Der VfR Sulz (in Weiß) ließ gegen den VfL Nagold II nichts anbrennen. Foto: Andreas Wagner

Die Gäste des VfL Nagold II machen es den Gastgebern einfach, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Gäste-Trainer Michael Steger fühlt sich an „Slapstick“ erinnert.

VfR SulzVfL Nagold II 5:1 (3:0). Auch in dieser Höhe verdient haben die Sulzer der Nagolder Zweiten an einem regnerischen Sonntag Nachmittag im Sulzer Allbeck-Stadion die Grenzen aufgezeigt. Die Nagolder spielten hinten zu fehlerhaft und machten es den gut aufgelegten Gastgebern aus der Neckarstadt extrem leicht, ihre Tore zu erzielen.

 

Siegel bringt Sulz früh auf Siegeskurs

In der neunten Spielminute nahm das Unheil aus Nagolder Sicht ihren Lauf. Nach starkem Flankenlauf von Felix Plocher passte dieser den Ball auf Dennis Mutschler. Der legte noch quer auf Jonathan Siegel, der trocken abschloss zur schnellen Sulzer Führung.

Auf dem tiefen Geläuf im Allbeck-Stadion waren die Nagolder bei den schnell vorgetragen Gegenstößen der Gastgeber weiter sehr anfällig und hinten sperrangelweit offen. Bestes Beispiel war der zweite Sulzer Treffer. Nach starker Sulzer Balleroberung im Mittelfeld hatte Moritz Haible freie Bahn, und sein platzierter Linksschuss aus der 15. Spielminute bedeutete bereits das 2:0.

Die Nagolder Angriffsbemühungen prallten an der gut organisierten Hintermannschaft der Sulzer schon früh ab, auch weil die Nagolder im Spielaufbau zu fehlerhaft agierten. Der VfL bettelte in der Folge geradezu um den dritten Gegentreffer, und es sollte ihnen geholfen werden.

Aus „Sulz am Neckar“ wird „Wembley am Neckar“

Nachdem der emsige Sulzer Spielertrainer Philipp Rumpel den Ball im Mittelfeld abgeblockt hatte, blieb Sulz’ Mitteltstürmer Mutschler vor dem Nagolder Tor eiskalt und bezwang den bemitleidenswerten Nagolder Keeper Luca Lauxmann bereits zum dritten Mal mit seinem Linksschuss.

Bis auf den Distanzschuss von Jan Beifuss aus der 39. Spielminute, der keine Gefahr darstellte für den Heimtorhüter Falk Kitzlinger, hatte dieser lange Zeit wenig vonseiten der Nagolder zu befürchten.

Nach dem Seitenwechsel keimte nach dem 1:3 von Tom Gutekunst (49.) per „Wembley-Tor“ aber neue Hoffnung auf. Diese war nur von ganz kurzer Dauer. Auf der Gegenseite ließ Philipp Rumpel mit seinem sehenswerten Weitschuss zum Zwischenstand von 4:1 keine Zweifel über den Ausgang der Partie mehr aufkommen.

Der VfR nähert sich der Sonne an

In der Folge waren die Sulzer wieder klar Chef im Ring, und das 5:1 durch den Lupfer von Siegel war nicht weniger sehenswert. Siegel feierte sich selbst und seinen Treffer zum Endstand von 5:1 mit einem Diver auf dem schmutzigen Untergrund im Allbeck-Stadion. Kurz nach ihren Toren konnten die Sulzer Rumpel und Siegel die Hauptprotagonisten einer langen Zeit sehr einseitigen Partie vom Platz nehmen. Die Sulzer machen mit diesem Sieg einen Sprung auf Tabellenplatz zwei – punktgleich mit dem Spitzenreiter aus Gechingen. Die Nagolder rutschen dagegen auf den vorletzten Tabellenplatz ab.

Trainerstimmen

Philipp Rumpel (VfR Sulz): „Ich glaube, wir haben an die starke Leistung aus der Vorwoche anknüpfen können und haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Wichtig war wohl auch mein Treffer zum 4:1, nachdem die Nagolder auf 3:1 hatten verkürzen können. Vorne haben wir unsere Treffer super rausgespielt.“

Michael Steger (VfL Nagold II): „Wir haben es dem Gegner bei unseren Gegentoren viel zu leicht gemacht. Das war schon fast Slapstick, wie wir die Tore bekommen haben. Aus so einem Spiel müssen vor allem unsere jüngeren Spieler lernen.“

Aufstellungen und Spielinfos

VfR Sulz: Falk Kitzlinger, Bastian Lein (84. Bastian Lein), Björn Schuhmann, Domenico Mosca, Dennis Mutschler, Moritz Haible, Felix Plocher, Jonathan Siegel (74. Lukas Plocher), Philip Rumpel (69. Mohammad Aldebsawi), Nils Kitzlinger (78. Benedikt Hildebrandt), Thomas Heinz.

VfL Nagold: Luca Lauxmann, Nico Graf, Nikita Müller (69.Gabrial Buric), Joshua Bock (46. Ruben Cinar), Dorian Hrubik (66. Tarek Türk), Daniel Huss, Tom Gutekunst, Stefan Wurm, Daniel Atis, Jan Beifuss (57. Philipp Gauss), Jonathan Baumann.

Tore: 1:0, 5:1 (Jonathan Siegel, 9./74.), 2:0 (Moritz Haible, 15.), 3:0 (Dennis Mutschler, 34.), 3:1 (Tom Gutekunst, 49.), 4:1 (Philipp Rumpel, 51.).

Schiedsrichter: Nicolas Balk.