Auf Rettungsmission Foto: Melanie Jilg

Der Autor macht sich Gedanken, wie ein wichtiges Projekt ein Erfolg werden könnte.

War das die Woche der Wahrheit für die Lahrer Innenstadt? Die Verwaltung hat ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das in Öffentlichkeit und Rat viel Beachtung fand. Mehr Grün, weniger Müll, ein Konzept gegen Leerstände und vielleicht auch dauerhaft mehr Parkplätze. Ein Träumchen! Und vor allem ein Schlag ins Gesicht für all jene Nörgler, deren Hauptbeschwerde lautete: „Die Stadt tut ja nichts.“

 

Freilich muss ein solches Paket auch erst einmal umgesetzt werden. Und welche Punkte es beinhaltet – darüber darf weiter diskutiert werden. Da hat nämlich auch der Autor dieser Zeilen, der sich weiterhin mehr Sitzgelegenheiten auf Markt- und Sonnenplatz wünscht, um auch diese Orte zu beleben, offenbar andere Ansichten als die Stadtverwaltung. Es ist nichtsdestotrotz ein Anfang, dem nun viele weitere Schritte folgen müssen.

Wie aufwendig es ist, ein totgesagtes Schwergewicht zu retten, hat ganz Deutschland dieser Tage am Beispiel von Buckelwal Timmy gesehen. Die Expertenmeinungen, was zu tun sei, gingen auseinander. Viele unkten, dem Meeressäuger sei ohnehin nicht mehr zu helfen. Andere packten dennoch an und auch wenn sie zunächst einige Male scheiterten, gelang schlussendlich doch die Rettung.

Und warum? Es war eine private Initiative, die letztlich mit ihrem Konzept das Zünglein an der Waage war. Und so sind wir wieder in Lahr: Die Verantwortlichen in der Verwaltung sind die letzten, die sich sinnvollen Vorschlägen aus der Bevölkerung entgegenstellen. Das zeigen die Veranstaltungen, die in den vergangenen Jahren hinzugekommen sind. Das Rathaus liefert den Rahmen, mit Leben füllen müssen die Lahrer ihre Innenstadt schon selbst.

Das geht am besten, indem man das vorhandene Angebot einfach mal nutzt und nicht so tut, als könnte man in Lahr keinen schönen Einkaufstag mehr verbringen. Ja, es mag früher anders – besser – gewesen sein. Um die Vergangenheit zu trauern, bringt diese aber noch lange nicht zurück.

Die Rettung ist eine Herkules-Aufgabe, kann aber allen Unkenrufen zum Trotz gelingen. Selbst ein gestrandeter Koloss kommt wieder ins Freiwasser – wenn ihn endlich jemand entschlossen anschiebt.

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