Da freuen sich die Kinder: Sie haben in ihrem Bewegungspass 20 Unterschriften gesammelt. Jetzt hoffen sie auf einen der Preise. Foto: Christoph Holbein

Rektor Matthias Gayer zieht eine positive Bilanz: Das Projekt Bewegungspass an der Grundschule in Winterlingen war ein Erfolg. Weiterhin gehen Kinder zu Fuß in die Schule.

 
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140 Pässe hatte die Schule im Rahmen des Projektes „SpoSpiTo-Bewegungs-Pass ausgegeben. 99 Pässe kamen mit jeweils 20 Unterschriften zurück. Manche Kinder sammelten sogar mehr Unterschriften und füllten zwei Pässe aus. „Das war bis zum Ende eine Super-Projekt“, sagt deshalb Rektor Matthias Gayer. Vor seiner Winterlinger Grundschule registrierte der Schulleiter „deutlich weniger Verkehr“. Und auch nach Abschluss des Projektes gehen noch immer Schüler zu Fuß in die Schule.

Damit war ein Ziel erreicht: Dass sich die Verkehrssituation vor der Grundschule insgesamt verbessert und weniger Kinder mit dem Auto direkt vor die Eingangstür gefahren werden. Allerdings nehme der Verkehr nach Abschluss des Projektes mittlerweile wieder zu, bedauert der Rektor.

Die Kinder sind ausgeglichener

„Das Verkehrsaufkommen war weniger“, stellt auch Sandra Rauer-Schaudt fest, die in der Klasse drei unterrichtet. Und noch etwas hat sie bemerkt: „Der eine oder andere Schüler kam ausgeglichener in den Unterricht.“ Das bestätigt auch Cornelia Zoller, Lehrerin der Klasse 4b: „Das Laufen hat gut getan. Kinder, die sonst mit dem Auto zur Schule gefahren wurden, waren viel ruhiger und gelassener.“ Auch in ihrer Klasse gibt es Kinder, die nach Abschluss der Aktion Bewegungspass weiterhin laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Und manche Kinder haben dabei festgestellt, dass es gar nicht so weit bis zur Winterlinger Grundschule ist.

„Toll“ findet Stefanie Knaus, Lehrerin in der Klasse 4a, „dass die Kinder zusammen gelaufen sind in Gruppen, auch klassenübergreifend: Ganze Trauben von Kindern sind miteinander zu Fuß unterwegs gewesen.“ Diese Gruppen existieren zum Teil auch nach dem Projekt noch. Allerdings haben auch manche Eltern die Teilnahme ihrer Kinder während des Bewegungspasses abgebrochen – zumeist aus organisatorischen Gründen. Und es gab die Diskussion, ab welcher Länge des Fußweges zur Schule eine Unterschrift im Bewegungspass gültig ist, wohnen doch manche Kinder in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule.

Es gibt Preise zu gewinnen

Jetzt hoffen die Teilnehmer, dass sie auch noch einen Preis gewinnen, denn alle ausgefüllten Bewegungspässe mit 20 Unterschriften nehmen an einer Verlosung teil. Die glücklichen Gewinner erhalten Gutscheine, einzulösen bei einem Sportgeschäft, oder einen Kinderrucksack oder einen Scooter. Als Anerkennung für seine Teilnahme bekommt jedes Kind eine Urkunde. „Wir werden nächstes Jahr wieder mitmachen“, kündigt Rektor Gayer an. Derweil will er die Verkehrssituation rund um seine Schule beobachten: „Ziel ist, dass auch die Eltern den Vorteil erkennen, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren.“ Im neuen Schuljahr will Gayer schauen, wie nachhaltig sich dieses Vorhaben entwickelt. Das Projekt Bewegungspass jedenfalls habe motiviert und neue Erfahrungen für die Kinder gebracht. Der Rektor will jetzt die Eltern noch einmal zum Thema informieren mit einem Rundschreiben.

Führerschein für die Fußgänger

Die Erstklässler der Winterlinger Grundschule haben derweil betreut von der Verkehrspolizei den Fußgänger-Führerschein absolviert. Dazu sind sie zusammen mit den Verkehrspolizisten durch den Ort gegangen und haben unter anderem Zebrastreifen überquert. „Sie können jetzt alleine zur Schule laufen“, erläutert Claudia Beller, Lehrerin in der Klasse 1a. Auch das sei ein „erster Impuls“, zu Fuß in die Schule zu kommen. Insgesamt sprechen die Lehrerinnen ein großes Lob an die Eltern aus, dass sie ihren Kindern so viel zutrauen und sie in die Schule laufen lassen. Somit ist das Projekt Bewegungspass bei allen „gut angenommen“ worden.