In der Bezirksliga des neu gegründeten Bezirks Nordschwarzwald sind die Mannschaften seit einer Woche in der wohlverdienten Winterpause. Wir wollen die erste Halbserie in Sachen Meisterschaft und der Abstiegsfrage etwas genauer betrachten.
Für Spannung an beiden Enden der Tabelle sollte gesorgt sein. An der Tabellenspitze überwintert die SpVgg Freudenstadt und ihr Trainer Elvedin Djekic als Spitzenreiter.
SpVgg Freudenstadt
Freudenstadts Trainer wäre es aber deutlich lieber, wenn seine Mannschaft auch nach dem letzten Spieltag am 7. Juni, der mit dem Spitzenkampf in Gechingen endet, ganz zuvorderst stünde.
Für einen möglichen Aufstieg bedarf es eines langen Atems, und diesen legten die Kurstädter in der ersten Halbserie an den Tag. Freudenstadts Trainer Elvedin Djekic glaubt, dass neben seiner Mannschaft der TuS Ergengen, die Spfr Gechingen aber auch die Mannschaften dahinter aus Ottenbronn und Eutingen ins Meisterschaftsrennen noch mit eingreifen werdem können.
Das sagt Elvedin Djekic
„Am Ende wird die Konstanz über den Ausgang der Meisterschaft entscheiden, und wir haben dies in den letzten Wochen ganz gut hinbekommen, hatten aber auch in dem einen oder anderen Spiel, wie in Baiersbronn, das Spielglück auf unserer Seite. Auch unsere gute Auswechselbank war ein Faktor in den letzten Spielen.“
TuS Ergenzingen
Dagegen verliefen die letzten Wochen aus Sicht des TuS Ergenzingen, der gemeinsam mit den Gechingern die Liga lange Zeit dominiert haben, unterirdisch. Ergenzingens Trainer Michael Sattler sieht ein Mentalitätsproblem bei seiner Mannschaft. „Wir haben über die erste Halbserie sechs bis zehn Punkte unnötig verschenkt, und in den verloren gegangenen Spielen gegen Felldorf-Bierlingen und der Punkteteilung in Alpirsbach hat bei uns die Leidenschaft gefehlt. Dies bemängele ich nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Dadurch gehen wir mit gemischten Gefühlen in die Winterpause.“
Gut aus Sicht des TuS Ergenzingen ist, dass zur Rückrunde mit Ruben Cinar, Robin Bogensperger, Adrian Brose und Lukas Bok eine Reihe von Schlüsselspielern ihrem Trainer wieder zur Verfügung stehen werden. Der TuS hat damit weiter den Aufstieg fest im Blick und muss aber an seiner Konstanz arbeiten.
SF Gechingen
Die Sportfreunde Gechingen und ihr Abteilungsleiter Stephan Funk sind mit sich und ihrer Vorrundenbilanz im Reinen – wenn der Landesliga-Absteiger auch in den letzten Wochen gegen Teams aus der obereren Tabellenhälfte einige Niederlagen einstecken musste. Vor der Winterpause konnte die Mannschaft von Balacs Venter nur zwei Spiele aus sechs Partien für sich entscheiden und verlor dabei in Freudenstadt und Baiersbronn und zu Hause gegen Althengstett wichtige Punkte.
Das sagt Stephan Funk
Gechingens Abteilungsleiter Stephan Funk sind dennoch eine positive Vorrundenbilanz. „Wir haben doch nach unserem Landesliga-Abstieg fast eine Handvoll wichtiger Stammkräfte wie etwas unseren Torjäger Salvatore Tommasi nicht mehr zur Verfügung und befinden uns in einem Umbruch. Dafür haben wir uns sehr achtbar geschlagen, und die Liga bleibt oben wie unten auch nach der Winterpause weiter sehr ausgeglichen. Bei uns fehlt vorne etwas die Durchschlagskraft, und unsere Defensive ist unser Prunkstück.“
Tabellenende
Am Tabellenende haben die Mannschaften bekanntlich ganz andere Sorgen und durch den verschärften Abstieg wird es im schlechtesten Fall ein Drittel der Mannschaften erwischen. Für vier von ihnen wie den SV Alpirsbach-Rötenbach, den SV Gündringen, den SV Marschalkenzimmern und den SV Mitteltal-Obertal wird der Abstieg in die Kreisligen wohl unvermeidlich werden.
SG Vöhringen
Für die SG Vöhringen und ihren Co-Spielertrainer Pascal Kopf, die aktuell den Relegationsplatz einnehmen, ist der Ligaverbleib aber aus eigener Kraft noch machbar.
