Der VfL Nagold II unterlag der SG Felldorf/Bierlingen mit 4:5. Foto: Wagner

In der Bezirksliga Nordschwarzwald kommt es beim VfL Nagold II zu einer prominenten Einwechslung. Dem SV Gültlingen ist der 6:0-Siege gegen den SV Marschalkenzimmer noch „eher zu niedrig“ – und beim 1. FC Altburg ist die Freude riesengroß.

Die heimische Wiese vom SV Gültlingen bleibt in der Fußball-Bezirksliga Nordschwarzwald weiterhin ein unangenehmes Geläuf für die gegnerischen Mannschaften, denn noch kein Gegner konnte dort gewinnen. Diesmal gab es für den SV Marschalkenzimmern eine 0:6.Niederlage und die war für SVG-Abteilungsleiter Gunter Deuble „noch eher zu niedrig“. Er fand: „Hauptsache aber, unsere Heimserie blieb bestehen. Wir müssen ja nicht übertreiben.“ Das überließ er lieber seinen Haudegen Dominic Blum, der sich nicht wie seine Mitspielrer Philipp Tartsch, Tobias Dengler, Thomas Schechinger und Dominic Heselschwerdt mit einem Treffer zufriedengeben wollte. Nein, er musste sich zweimal in die Torschützenliste eintragen, denn nach dem Brustlöser zur 1:0-Führung schnappte er sich auch die Murmel beim Elfmeter, der zum 3:0 führte.

 

Alles anders gemacht

Nach der Niederlage beim TuS Ergenzingen vor einer Woche lief es für die Spvgg Freudenstadt auch zu Hause gegen den VfR Sulz nicht rund. Aus einem 0:1 ein 2:1 gemacht, um dann drei Minuten vor dem Schlusspfiff doch noch den Gegentreffer zum 2:2-Endstand zu kassieren. Waren das noch Nachwirkungen aus dem Spiel in Ergenzingen? „Nein, das hatte mit der Niederlage gar nichts zu tun“, wollte Spvgg-Coach Elvedin Djecic dieses Fass erst gar nicht aufmachen. „Wir haben heute alles anders gemacht als das, was uns sonst stark macht“, so Djecic wohlwollend selbstkritisch.

Nach der 0:4-Niederlage gegen den TuS Ergenzingen blieb die SG Vöhringen nun schon das neunte Spiel in Folge ohne Sieg. Des einen Leid, des anderen Freud, denn der TuS ist dem Tabellenführer Spvgg Freudenstadt mit diesem Sieg wieder bis auf einen Punkt auf die Pelle gerückt. Dabei gelang Nico Gulde ein Netzhautschmeichler zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung. „Ein Traumtor mit dem Innenspann in den Knick“, jubelte der sonst so strenge TuS-Trainer Michael Sattler, der dann doch noch einen Donner heraushaute: „Wir müssen uns jede Woche aufs Neue beweisen. Wenn der Einsatz stimmt, der Wille vorhanden ist, dann bringen wir auch eine Qualität auf den Platz.“

Festplatte umprogrammiert

Seit vier Spieltagen ließ der SV Althengstett nach einer Niederlage einen Sieg folgen – womit die Vorzeichen vor der Partie gegen die SF Salzstetten denkbar ungünstig standen, denn das letzte Spiel konnte der SVA für sich entscheiden. Doch es kam ganz anders, denn seine Spieler hatten die Festplatte auf einen 5:1-Sieg umprogrammiert – erst der vierte Heimsieg in dieser Saison. „Ja, komisch. Auswärts spielen wir deutlich besser“, wundert sich SVA-Trainer Daniel Sajko. Unter dem Strich ist ihm allerdings etwas anderes viel wichtiger: „Nach unserem misslungenen Start bin ich einfach nur darüber froh, dass wir in der Tabelle nach oben klettern konnten“, darf Sajko etwas entspannter nach vorne schauen.

Der Mann am Baiersbronner Liveticker ist ein Beobachter, der über den Tellerrand schaut. So gratulierte er seinem Abteilungsleiter Bernd Faisst nicht schon vor dem Anpfiff zum Geburtstag, sondern wartete erst einmal ab, wie sich die Partie entwickeln würde. Und kaum hatte Kai Sattelberger die Führung erzielt, da erschien auch schon der Glückwunsch via Internet. Gefreut haben dürfte sich Faisst zudem über den eingewechselten Dennis Veitinger, der sich in der 89. Minute das Spielobjekt schnappte, um vom Punkt den Versuch zum 4:0-Endstand veredelte.

Ein klangvoller Name

Omar Al Aarag ist ein klangvoller Name. Er ist allerdings auch erst 18 Jahre jung. Umso erstaunlicher, dass der Jungspund beide Treffer beim 2:2-Unentschieden seines SV Alpirsbach/Rötenbach gegen den SV Eutingen erzielen konnte. Er verwandelte erst einen Strafstoß und dann auch noch einen Freistoß in der Schlussminute. „Er traut sich was, übernimmt jetzt schon Verantwortung und hat einen guten Abschluss“, gab es für den Doppelpacker Lob von seinem Trainer Thomas Kalmbach. Aber: „Er schießt noch zu wenig auf das Tor. Das könnte er öfters versuchen“, feuert der Coach ihn an.

In der Zeitung gelesen

Der Schwarzwälder Bote als Motivator: Der Ottenbronner Spielertrainer hatte Julian Immisch beim 7:1-Sieg seiner Grün-Weißen gegen den SV Mitteltal/Obertal seinen zweiten Dreierpack innerhalb weniger Wochen erzielte. Seine Begründung: „Im Schwarzwälder Boten hat jemand gesagt, ich wäre kein Torjäger. Deshalb gebe ich jetzt Gas.“ Da kann man aber noch einen draufsetzen: Thomas Baur von der SG Felldorf/Bierlingen war beim 5:4-Erfolg über den VfL Nagold II gleich viermal erfolgreich.

„Dass ich das noch erleben darf, dass der 1.FC Altburg in Gechingen gewinnt“, war der Altburger Spielleiter Alexander Schröder nach dem 4:1-Erfolg in bester „I wird narrisch“-Laune: „Selbst als Spieler habe ich dort fast nur Pleiten und Niederlagen erlebt.“

Ist doch gar kein U23-Spieler

Vor Jahren hatte sich Armin Redzepagic als Trainer beim VfL Nagold in der 88. Minute selber eingewechselt. Am Sonntag hat sich das in der 90. Minute wiederholt. Allerdings beim VfL Nagold II, die auch als U23 läuft – was prompt einen Zuschauer zu der Aussage veranlasste: „He, das ist doch eine U23-Mannschaft.“ Konterstark war der Stammheimer ja schon immer – auf und neben dem Platz. Und entsprechend fiel die Antwort aus: „Ich bin doppelter U23-Spieler, da ich 46 Jahre alt bin.“ Damals wie heute gab es bei den Nagoldern personelle Probleme. „Ich trainiere ja öfters mit, um fit zu bleiben. Sagt Bescheid, wenn ihr jemand braucht“, so Redzepagic, der sich schon auf Gründonnerstag freut, wenn es zum VfR Sulz geht. Nur da ist VfL-II-Trainer Michael Steger wieder dabei, der zuletzt bei der Taufe seines Patenkindes war. „Er hätte meinen Einsatz nicht zugelassen“, vermutet Redzepagic verschmitzt. Nur, wer sich nicht einmal von seiner Frau Silvia stoppen lässt („Bist Du noch normal?“), den kann auch ein Steger nicht aufhalten. „Mir macht es halt Spaß“, so Redzepagic.