Das Angebot, Bewerbungen zu üben, wurde von den Schülern gerne angenommen. Foto: Ulrike Knöller

Rund 100 Schüler hatten die Gelegenheit, bei „fast echten“ Bewerbungsgesprächen mit Firmenvertretern zu reden.

„Es ist ein Highlight-Tag des Jahres. Die Schüler bekommen nie wieder die Gelegenheit, so mit Firmen ins Gespräch zu kommen“, stellte die Konrektorin der Fünf-Täler-Schule in Calmbach, Tanja Insinna, fest.

 

An zwei Tagen hatten die insgesamt rund 100 Schüler der zwei achten Klassen der Werkrealschule und der drei Neunerklassen der Realschule, von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr die Chance, mehrere Bewerbungsgespräche in unterschiedlichen Berufsgruppen unter Normbedingungen zu üben.

Schule hat BoriS-Siegel

Das engagierte Lehrerteam der mit dem BoriS-Siegel ausgezeichneten Schule, erhält große Unterstützung von den beiden Schulsozialarbeitern Lisa Arp und Daniel Bauer. Das baden-württembergische Siegel wird an Schulen vergeben, deren Berufsfindungsangebot weit über das geforderte Maß hinausgeht.

In jedem Jahr findet die Aktion der Bewerbungsgespräche in Kooperation mit den Firmen statt, alle zwei Jahre gibt es zusätzlich eine Berufsmesse in der Enztalhalle. 16 ortsansässige und regionale Firmen hatten sich am Standort Höfener Straße bereit erklärt, individuelle Tipps zu geben und den jungen Fast-Berufsanfängern Mut zu machen. Dabei wurde auf Mimik, Gestik, Aussprache, Auftreten, geachtet und selbstverständlich die, vorher im Deutschunterricht angefertigte, Bewerbungsmappe von den Firmenvertretern unter die Lupe genommen.

Nadine Mössinger, Team- und Ausbildungsleitung beim Modehaus Bertsch, war zum ersten Mal dabei. Sie weiß Positives zu berichten. „Ich habe E-Mail und Handynummern weitergegeben, da es Interesse an Praktika gab. Aus einem Praktikum ergibt sich oft ein Ausbildungsplatz.“

Schüler nehmen das Angebot ernst

Auch Andro Celina, Kaufmann für Büromanagement, Vertreter der Edeka-Fedele-Märkte, stellte fest, dass die meisten Schüler das Angebot ernst nehmen. Einen Tipp gab er den jungen Übungs-Bewerbern mit auf den Weg: „Versuche, so selbstbewusst wie möglich ins Gespräch zu kommen, um das Gegenüber zu überzeugen.“ Auch er war das erste Mal dabei, war sich aber ebenso wie Nadine Mössinger sicher, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Ein fester Bestandteil im Kalender von Ausbildungsleiter Dominik Leibig von der Handwerksfirma Heinrich Schmid aus Pforzheim, stellt das jährliche Projekt der Fünf-Täler-Schule dar. Die Firma bietet unter anderem Ausbildungsstellen zum Maler und Lackierer an. Leibig stellte fest, dass die Gespräche im Großen und Ganzen gut gelaufen seien, an einigen Stellen könne man nachrüsten, dafür sei der Tag da, aber die Bewerber benahmen sich alle wie in einem echten Bewerbungsgespräch.

Bis zu acht Gesprächen

Weitere Firmen, die teilgenommen haben, sind die Polizei, Stadt Bad Wildbad, Wildpark Pforzheim, Holzbauwerk Seewald, Firma Schneeberger, Medentika, die Kinderklinik Schömberg, die Volksbank, Landratsamt Calw, Hapema, Bäckerei Raisch, Berthold Technologies und die Sparkasse.

Unterschiedlich wurde das Angebot von den Schülern genutzt. Manch einer hatte es nur zu zwei Gesprächen geschafft, die Spitzenreiterin hatte den Vormittag für acht Bewerbungsgespräche genutzt. Die hundert Jugendlichen waren sich einig, dass es „gut zum Üben“ war, Spaß gemacht habe und sehr gute Rückmeldungen von Seiten der Firmen kamen. Manche, eher zurückhaltende Schüler stellten fest, dass sie sich im Lauf der Gespräche gesteigert haben. Ein wenig störend empfanden manche die Wartezeit von einem Gespräch zum anderen. Am Ende applaudierten sie den Firmenvertretern und bedankten sich so für die Zeit und Geduld, die diese mitgebracht hatten.