Nach der Wahl ist vor der Wahl. Zumindest in Nagold gilt 2024 dieses Motto. Der neue Stadtrat hat sich noch nicht einmal zur ersten Sitzung getroffen, da beginnt bereits die Bewerbungsfrist für die nächste Wahl: Am 22. September ist OB-Wahl.
Ob Jürgen Großmann Oberbürgermeister in Nagold bleiben will, diese Frage hat er bereits im Januar beim Neujahrsempfang in der Stadthalle beantwortet. Ja, er will! Nach 16 Jahren soll noch nicht Schluss sein. Er strebt eine weitere Amtszeit an.
Am Freitag, 12. Juli, erschien die offizielle Stellenausschreibung, unter anderem auch im Schwarzwälder Boten. Und die Ausschreibung beinhaltet auch den Passus, dass sich der amtierende Stelleninhaber nochmals bewerben will. Für potenzielle Kandidaten ist das mitunter eine wichtige Info.
Und hat sich Jürgen Großmann nun auch wirklich beworben? Ein einfaches „Ja“ gibt es hier am Tag der Stellenausschreibung noch nicht zu vermelden, eher ein „Ja, er wird!“ Denn offiziell sind Bewerbungen erst ab dem Tag nach dem Erscheinen der Anzeige möglich – das wäre bei Nagolds OB-Wahl Samstag, 13. Juli.
Erst bewerben, dann nach Longwy
Auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten aber fackelte Großmann bereits am Freitag gar nicht erste lange herum. Gleich am Samstag werde er seine Bewerbung einwerfen. Das wird kein großer Akt, denn danach ruft gleich die Pflicht: Für den OB geht es am Wochenende in die Partnerstadt Longwy. Zusammen mit dem Partnerschaftskomitee nimmt Großmann an den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag teil.
In Sachen OB-Wahl hat im Nagolder Rathaus eh offiziell Bürgermeister Hagen Breitling das Sagen. Also, zumindest wenn es um die Organisation geht. Breitling ist der Vorsitzendes des Gemeindewahlausschusses, dem als Beisitzer auch verschiedene Stadträte aller im Rat vertretenen Gruppierungen und Parteien angehören. Und natürlich bekommt er fachliche Unterstützung aus dem Hauptamt mit der Amtsleiterin Silvia Walz-Fiorenza und „der“ Nagolder Wahlspezialistin schlechthin, Ute Schönmetzler.
Frist endet am 26. August
Bewerbungen werden an Breitling gerichtet. Wer in Nagold OB werden will, hat noch bis Montag, 26. August, Punkt 18 Uhr Zeit, seine Unterlagen einzureichen. Was genau es alles braucht, um als Bewerber auch zugelassen zu werden – auch das ist Inhalt der Ausschreibung der Stelle, die am 12. Juli veröffentlicht wurde und auch auf der Homepage der Stadt einsehbar ist.
Noch ein paar weitere Daten gibt es rund um die OB-Wahl zu beachten: Über die Zulassung der Bewerber entscheidet der Gemeindewahlausschuss am 27. August. Eine öffentliche Bewerbervorstellung ist auch schon terminiert: 13. September. Dann ist da natürlich noch der Wahltag selbst, der 22. September. Und sollte in Nagold eine Stichwahl vonnöten sein, dann wird diese am 6. Oktober stattfinden.
OB-Statement zur erneuten Kandidatur
Je nach Kandidatenlage könnte also das eigentlich klassisch eher nachrichtenarme Sommerloch in diesem Jahr deutlich spannender werden als üblich. Großmann jedenfalls sieht sich gerüstet. „Nagold hat einen guten Lauf“, erklärte er auf Nachfrage der Redaktion zu seiner Bewerbung. Und den möchte er gerne „mit unserer Bürgerschaft, den zuständigen kommunalen Gremien und allen Akteuren aus Wirtschaft, Kultur, den Kirchen und Vereinen und Vereinigungen zum Wohle unserer Stadt und seiner Stadtteile fortsetzen“. Weil Nagold noch viele gute Perspektiven habe und weitere Potenziale gehoben werden könnten, sei ihm die Entscheidung, sich erneut für diese „verantwortungsvolle, aber reizvolle Aufgabe“ zu bewerben, leichtgefallen.
„Auf Erfolgskurs halten“
Als Beispiele für den aktuellen Stand der Stadt führt der OB aus: „In wenigen Wochen erfolgt der Spatenstich für eines der bedeutendsten Hoch-und Schulbau-Projekte seit Jahrzehnten, nämlich den Neubau und die Teilsanierung der Zellerschule.“ Damit erfolge der zweite große Baustein im „Bildungsjahrzehnt“ – nach der Vollsanierung der Lembergschule. Der Wirtschaftsstandort Nagold prosperiere enorm. Und: „Der jetzt veröffentlichte Zensus 2022 bestätigt: Die Bevölkerung von Nagold und seinen Stadtteilen wächst und deshalb ist es auch richtig, weiter insbesondere in neue Kinderbetreuungsstätten zu investieren.“
Großmanns kaum überraschendes Fazit: „Jetzt gilt es, Nagold und seine Stadtteile weiter auf Erfolgskurs zu halten.“ In diesem Zusammenhang kündigt er Bürgergespräche in allen Stadtteilen und in der Kernstadt an. Diese sollen unter dem Motto stehen: „Zukunft. Gemeinsam. Machen“.