Ein historischer Tag für den Club. Mit 18:0 siegt der Landesliga-Aufsteiger beim FC Bad Dürrheim. Coach Pedrag Kicic stellt sich ins Tor und verhindert für die Salinenstädter noch Schlimmeres.
Samstag, 17.26 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des FC Bad Dürrheim: Ausgelassener Jubel nach dem Schlusspfiff. Der neue Bezirksliga-Meister 2024 steht fest. Wie erwartet machte der FC Pfaffenweiler den letzten Schritt zu einem historischen 11. Mai mit dem erstmaligen Landesliga-Aufstieg der Kicker aus dem Villinger Stadtbezirk.
Dass der FCP dabei den Tabellenletzten aus der Kurstadt mit 18:0 an die Wand spielte, war im Vorfeld beinahe „befürchtet“ worden. Zu dominant war das Pfaffenweiler-Team in den vergangenen Wochen – zu chancenlos die Salinenstädter.
Die erste Halbzeit
Der FC Pfaffenweiler begann konzentriert, wollte die Aufgabe schnell entscheiden und feuerte in den ersten 20 Minuten aus allen Rohren. So stand es schnell 6:0 für die Gäste – bis zur Pause sogar 9:0. Zweistellig bahnte sich das Ergebnis an.
Bad Dürrheims Trainer Predrag Kicic spielte selbst mit und stellte sich mangels Spielern zwischen die Pfosten. Er war nicht zu beneiden. Hätte Pfaffenweiler noch konsequenter weitergespielt und Kicic hätte nicht noch etliche Schüsse abgewehrt – dann wären es für den neuen Bezirksliga-Meister auch 22 oder 25 Tore geworden.
Jallow Saja legte vier Treffer ins Netz, Felix Ohlhauser schaffte ebenfalls einen Hattrick, Torhüter Marco Anders durfte bei einem Elfmeter ran. Kopfballtore, Schlenzer, Standards – die mitgereisten Fans des FCP beklatschten jedes Tor. Nicht frenetisch, doch mit der Anerkennung für die gesamte Runde.
Der zweite Durchgang
Bereits in der Pause hätte FCB-Coach Kicic am liebsten schon aufgehört. Kurz vor dem Ende bat er den Schiri abzupfeifen, doch da waren noch zwölf Minuten zu spielen und es stand „erst“ 0:13. Am Ende wurden es 18 Gegentore für den Absteiger Bad Dürrheim. Im Jubel des überlegensten Bezirksliga-Meisters der vergangenen Jahre steht bei den enttäuschten Hausherren ein niederschmetterndes Zahlenwerk in entgegengesetzter Richtung: 27 Niederlagen, null Punkte, 13:163-Tore und zum zweiten Mal nach dem Möhringen-Spiel ein 0:18.
Für den FC Bad Dürrheim endet hoffentlich bald eine Ära des Leidens mit dem dritten Abstieg innerhalb von sechs Jahren.
Die Meisterstimmen
Björn Schlageter, Trainer FC Pfaffenweiler: „Es ist geschafft! Endlich. Heute war es kein Maßstab und natürlich ein Spiel, bei dem vieles Stückwerk blieb. Doch es zählt für uns die gesamte Saison. Wir hatten 18 Siege in Folge. Die Art, wie wir in der Rückrunde alle Spiele gewonnen haben, war herausragend. Unsere Mannschaft blieb immer gierig und hungrig. Die wichtigen drei Topspiele in Möhringen (3:2), gegen Marbach/Rietheim (4:2) und gegen Dauchingen/Weilersbach (3:0) haben gezeigt, wie reif wir geworden sind und mit welch hoher Qualität wir die Meisterschaft erspielt und absolut verdient haben. Ich bin stolz auf die Jungs. Jetzt können wir die vier letzten Punktspiele einfach noch genießen.“
Patrick Anders , stellvertretender Vorsitzender des FCP: „Björn Schlageter ist der Vater des Erfolges.“
Marc Baumhäckel, FCP-Spieler: „Es war heute gar nicht so einfach, vernünftig ein Spiel aufzuziehen, weil wir so überlegen waren. Aber egal, Hauptsache wir sind jetzt Meister und werden sicherlich ausgiebig heute feiern.“
Die Statistik
FC Bad Dürrheim: Kicic – Barriuiso (46. Gassama), Bytyqi (70. Almur), Syla, Davidovic, Taskiran, Zileli (46. Mashlah), Braig, Ghennami, Uferov, Bator (63. Becker).
FC Pfaffenweiler: M. Anders – M. Rohrer, Baumhäckel (73. L. Rohrer), Kärcher (50. Simon), Saja, Herbst, N. Anders (47. Aguiar), Scholemann, Tritschler, Ohlhauser (50. Gür), Beraldi (47. Kujovic).
Tore: 0:1 Marc Baumhäckel (1.), 0:2 Nico Anders (6.), 0:3 Mike Tritschler (9.), 0:4, 0:6, 0:11, 0:12 alle Jallow Saja (12., 18., 55., 67.), 0:5 Kevin Kärcher (16.), 0:7 Torwart Marco Anders (Elfmeter/34.), 0:8, 0:9, 0:10 alle Felix Ohlhauser (42., 45., 50.), 0:13, 0:16 beide Anel Kujovic (69., 87.), 0:14 Raphael Gür (83.), 0:15 Lars Rohrer (85.), 0:17 Florian Herbst (Freistoß/90.), 0:18 Marc Rohrer (90.+2).
Schiedsrichter: Steffen Schunicht (Mönchweiler).
Zuschauer: 200.