Der frühere Kryptounternehmer Sam Bankman-Fried ist zu spät als Betrüger entlarvt worden, meint unser Kommentator Thomas Spang.
Der Schuldspruch von Manhattan entzaubert den Gründer der bankrotten Kryptowährungsbörse FTX, Sam Bankman-Fried, als ganz gewöhnlichen Betrüger. Im Unterschied zu den Risikokapitalgebern im Silicon Valley, seinen Claqueuren in den Medien und renditehungrigen Kleinanlegern durchschaute die Jury in New York das simple Geschäftsmodell des S.B.F. ohne Mühe. Wie andere Finanzkriminelle vor ihm, hatte sich der 31-Jährige bei den Einlagen und Investitionen für eigene Zwecke bedient. Er finanzierte damit auch einen Lebensstil in Saus und Braus auf den Bahamas. Er täuschte seine Kapitalgeber mit gefälschten Bilanzen und kultivierte das Image des genialen Nonkonformisten. Die Blase platzte, als die Kryptowährungen auf Talfahrt gingen und FTX gegenüber den Kunden den Offenbarungseid leisten mussten.
Da dies nicht das erste Mal ist, dass ein Blender hoch bezahlte Experten und clevere Anleger hinters Licht führte, deutet dies auf einen Fehler im System hin. Bankman-Fried stürzt schneller ab, als er aufgestiegen war. Und sieht im tiefen Abgrund der schnöden Gier 115 Jahren hinter Gittern entgegen – von wegen Weltenretter.