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Betrug in Bisingen? 41-Jähriger kauft trotz leeren Bankkontos ein

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Taschen leer, Gürtel enger schnallen: Vor dem Amtsgericht muss sich ein Mann wegen Betrugs verantworten, weil er ein teures Geschenk gekauft, aber kein Geld dafür hatte. (Symbolfoto) Foto: Djurin

Seit Jahren ist der Angeklagte pleite, aber seiner Tochter wollte er vergangenes Jahr trotzdem eine Reithose zu Weihnachten schenken. Es wurde etwas mehr: 168 Euro. Die EC-Karte war nicht gedeckt. Betrug nennt das der Staatsanwalt. Wie der Prozess verlief? Das steht in unserem (SB+)Artikel.

Hechingen/Bisingen - Wie so oft, wenn im kleinen Saal des Gerichts-Nebengebäudes die relativ kleinen Fälle verhandelt werden, bleibt man am Ende als Zuschauer ratlos zurück.

Auf der einen Seite ist da der 41-jährige Mann, der in einem Bisinger Handelsgeschäft per Karte eingekauft hat, obwohl das Konto völlig leer war. Für das Geschäft sehr ärgerlich, das auf diesem Schaden wohl sitzen bleibt. Damit so etwas nicht Schule macht, wurde der 41-Jährige wegen Betrug angeklagt.

"Ich habe einfach kein Geld"

Seine Erklärung: Wenige Tage vor dem Einkauf sei noch Geld auf dem Konto gewesen, und im Geschäft habe der Einkauf per Karte tadellos funktioniert. Er habe gedacht, wenn die Karte akzeptiert wird, sei auch noch Geld da. Und dass ihm das Geschäft dann noch eine Rechnung geschickt habe, an so einen Brief könne er sich nicht erinnern. Und später sei er schlicht nicht mehr in der Lage gewesen, den Betrag zu zahlen. "Ich habe einfach kein Geld", so der Angeklagte.

Nicht schwer zu glauben bei damals bereits bestehenden 14.000 Euro Mietschulden und einem Einkommen aus der Rente der Frau und Kindergeld, das fast schon für die einfachsten Alltagsanschaffungen kaum reichen kann.

Ihm sei halt auch alles etwas über den Kopf gewachsen, so der Angeklagte, "und ich war auch oft im Krankenhaus". Und als er erzählt, wie er in diese Lage kam, stockt einem schon der Atem. Denn der Mann, Vater von drei Kindern, hat bis vor einigen Jahren ganz normal gearbeitet. Dann wurde eine Herzkrankheit festgestellt. Immer wieder wurden neue Stents eingesetzt.

Dann habe zuerst der Arbeitgeber nicht mehr bezahlen wollen, dann bekam er Rente, die aber vor drei Jahren wieder versagt wurde. Hier blieben die Hintergründe unklar. Die Ehefrau scheint ebenfalls erwerbsbehindert zu sein, sie bezieht eine kleine Rente. Fakt aber ist, dass ab da der Weg in die Schuldenfalle begann. Mietzahlungen unterblieben, mehrere Umzüge. "Wissen Sie, wenn Sie in so einer Lage sind, da öffnen Sie auch nicht mehr jeden Brief", bekannte er offen.

Natürlich kommt da Mitleid auf. Aber dann liest die Richterin aus dem Strafregister vor, und man erfährt, dass in den vergangenen Jahren einige Verurteilungen wegen Betrugs aufgelaufen sind.

Der Staatsanwalt will den Fall nicht bagatellisieren

Auch schon in der Zeit vor dem Vorfall mit der Reithose. Der Staatsanwalt scheint jedenfalls nicht gewillt, hier einfach einen Bagatellfall zu sehen. Umso mehr, weil er beim Angeklagten keinerlei Einsicht in eigenes Fehlverhalten erkennen kann.

Da in der Verhandlung nicht zu klären war, wie die Zahlung im Bisinger Geschäft genau ablief und ob der Angeklagte wissen musste, dass das pure Akzeptieren der Kartenzahlung nicht bedeutet, dass auch wirklich was auf dem Konto ist und der Händler sein Geld sehen wird, musste ein weiterer Verhandlungstag angesetzt werden. Dann wird die Angestellte des Geschäfts als Zeugin vernommen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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