Zwei Bewohnerinnen des Antonie-Leins-Künstlerhauses zeigen im Kloster ihre Werke: Skulpturen, Gemälde und Fotografien.
Die aktuellen Bewohner des Horber Künstlerhauses hatten vergangenes Wochenende zu einem „Tag des offenen Ateliers“ eingeladen. Ein klug gewählter Termin, lockte doch der „Horber Frühling“ am Sonntag viele Besucher auf den sonst so verlassenen Oberen Marktplatz und damit auch in die Nähe des Antonie-Leins-Künstlerhauses, das ein paar Schritte weiter sein ebenfalls kaum beachtetes Dasein fristet.
Eigentlich schade, denn egal welche Künstler dort seit vielen Jahren die Möglichkeit zu einem Residenzstipendium nutzen, alle bringen neue und teils recht innovative Ansätze mit nach Horb.
So auch die drei aktuell in Horb wohnenden Kreativen. Die Glaskünstlerin Ulrike Kaltenbach, die Berliner Fotokünstlerin Silke Panknin und der Bildhauer und Grafiker Andreas Futter, die alle eine akademisches Bildhauerstudium eint, doch deren Ansätze weit auseinandergehen, werden ihre Spuren in Horb und der Raumschaft hinterlassen.
Zögerliches Interesse
Ulrike Kaltenbach und Silke Panknin stellen derzeit in der Werkschau „Ist-Zustand“, die nebenan in den Räumen des Kunstvereins Oberer Neckar im Obergeschoss des Klosters gezeigt wird, ihre Werke und Installationen aus. Getreu dem Motto „Ein Bild – in diesem Fall eine ganze Ausstellung – sagt mehr als tausend Worte“ wurde Silke Panknin am Samstag und Sonntag nicht müde, jeden der vorbeischaute, auf diese sehenswerte Gemeinschaftsausstellung der beiden Künstlerhausbewohnerinnen aufmerksam zu machen.
„Kollegen“ zu Besuch
Der dritte im Bunde, der Mann, der die Skulptur „Herrscher“ erschuf, der Bildhauer Andreas Futter, saß, zumindest am Samstagnachmittag, umgeben von Zeichnungen, Gemälden und seinen Bronze-Figuren, aber auch einem großen Wachsmodell, das schon in den Grundzügen ausgeformt ist, still und zufrieden in seinem Bereich und harrte der Dinge – sprich Menschen – die da kommen.
Am Samstagnachmittag war man mehr so unter sich. Nachbar Mandi Bopp schaute ebenso vorbei wie die beiden Vorsitzenden des Fördervereins Künstlerhaus, Katrin Kinsler und Josef Nadj. Als Gäste durfte man unter anderem das Künstler-Paar Hannes und Terry Callcut-Lütz aus Betra begrüßen, doch im Grunde genommen kann man für den Samstagnachmittag bilanzieren: Künstler allein zu Hause.
Viele Gespräche
Ganz anders dann am Sonntagnachmittag. „Wir hatten viele interessante Gespräche und ganz viel nette Besucher“, freute sich Ulrike Kaltenbach, die am Samstagvormittag noch eine Art Familien-Blitz-Kurs in das Thema Glaskunst gab und diese Arbeiten, die nun gebrannt werden, auch gleich den Besuchern zeigte.
Natürlich konnte man auch die Werke der Künstler selbst gegen entsprechendes Honorar erstehen, doch von dieser Möglichkeit wurde kein Gebrauch gemacht, wie Kaltenbach in einem Telefonat am Montag bedauerte. „Aber die Öffentlichkeitsarbeit ist auch ganz wichtig, und wir konnten sowohl das Antonie-Leins-Künstlerhaus als auch unsere Art Kunst präsentieren und ein wenig die Hemmschwellen, die doch der eine oder andere hat, abbauen.“
In ihrem Fazit sind sich letztendlich alle drei Künstler völlig einig, dass diese „Tage des offenen Ateliers“ gut investierte Zeit waren, die einen kulturellen Mehrwert und etwas mehr Transparenz schufen.