In der Festhalle können sich die Vöhrenbacher noch einmal ein Bild der Kandidaten machen. Quelle: Unbekannt

Der Fragenkatalog lockt die beiden Bürgermeisterkandidaten Patrick Hellenschmidt und Heiko Wehrle nicht aus der Reserve. Nur bei der Windkraft gibt es unterschiedliche Positionen.

Vöhrenbach - Die Fragen deckten das ganze Spektrum der Vöhrenbacher Gemeindepolitik ab, boten den Kandidaten aber wenig Möglichkeit, sich klar zu positionieren. Bis auf das Thema Windkraft waren sich die beiden bei den Fragen ziemlich einig. Es war auch keine Frage dabei, welche die Kandidaten hätte aus der Reserve locken können.

Rund 70 Bürger kommen zur Veranstaltung in die Vöhrenbacher Festhalle

Aufgrund der Corona-Bedingungen standen für diese Versammlung in der oberen Festhalle 100 und in der unteren Festhalle, hier mit Videoübertragung, weitere 50 Plätze zur Verfügung. Gekommen waren dann aber tatsächlich nur etwa 70 Bürger, um sich vor der Wahl ein Bild zu machen. Darüber hinaus hatte die Stadtverwaltung die Möglichkeit geschaffen, dass online über die Homepage der Stadt Vöhrenbach die Versammlung per Video-Übertragung verfolgt werden konnte. Diese Live-Schaltung war perfekt organisiert und kam, vorausgesetzt das Internet spielte mit, auch überall in guter Qualität an.

Bei der Begrüßung zeigte sich Bürgermeister Robert Strumberger, der auch die Vorstellung moderierte, sehr zufrieden, dass es in Vöhrenbach mehrere Bewerber gibt und die Bürger somit eine echte Wahl hätten. Denn es sei viel Mut und Tatkraft gefordert – das Amt eines Bürgermeisters werde immer komplexer. Gleichzeitig forderte er an diesem Abend mehrfach dazu auf, unbedingt zur Wahl zu gehen. Denn eine gute Wahlbeteiligung und damit auch entsprechend viele Stimmen für den jeweiligen Kandidaten gäben dem künftigen Bürgermeister von Anfang an Rückhalt.

Es folgte die Einzelvorstellung der beiden Kandidaten, wozu jeweils der andere den Saal verlassen musste. Dabei schilderten Patrick Hellenschmidt und Heiko Wehrle jeweils die Punkte, die sie schon im Wahlkampf bei verschiedenen Gelegenheiten deutlich gemacht hatten.

Von Bedeutung dürfte sein, dass beide die entsprechende Ausbildung für das Amt des Bürgermeisters als Diplomverwaltungswirt vorweisen können.

So ging Patrick Hellenschmidt auf seine Vereinsaktivität bei der Feuerwehr ein ebenso auf seine berufliche Tätigkeit bei der Polizei, wo er am gleichen Tag gerade zum Kriminalhauptkommissar ernannt worden war.

Er habe sich sehr gut in Vöhrenbach eingelebt, nicht zuletzt erkennbar an seiner Tätigkeit als Ortsvorsteher für Hammereisenbach. Er machte deutlich, dass er sich den Wünschen und Sorgen der Bürger immer widmen werde. Wesentliche Themen seien für ihn Breitband, Sanierung des Rathauses, Wohnraum für Familien und der Erhalt des Schwimmbades. Ähnliche Positionen vertrat dann auchHeiko Wehrle, der sich allerdings etwas ausführlicher äußerte. Unter anderem lege er Wert darauf, dass er in Vöhrenbach aufgewachsen ist und bis auf kurze Unterbrechungen immer hier gelebt habe. Auch er betonte das offene Ohr für die Bürger, was er auch im Wahlkampf mit seiner Projekttafel deutlich gemacht habe.

Ein häufig genannter Wunsch seien mehr Möglichkeiten für den Wohnungsbau, worauf er ausführlich einging. Aber auch das Schwimmbad, das er selbst mit seiner Familie begeistert nutze als Ort der Begegnung, sei von großer Bedeutung. Weitere Themen waren Breitband, Förderung des Gewerbes oder der Radweg nach Urach.

Bereits im Vorfeld und in der Pause hatten die Bürger die Möglichkeit, Fragen zu formulieren. Diese wurden zufällig aus einer Lostrommel gezogen und sollten von den Kandidaten im Wechsel beantwortet werden.

Bei der Windkraft gehen die Meinungen dann doch auseinander

Bei fast allen Themen waren die Positionen der beiden Bewerber sehr ähnlich und ergänzten sich häufig auch. Einziger kleiner Unterschied war die Frage nach der Zukunft der Windkraft in Vöhrenbach. Patrick Hellenschmidt plädierte für die Windkraft unter der Voraussetzung, dass Naturschutz, Umweltschutz und Schutz der Tiere gesichert seien. Denn der Strom sollte bevorzugt vor Ort erzeugt werden. Heiko Wehrle dagegen machte deutlich, dass er "kein Fan der Windkraft" sei. Er setze eher auf Solarenergie und Wasserkraft. Aber man müsse abwägen und bei der Entscheidung auch die Bevölkerung einbeziehen.

Eigentlich waren es drei Kandidaten für das Amt des Vöhrenbacher Bürgermeisters, die sich am Donnerstagabend in der Festhalle den Bürgern vorstellen wollten. Doch der dritte Kandidat erschien nicht, auch der Aufruf durch Bürgermeister Robert Strumberger brachte hier keinen Erfolg. Dieser Kandidat, Samuel Johannes Speitelsbach aus Ravenstein, ist Dauerkandidat bei zahlreichen Bürgermeisterwahlen. Zumeist tritt er dort aber in den Versammlungen auf und sorgt mit seltsamen Äußerungen und merkwürdigem Verhalten immer wieder für einen Eklat. In Vöhrenbach war er erst gar nicht zur Vorstellung erschienen, der dritte Kandidatentisch konnte daher gleich abgeräumt werden. Und auch die Bewerbervorstellung, die mit 20 Minuten je Kandidat kalkuliert war, wurde dadurch kürzer. Am Ende war in der Versammlung dann auch nur noch von zwei Kandidaten für das Amt des Vöhrenbacher Bürgermeisters die Rede, auch wenn formal der dritte noch auf dem Wahlzettel erscheinen wird.