Der Bezirksvorsitzende Peter Becker zieht ein erstes Fazit nach seinem ersten halben Jahr im Amt. Viele aktuelle Themen liegen an. Der A-Junioren-Bereich bereitet weiter Sorgen.
Seit einem halben Jahr ist der Hinterzartener Peter Becker erfolgreich als neuer Bezirksvorsitzender tätig. Eine große Erfahrung, sehr viel Kompetenz, die notwendige Ruhe und viel Weitsicht zeichnen ihn aus. „Mir macht die Arbeit mit meinem Team und mit den Vereinen sehr viel Freude“, ist der Bankfachwirt konstant bei seinen Aufgaben „on fire“. Wir zogen mit dem 57-Jährigen eine erste Zwischenbilanz, sprachen mit ihm über einige aktuelle Themen.
Herr Becker, am vergangenen Wochenende war für Sie einmal nicht Fußball angesagt. Sie waren beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding vor Ort.
(lacht). Ja, es war meine Premiere. Mich fasziniert diese Sportart schon seit Jahren. Ich wollte es unbedingt einmal live erleben. Meine Erwartungen in Ruhpolding wurden noch übertroffen. Die Stimmung bei einem Weltcup ist wirklich großartig.
In rund sechs Wochen geht es in den heimischen Fußball-Ligen wieder um Punkte. Was steht für Sie im Fußball-Bezirk noch bis dahin alles auf dem Programm?
Viele Sitzungen auf Verbands- und Bezirksebene. Bei den obligatorischen Staffelsitzungen werden wir individuell eine Zwischenbilanz ziehen. Ein paar wenige Dinge liefen in der Vorrunde etwas aus dem Ruder. Auch dies werden wir vor Ort direkt mit den betreffenden Verantwortlichen aufarbeiten.
Was genau lief negativ?
Insgesamt ist mein Rückblick auf das erste Halbjahr positiv. Aber es gab eben ein paar wenige Zwischenfälle gegenüber Schiedsrichtern.
Wie sieht die sportliche Zwischenbilanz von Ihnen aus?
In der Oberliga hat sich der FC 08 leistungsmäßig stabilisiert. Der FC 08 II tut sich schwer in der Verbandsliga. Erfreulich ist in der Landesliga, dass der FC Pfaffenweiler, der FC Königsfeld und der SV Aasen eine so gute Rolle spielen. Der FC Neustadt wird es in Sachen Klassenerhalt schwer haben. Sehr spannend wird es bei den Entscheidungen in den Ligen ab der Bezirksliga nach unten. Da können sich die Fans auf eine sehr attraktive Rückrunde freuen.
Sie haben im Herbst bereits 52 Vereine besucht und sich mit den dortigen Verantwortlichen ausgetauscht. Noch 17 Clubs werden Sie in der Restsaison aufsuchen. Wie sehen Ihre Erkenntnisse und neuen Erfahrungen bislang aus?
Diese Besuche sind mir sehr wichtig. Überall wurde ich herzlich empfangen und es gab sehr gute, ausführliche Gespräche vor Ort. Natürlich hat jeder Verein seine speziellen Sorgen, aber es gibt auch gemeinsame Probleme wie die Nachwuchsarbeit oder die ehrenamtliche Arbeit, die immer weniger Menschen machen wollen. Ehrenamtliche Mitarbeiter sollten in den Vereinen noch mehr gewürdigt und herausgestellt werden. Das ist sehr wichtig, und dies lege ich den Vereinen auch ans Herz.
Nur noch 22 eigenständige A-Juniorenmannschaften spielen aktuell im Bezirk. Mit großer Sorge haben Sie bereits auf dieses Thema bei Ihrer Wahl im Sommer geblickt. Sehen Sie neue Lösungsansätze?
Es ist ein allgemein gesellschaftliches Problem, dass in diesem Alter die Jugendlichen viele andere Interessen und auch eine hohe Belastung durch Schule und Ausbildung haben. Mittelfristig wird es aufgrund der geringen personellen Quantität in diesem Altersbereich dann bei den aktiven Mannschaften oben Engpässe geben. Das ist die logische Folge. Eine noch bessere Qualität in der Nachwuchsarbeit mit sehr guten Trainern ist wichtig. Unser Ziel muss es sein, wieder mehr junge Fußballer von den unteren Jahrgängen nach oben durchzubringen. Dabei muss auch das Angebot der Vereine für die Jugendlichen attraktiv sein.
Noch eine Baustelle: Die B-Ligen sind in dieser Saison so ausgedünnt, dass es nur wenige Spiele gibt und die Winterpause fast fünf Monate lang dauert. Es gibt hier und dort Unzufriedenheit.
Auch hier arbeiten wir auf Bezirksebene an verschiedenen neuen Spielmodus-Modellen. Klar ist, dass sich so eine Situation in den B-Ligen mit zu wenigen Mannschaften nicht mehr wiederholen darf. Wir haben Lösungsansätze, vielleicht den Spielbetrieb in diesem Bereich zur neuen Saison etwas zu verändern. Es ist aber zu früh, um die möglichen Modelle vorzustellen. Außerdem wäre es wünschenswert, dass die ersten Mannschaften von FKB Villingen und Gündelwangen – mit beiden Clubs spreche ich noch – von der C-Liga in die B-Liga zurückkehren.