Der Betriebshof ist gut ausgerüstet. Dieser Lastwagen verstärkt seit Ende 2019 den Fuhrpark. (Archivfoto) Foto: Stadt Rottweil

Kritik und Lob für den Betriebshof. Nowack fordert: Auf Salz weitgehend verzichten. 

Es ist ein Thema, das die Menschen in jedem schneereichen Winter bewegt: der Räumdienst. Nachdem Rottweil diesmal besonders viel von der weißen Pracht abbekommen hat, kam das Thema am Mittwoch im Gemeinderat zur Sprache. Es gab Kritik – aber auch Lob.

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Rottweil - Stadtrat Hermann Breucha (Freie Wähler) nutzte unter "Verschiedenes" die Gelegenheit, um Klagen von Bürgern vorzubringen, die an ihn herangetragen wurden. Diese seien vor allem aus dem Gebiet Geigenrain gekommen, wo schlecht oder erst spät geräumt worden sei. Dagegen sei das neue Baugebiet Spitalhöhe besonders gut geräumt worden. Hier bemängelten einige Bürger laut Breucha eine Ungleichbehandlung. Außerdem seien die Bushaltestellen erst sehr spät vom Schnee befreit gewesen und die Streukisten teilweise nicht aufgestellt oder nicht gefüllt worden. An den Landkreis sei von Seiten der Stadt außerdem ein Hinweis angebracht, dass Alba den Müll auch in solch einer Situation möglichst plangemäß entsorgt.

Dank an Mitarbeiter des Betriebshofs

Bürgermeister Christian Ruf zeigte sich dankbar, dass Breucha das Thema Schneeräumung anspricht – das gebe ihm Gelegenheit, den Mitarbeitern des Betriebshofs in der öffentlichen Sitzung ausdrücklich zu danken. Sie seien rund um die Uhr im Einsatz gewesen – an der Grenze des arbeitsrechtlich noch Machbaren, betonte Ruf. Man schaue, dass – unter Berücksichtigung der Prioritätenliste der zu räumenden Straßen – jeder gleichmäßig bedient werde. Dies sei schwierig, wenn bei den extremen Schneefällen die Straßen sehr schnell wieder zuschneien. Bushaltestelle seien in der Prioritätsstufe zwei angesiedelt und würden geräumt, sobald es dann eben geht. In der Tat seien "Nachfragen" von Bürgern in "nicht unerheblichem Ausmaß" auch bei der Stadt eingegangen, berichtete Ruf.

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Hubert Nowack von den Grünen dankte dem Betriebshof ebenfalls für den großen Einsatz. Er brachte jedoch die Forderung vor, dass auf den Einsatz von Salz künftig nach Möglichkeit verzichtet werden sollte. Dies schädige die Umwelt, verändere den Nährstoffhaushalt des Bodens, sei schlecht für die Tiere und sorge auch für Korrosion bei den Fahrzeugen. Außerdem schlug er eine Bresche für die Fußgänger. Im Vergleich zu den Straßen seien Gehwege teilweise nur schlecht geräumt, gerade bei den Zuwegen in die Stadt wie zum Beispiel in der Eisenbahnstraße.

Arbeit durch parkende Autos erschwert

Oberbürgermeister Ralf Broß konnte die Einschätzung, was die Gehwege betrifft, nicht teilen. Im Übrigen bat auch er um Verständnis für den Betriebshof, dem zudem nicht selten die Arbeit durch parkende Autos erschwert werde. Die schweren Schneefälle hätten nicht nur in Rottweil, sondern auch andernorts zu Problemen geführt.

Und man wisse freilich um die Wirkung von Salz, so Broß, doch der Einsatz sei unabdingbar, um die Verkehrssicherheitspflicht zu gewährleisten. Sonst herrsche "Chaos".

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