Nur nicht tiefer einsteigen, wenn man so seine SMS bekommt: Diese Betrugsmasche grassiert seit den Osterfeiertagen verstärkt in der Region um Donaueschingen. Foto: Lou Awe

Der fiese Betrug schleicht sich als SMS heran, mit einer vermeintlichen Paketbenachtrichtigung, die sich als Phishing-Botschaft entpuppt. Wer auf den Link clickt, lädt sich eine schädliche Software aufs Handy.

Donaueschingen - Der fiese Betrug schleicht sich per SMS heran und löst im ersten Reflex eine Mischung aus Überraschung und Verwunderung aus. "Hallo, Ihr Paket steht noch aus. Bestätigen Sie Ihre Angaben hier" ist dann zu lesen oder "Ihr Paket wird heute zurückgesendet. Letzte Möglichkeit es abzuholen". Auch wenn die Botschaft variiert, entscheidend ist der blau unterlegte Internetlink. "Klick mich", suggeriert die Nachricht und fügt, wenn man die Aufforderungen ausführt, mutmaßlich dem Nutzer einen Schaden zu. Diese Betrugsmasche macht auch in Donaueschingen die Runde.

Bei diesen SMS handelt es sich um Phishing-Botschaften. Als Phishing wird die Beschaffung persönlicher Daten anderer Personen wie Passwörter oder Kreditkartennummern mit gefälschten E-Mails oder Websites bezeichnet. "Die Masche ist nicht wirklich neu", sagt Erich Nolte von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er fungiert dort als Fach- und Rechtsberater im Bereich "Digitale Welt". Neu sei allerdings, dass die Köder per SMS ausgeworfen werden. Nach seiner Einschätzung hat diese Betrugsmasche kurz nach den Ostertagen begonnen. Inzwischen häufen sich die Anrufe der Verbraucher.

Nicht von ungefähr baue sich die Falle in Zusammenhang mit einer Online-Bestellung auf. Online-Shopping boome, seit die Pandemie den stationären Einkauf stark einschränkt. Und manch einer habe gerade gleich mehrere Paketbestellungen am Laufen, sodass der kurzzeitig fehlende Überblick zu einem fatalen Click führen könnte.

"Tippen Sie unter keinen Umständen auf den Link"

"Die Folgen sind nicht abschätzbar", ergänzt der Verbraucherschützer. Wer auf der verlinkten Website landet, lädt sich eine schädliche Software auf sein Handy. "Wir gehen da stets von einer starken Gefährdung aus", betont Nolte. Die Phishing-SMS öffne das Smartphone für ­Kriminelle und biete mannigfache Möglichkeiten, Daten auszuspähen.

Von einer weit verbreiteten Betrugsmasche sprach auf Anfrage Dieter Popp, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Er vermutet, es könnte sich bei dem Link um eine Abofalle handeln. Eventuell schwierig sei es für den Handy-Nutzer, diese betrügerischen SMS von solchen der seriösen Paketdiensten zu unterscheiden. Die seriösen Paketzusteller informierten auf ihren Internetseiten über die gefälschten Paket-Zustellungs-Infos.

Vor Fake-SMS warnt das Landeskriminalamt. "Tippen Sie unter keinen Umständen auf den Link", sagt Jürgen Glodek von der Stabsstelle ­Öffentlichkeit. Sobald der Link geklickt wurde, werde eine Schadsoftware auf das Handy gespielt. Mit dieser könne das Smartphone ferngesteuert werden. Zudem könne eine SMS-Flutwelle ausgelöst werden. Wer die Nachricht bekommt, solle sie löschen und keinesfalls die Installation einer App erlauben, wenn das Telefon dies ­erfragt. Zudem sollte durch den Mobilfunkanbieter eine Drittanbieter-Sperre eingerichtet werden.

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