Der Krankenpflege-Förderverein hatte zum Thema Betrug am Telefon und Enkeltrick eingeladen.
Sie sind alle da: Der unerbittliche Kommissar, der bei der Kaution Druck macht, damit die verunglückte Enkelin nicht ins Gefängnis muss, der Internet-Romeo, charmant und wohlhabend, derzeit jedoch leider etwas klamm, der kompetente Bankmitarbeiter, der zur Sicherheitsüberprüfung nur mal eben das Passwort zum Online-Banking braucht und der besorgte Polizeibeamte, der dringend dazu rät, Wertsachen und Geld bei ihm in Verwahrung zu geben. Wir alle können ihnen begegnen, wenn das Telefon klingelt.
Eines ist allen gemeinsam: Sie sind skrupellose Betrüger, die es auf das Geld ihrer Opfer abgesehen haben, und dafür ziehen sie alle Register. Die Welle der Schock- und Betrugsanrufe ist für verunsicherte Senioren, und nicht nur für sie, ein brenzliges Thema, bei dem sie sich hilflos fühlen.
Selbst geschriebene Szenen
Der Krankenpflege-Förderverein Waldmössingen hatte reagiert und zum Informationsnachmittag ins Gemeindehaus eingeladen. Die Theatergruppe Generationshaus Linde 13 aus Oberndorf und die Erste Polizei-Hauptwachtmeisterin Sonja Matschke vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Konstanz wollten zeigen, welche Maschen die Betrüger anwenden und wie man sie erkennt. Enkeltrick, Schockanrufe und Liebesbetrug, warum lassen sich gutgläubige Menschen überrumpeln?
In vier selbst geschriebenen Spielszenen stellten die Schauspieler die Maschen vor. Was ist bei einem solchen Anruf zu tun oder eben nicht, und warum sollte man, wenn man doch hereingefallen ist, ohne falsche Scham die Polizei einschalten? Die Zuhörer erfuhren unter anderem, dass die Polizei niemals unter der Nummer 110 anruft, Bankmitarbeiter niemals am Telefon nach Passwörtern fragen, und Polizisten niemals Wertsachen an der Wohnungstür abholen.
Misstrauen angebracht
Wer einen Betrüger in der Leitung hat, sollte auflegen und sofort die Polizei verständigen. Misstrauen ist immer angebracht, aber in Panik sollte man nicht geraten. Auch ein schlichtes „Ja“ am Telefon bedeutet nicht, dass man seine Zustimmung zu irgendwelchen Verträgen gegeben hat, dazu bedarf es etwas Schriftlichem.
Sonja Matschke erläuterte zwischendurch gründlich die Spielszenen, konnte viele Fragen beantworten und so zur Beruhigung beitragen. Rat suchen kann man außerdem beim Referat Prävention der Polizeidirektion Rottweil. Und sage niemand, so etwas könne ihm nicht passieren. Ein Telefon hat jeder.
So mancher fühlte sich nach diesem informativen Nachmittag besser gewappnet gegen die Maschen der Telefonbetrüger. Und die geben schnell auf, wenn sie merken, dass nichts zu holen ist.