Der SV Rohrau war am Mittwoch beim Gastspiel in Ottenbronn zwar feldüberlegen, doch die Grün-Weißen landeten einen überraschenden 3:0-Heimsieg. Der Unparteiische hat genau hingesehen, ob alles mit richtigen Dingen zugeht. Foto: Kraushaar

Die Fußballer der SF Gechingen marschieren in der Bezirksliga Böblingen/Calw vorne weg. Dahinter lauern der TV Darmsheim – bei einem Spiel weniger – sowie der 1. FC Altburg mit jeweils einem Zähler Rückstand.

In der Fußball-Bezirksliga Böblingen/Calw stehen die SF Gechingen weiterhin mit 16 Punkten an der Tabellenspitze. Es folgen der TV Darmsheim und der 1. FC Altburg. Am siebten Spieltag steht das Spitzen-Trio in Stammheim, zu Hause gegen Ottenbronn und beim Türkischen SV Herrenberg vor lösbaren Aufgaben. Interessante Hürden müssen dagegen der VfL Nagold II bei den heimstarken Aidlingern und der SV Althengstett beim TSV Kuppingen überspringen. Zwei Neulinge, die bislang wahrlich nicht als solche auftreten.

"Wenn der Spitzenreiter bei uns vorbeischaut, dürfen wir sicherlich nicht allzu viel erwarten", dämpft das Stammheimer Urgestein Werner Mann vor dem Gastspiel der SF Gechingen die Erwartungen beim Schlusslicht. Nur: Das traf in den beiden letzten Spielen gleich fünfmal, nachdem zuvor noch kein Treffer gelungen war und holte beim 2:2-Unentschieden in Haiterbach seinen ersten Punkt. "Die Moral stimmt. Wir werden alles raushauen", spornt Mann seine Mannen an.

Stephan Funk von den SF Gechingen redet Klartext: "Wir sind der klare Favorit. So wollen wir auftreten und auch spielen, auch wenn Stammheim nicht unser Lieblingsgegner ist."

Immisch spornt an

Bei einem Spiel weniger ist der TV Darmsheim der heimliche Spitzenreiter im Oberhaus des Bezirks. Nun stellt sich dem Lindner-Team auf dem Weg zur Thronbesteigung der FV Grün-Weiss Ottenbronn entgegen. "Ein Landesliga-Absteiger, der immer noch einige Spieler in seinen Reihen hat, die mehr als Bezirksliga-Niveau aufweisen. Dort können wir nur bestehen, wenn wir mit derselben Intensität auftreten wie gegen Rohrau", spornt der Ottenbronner Coach Julian Immisch seine Mannschaft an.

Relativ ausgeglichen ist die Bilanz der vergangenen Begegnungen zwischen dem Türkischen SV Herrenberg und dem 1. FC Altburg. Aktuell schlägt das Formpendel jedoch in Richtung Altburg, auch wenn die Barg-Elf trotz dem 2:1-Erfolg in Gültlingen auf Rang drei zurückfielen, da der TV Darmsheim das bessere Torverhältnis aufweist. Dazu versprühte der jüngste Auftritt der Herrenberger beim 2:5 in Nagold alles andere als Wohlfühlaroma. Der FCA sollte sich auf einen angefressenen Gegner gefasst machen.

Torfestival abgeliefert

Wenn es der Kuh zu wohl wird, dann tanzt sie auf dem Eis. So ähnlich agiert der TSV Kuppingen in der neuen Umgebung, der als Neuling Woche für Woche ein Torfestival abliefert. Trainer Daniel Sajko vom SV Althengstett findet: "Die Kuppinger sind für mich bislang das Überraschungsteam der Liga. So viele Tore als Aufsteiger zu erzielen, das ist beeindruckend. Da müssen wir hoch konzentriert zu Werke gehen."

So ähnlich lautet auch die Devise des VfL Nagold II, der bei der Spvgg Aidlingen seine Aufwartung macht. Was die Sache schwierig macht, ist der Umstand: Auswärts gewinnt der Neuling keinen Blumentopf, doch auf dem heimischen Eichelberg ist das Lindner-Team eine Macht. "Das wird schwierig", warnt auch Coach Michael Steger, "wir benötigen eine gute Leistung gegen einen Gegner, der immer noch von der Euphorie lebt und der viel Qualität mitbringt. Vor allen Dingen in der Offensive."

Noch nicht auf Betriebstemperatur

Mit dem SV Rohrau und dem TSV Schönaich stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die noch nicht auf Betriebstemperatur sind. So benötigt der letztjährige Vizemeister mittlerweile ein Fernglas, um die Lokomotive zu erkennen. Die Gäste sehen dagegen den letzten Waggon mit bloßem Auge.

"Aus den Begegnungen gegen Stammheim, dem VfL Herrenberg und gegen Ottenbronn wollten wir eigentlich sieben Punkte holen", zeigt sich Abteilungsleiter Timo Thal vom TSV Haiterbach nach dem 2:2 gegen Stammheim ernüchtert. Der nächste Gegner heißt VfL Herrenberg und auch dessen Brust ist nach dem 0:5 gegen den TV Darmsheim etwas geschrumpft. Bleibt abzuwarten, wer von diesem Duo seinen Frust besser verarbeitet hat. Die Bilanz – jeweils vier Siege und Unentschieden bei zwei Niederlagen – spricht allerdings für die Haiterbacher.

Der Fünfte in der Tabelle, der SV Gültlingen, erwartet den Elften, den TSV Dagersheim, doch punktemäßig liegen gerade einmal drei Zähler zwischen beiden. Gemeinsamkeit: Beide gingen unter der Woche als Verlierer vom Platz, doch die beiden Gegner SF Gechingen und 1. FC Altburg gehören nun einmal zu den Schwergewichten der Liga. Alle Spiele werden an diesem Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.