Das war’s: Die Straße von Belsen nach Beuren wird nicht mehr für den Autoverkehr hergerichtet. Der Gemeindeverbindungsweg wird in Zukunft nur noch für Radfahrende, Fußgängerinnen und den Forstverkehr zur Verfügung stehen. Foto: Benjamin Breitmaier

Für die abgerutschte Verbindungsstraße gibt es keine Zukunft. In Beuren hätte man sich wenigstens einen Freifahrtschein für Anlieger gewünscht.

Der Gemeinderat von Mössingen hat einstimmig entschieden: Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Belsen und Beuren wird nicht aufwendig saniert. Mindestens 800 000 Euro will sich die Hechinger Nachbarstadt nicht leisten, um den Weg durch das Rutschgebiet im Wald zu sanieren. Der Weg wird in Zukunft nur noch für Radfahrer, Fußgänger und den Forstverkehr freigegeben.

 

Beuren, Hechingens höchstgelegener Stadtteil, wird damit in Zukunft für motorisierte Verkehrsteilnehmer nur noch von Schlatt aus zu erreichen sein.

Mössingen hört nicht auf Beuren

Ortsvorsteherin Tanja Saile ist enttäuscht. „Ich bin lange rumgelaufen und habe fast 200 Unterschriften gesammelt“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Man sieht, dass die Leute die Straße möchten. Fast jeder erwachsene Einwohner von Beuren hat unterschrieben.“ Doch die Beurenerinnen und Beurener wurden in Mössingen nicht erhört.

„Ich verstehe den Mössinger OB Bulander, dass es viel Geld wäre und dass die Kommunen nicht viel übrig haben“, sagt Tanja Saile. „Aber ich hätte mir gewünscht, dass das Regierungspräsidium sich kümmert, weil uns die Straße einfach fehlt.“ Oder alternativ: „Wenigstens eine Anlieger-frei-Straße durch den Wald hätte man doch machen können. Wenn der Weg für Langholzlaster stabil genug ist, dann würde er doch auch ein paar Autos aus Beuren aushalten.“ Mehr als 30 oder 40 Autos pro Tag von Fahrern mit Anwohnerausweis müsste die Straße nach Tanja Sailes Ansicht bestimmt nicht tragen.

Nein, betont die Ortsvorsteherin, „wir sind deshalb mit Mössingen nicht verkracht“. Man verstehe den Standpunkt der Nachbarstadt und sei weiterhin in gutem Kontakt. Negative Auswirkungen auf Beuren befürchtet Tanja Saile indes schon: „Die Zahl der Ausflügler wird zurückgehen, und darunter leidet unsere Gastronomie.“

Bürgermeister sind in „engem und guten Austausch“

Eine Kostenbeteiligung der Stadt Hechingen an einer möglichen Sanierung, wie sie aus dem Mössinger Gemeinderat angeregt wurde, ist derweil weiterhin kein Thema. „Die Stadt Mössingen“, so lässt das Hechinger Rathaus auf Anfrage unserer Redaktion wissen, „ist alleiniger Straßenbaulastträger. Eine Anfrage der Stadtverwaltung Mössingen an die Stadtverwaltung Hechingen nach einer Mitfinanzierung in einer bestimmten Höhe liegt nicht vor.“ Angesichts der anhaltenden Rutschgefahr, die das geologische Gutachten bestätige, dränge sich auch die Frage nach einer freiwilligen Kostenbeteiligung durch die Stadt Hechingen „aus rationalen Gründen derzeit nicht auf.“ Ungeachtet dessen seien Mössingens OB Bulander und Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn „in einem engen und guten nachbarschaftlichen Austausch“ über das Thema.