Vöhringens Co-Spielertrainer hält folgendes Szenario für realistisch: „Ich glaube, dass 42 Punkte zum Klassenerhalt nicht reichen könnten. Für uns waren die letzten Wochen ernüchternd, da wir die letzten drei Spiele verloren haben. Damit gehst du nicht mit dem besten Gefühl in die Winterpause. Wir müssen vor allem gegen Mannschaften, die vor uns in der Tabelle stehen, nach der Winterpause regelmäßiger punkten. Das ist uns in der ersten Halbserie zu selten gelungen.“
SV Alpirsbach-Rötenbach
Für die Mannschaften, die hinter der Mannschaft von der Festallee rangieren, sieht es alles andere als rosig aus. Diese müssten eine regelrechte Aufholjagd starten. Alpirsbach-Rötenbachs Interimstrainer Thomas Kalmbach, der die Mannschaft am zwölften Spieltag übernommen hat, schaut nicht auf die Tabellensituation seines Teams.
Das sagt Thomas Kalmbach
„Die Tabelle ist zweitrangig für uns. Für uns geht es in erster Linie darum, dass meine Jungs Spaß am Fußball haben und die Stimmung auf und neben dem Platz gut ist. Vor der Saison ist uns eine ganze Achse weggebrochen, und das konnten wir nicht kompensieren. Ich werde nur bis zum Saisonende die Mannschaft trainieren, und dann wird es auf der Trainerbank einen Neuanfang geben.“
SV Marschalkenzimmern
Ähnlich düster sieht es für die Überraschungsmannschaft aus dem Vorjahr, den SV Marschalkenzimmern, aus. Nicht einmal ansatzweise konnte die Mannschaft von Marc Geiser und Robin Rall an die Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen und bleibt auch nach dem Überraschungserfolg am letzten Spieltag vor der Winterpause gegen den SV Eutingen ganz klar auf Abstiegskurs.
Marschalkenzimmerns Abteilungsleiter Marc Hornberger wagt einen Ausblick auf die zweite Saisonhälfte: „In unserer Aufstiegssaison sind wir auf einer Euphoriewelle geritten und hatten auch in dem einen oder anderen Spiel das Spielglück auf unserer Seite. In dieser Saison tun wir uns bedeutend schwerer, werden aber versuchen, uns auch nach der Winterpause achtbar zu verkaufen. Ein Abstieg wäre für uns kein Beinbruch.“
SV Mitteltal-Obertal
Kaum noch zu retten sein dürften auch die Murgtäler vom SV Mitteltal-Obertal unter ihrem Spielertrainer Duo Simon Spissinger und Nico Schuler sein. Nach dem Abgängen der Göcks-Brüder Nico und Pascal nach Freudenstadt und ihrem Torhüter Johannes Günter nach Dornstetten war der Absturz in den Tabellenkeller fast unvermeidbar. Zwei Siege gegen Gündringen und Gültlingen war die dürftige Ausbeute der Murgtäler, denen nach sieben Jahren Bezirksliga-Zugehörigkeit der Gang in die Kresliga A wohl nicht erspart bleiben dürfte.
Das sagt Simon Spissinger
Mitteltal-Obertals Spielertrainer Simon Spissinger zitiert eine Fußball-Weisheit: „Im Fußball ist bekanntlich vieles möglich, und die SG Ahldorf-Mühlen wäre im Vorjahr trotz einer katastrophalen Vorrunde fast noch der Klassenerhalt geglückt.“
Realistisch ist eine mögliche Aufholjagd bei den Murgtälern aber nicht. Die Ergebnisse der ersten Halbserie sprechen eine klare Sprache. Die Heimstärke, auf die sich die Murgtäler in den letzten Jahren immer hatten verlassen können, ist nicht mehr da. Auswärts hat der Tabellenvorletzte noch keinen Punkt geholt.
Aber vor einem möglichen Abstieg hat Simon Spissinger keine Angst. „Bei uns wird auch nach einem möglichen Abstieg weiter Fußball gespielt, und einige Talente stehen bei uns bereits in den Startlöchern. Wir müssen uns deshalb keine größeren Sorgen machen.“
SV Gündringen
Einen möglichen Abstieg wird der Vierte im Bunde, der SV Gündringen, im Normalfall nicht mehr verhindern können. Das Tabellenschlusslicht hat nur ein Spiel aus 19 Partien für sich entscheiden können. Die Gündringer, ein Schwergewicht der alten Bezirksliga Böblingen/Calw, konnten den Abstieg schon im Vorjahr nur mit Mühe verhindern. Der achtmalige Bezirkspokalsieger und sein Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit, Dominik Löffler, sehen aber trotz des drohenden Abstiegs nicht alles negativ.
Das sagt Dominik Löffler
„Die fetten Jahre sind lange vorbei, und unsere prägende Generation mit einer Reihe von Ausnahmefußballern in unseren Reihen ist abgetreten. Auch nach einem Abstieg sehe ich nicht schwarz für unsere Aktivenfußballer. Wir wollen aber uns erhobenen Hauptes aus der Liga verabschieden und werden die Runde nicht abschenken“, sagt Löffler.