realistisch gesehen wird es schwer, die Klasse zu halten. Wenn nicht, dann ist es auch kein Beinbruch, doch bis es so weit ist, werden wir versuchen, Spiele zu gewinnen. Wir werden von Spiel zu Spiel schauen, um dann zu sehen, was dabei herausgekommen ist.“ Immerhin ist Fabian Weber nach seinem Kreuzbandriss wieder im Kader. „Wir werden ihn langsam an die Mannschaft heranführen“, zeigt sich Kalmbach geduldig. Dazu ist Schlussmann Felix Schneider wieder mit an Bord nach seinem China-Aufenthalt. „Zwei Akteure, die uns richtig weiter helfen werden, nachdem wir zu viele Gegentore kassiert haben“, meint Kalmbach. Was jedoch nicht am 18-jährigen Elias Blind lag, der Schneider im Kasten vertreten musste. „Er hat seine Sache gut gemacht, aber sich selber Druck aufgebürdet“, betont der Trainer, der zudem darauf hinweist: „Wir haben noch eine junge Truppe auf dem Feld. Nachdem wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben, wollen wir versuchen, die Gegner zu ärgern. Es kommen noch viele schöne Spiele und auf die freuen wir uns nun.“