Eine Schranke verhindert den Zutritt zum Bettlinsbad. Foto: Siegmeier

So groß die Freude über die Öffnung für den "To-go-Verkauf" beim Bettlinsbad Anfang des Monats war, so groß ist nun, nicht nur bei Wanderern, die Enttäuschung darüber, dass die Pforten ab sofort geschlossen bleiben.

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Rottweil - Unverrichteter Dinge und mit knurrendem Magen zog am Wochenende so mancher Wanderer kopfschüttelnd am Bettlinsbad weiter. Die Pforten waren geschlossen, eine Schranke mit dem Schild "Privatgelände" versperrte den Zutritt. Rote Wurst, Kuchen und Getränke suchte man hier vergebens.

Doch was war geschehen? "Ich habe eine Strafanzeige erhalten", erzählt Bettlinsbad-Wirtin Marianne Burgbacher auf Nachfrage, noch immer sichtlich bewegt von den Ereignissen der vergangenen Tage.

Anfang Mai hatte sie den Verkauf "to go" wieder eröffnet und viel Zulauf von Wanderern, Radlern und Spaziergängern erhalten. "Ich war glücklich, dass die Leute das Angebot wieder mit so großer Wertschätzung angenommen haben und auch die Gäste waren glücklich", sagt sie. Rings um das Gelände suchten sich die meisten einen Platz, manche gingen oder fuhren auch weiter, denn der Müll und die leeren Flaschen konnten bei den verschiedenen, einige hundert Meter von Gelände entfernt, installierten Abgabestationen zurückgelassen werden. "Wir hatten uns das extra so überlegt, damit die Leute weiterlaufen", erklärt Burgbacher.

Von der Polizei kontrolliert

Doch am Donnerstag wurde sie aufgrund einer Strafanzeige von der Polizei kontrolliert. "Mit drei Streifenwagen kamen sie", sagt Burgbacher, betont aber, dass die Beamten sehr freundlich gewesen seien, ihr aber aufgrund der Anzeige eine Verwarnung ausgesprochen hätten. Zu viele Leute hätten offenbar auf dem Gelände die Speisen verzehrt, was aufgrund der Vorschriften im Moment eben verboten sei.

"Die meisten hatten sich aber all die Tage an die Vorgaben gehalten", so Burgbacher. Security komme für sie nicht in Frage. Der Donnerstagsverkauf sei dann zunächst normal weitergelaufen, eine weitere Kontrolle erfolgte, erzählt die Wirtin. Am Abend habe sie dann aber gemeinsam mit ihrer Familie entschieden, den Verkauf bis auf weiteres geschlossen zu halten. "Wir öffnen wieder, wenn die Biergärten offiziell den Betrieb aufnehmen dürfen", lässt sie wissen. Die Enttäuschung ist ihr anzumerken, unterkriegen lässt sie sich aber nicht. "Es gibt viele Leute, die uns unterstützen und uns die Kraft geben nach vorne zu schauen", sagt sie hoffnungsvoll.

Keine sofortige Schließung angeordnet

Die Polizei habe im übrigen keine sofortige Schließung angeordnet, sondern lediglich eine Verwarnung ausgesprochen und sie dazu aufgefordert, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. "Doch das ist wirklich schwierig. Deswegen war es meine Entscheidung, vorläufig zuzulassen", betont Burgbacher wohl wissend mit der Entscheidung auch viele zu enttäuschen. Sie und ihre Familie hoffen nun auf bald sinkende Inzidenzen und einen Biergartenbetrieb, wie die Gäste ihn kennen und schätzen.

Auch in den sozialen Medien wurde die Entscheidung gestern vielfach bedauert und viel Unverständnis geäußert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: