Im Gewerbegebiet in Kürzell werden die Backwaren produziert. Foto: Astrid Heitzmann

Gestiegene Energiekosten, Personalkosten allgemeine Betriebskosten: Die Bäckerei Heitzmann mit dem grün-gelben Logo ist zahlungsunfähig. Noch läuft der Betrieb weiter, wie lange, ist jedoch unklar. Die Inhaber wollten sich nicht äußern.

Die Meißenheimer und Kürzeller verlieren womöglich eine Möglichkeit, bei sich vor Ort einzukaufen: Die Bäckerei Heitzmann mit dem grün-gelben Logo ist insolvent. In vier Filialen – einem Hauptgeschäft in Kürzell, einer Filiale am Bahnhof in Lahr, einer Filiale in Meißenheim im Heimburger Haus und einer Filiale in Heiligenzell im Norma-Markt – verkauft das Familienunternehmen aus Kürzell seinen Kunden seit Jahren täglich frische Backwaren: Brot und Brötchen, süße Stücke, Partygebäck und Kaffeespezialitäten wandern über die Ladentheke.

Produziert wird in den Produktionshallen im Gewerbegebiet von Kürzell. Nun ist die Firma mit Inhaber Dominik Heitzmann, der die Geschäfte laut Webseite in vierter Generation führt, insolvent, wie Martin Mildenberger, vorläufiger Insolvenzverwalter, auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt. Er ist Rechtsanwalt in der Kanzlei Mildenberger, Lusch und Partner aus Offenburg.

Die Energiekosten, Personalkosten und die steigenden allgemeinen Betriebskosten nennt Mildenberger als Gründe dafür, dass das Unternehmen „so nicht weitermachen konnte“. Angefangen hätten die Probleme mit Beginn des Ukrainekriegs. „Das hat Bäckereien besonders stark belastet“, erklärt er. Noch läuft der Betrieb in der Bäckerei Heitzmann, wie lange noch, sei aber unklar. „Das ist eine enorme psychische Belastung für den Inhaber und auch für die Mitarbeiter“, sagt Martin Mildenberger.

Ortsvorsteher hofft auf Nachfolger

Das Regelinsolvenzverfahren wird am Freitag, 1. September, eröffnet. Die insgesamt 22 Mitarbeiter verlieren, sollte sich kein anderer Betrieb finden, der die Standorte gegebenenfalls übernimmt, ihren Arbeitsplatz. Ein möglicher Interessent sei Amadeus Heitzmann, der Geschäftsführer der Bäckerei Heitzmann mit dem blau-gelben Logo und mit mehr als 100 Fachgeschäften. „Er interessiert sich dafür. Ob es wirklich klappt, weiß ich natürlich nicht“, erklärt der Vorläufige Insolvenzverwalter.

Das Hauptgeschäft befindet sich in der Kürzeller Hauptstraße. Foto: Astrid Heitzmann

Bestürzt zeigt sich im Gespräch Kürzells Ortsvorsteher Hugo Wingert. „Das ist natürlich traurig. Wir verlieren wieder eine Einkaufsmöglichkeit in unserem Ort“, sagt Wingert. Auch Arbeitsplätze würden verloren gehen. Er hoffe, dass sich jemand finde, der die Filialen in Kürzell und Meißenheim übernehme. Von den Inhabern konnte die LZ keine Auskunft erhalten. „Wir wollen uns nicht äußern“, erklärt Doris Heitzmann auf Nachfrage unserer Redaktion.

Familienunternehmen wurde 1906 gegründet

Die Bäckerei Heitzmann wurde 1906 von Leopold Heitzmann in der Kürzeller Älterstraße gegründet, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. 1948 habe Ludwig Heitzmann zusammen mit seiner Frau Ida als ältester Sohn die Bäckerei übernommen. Er modernisierte die Backstube und das Ladengeschäft. In dritter Generation übernahm 1982 Siegfried Heitzmann zusammen mit seiner Frau Doris die Bäckerei. „Durch die Belieferung von Firmen, Seniorenzentren, Schulen und Gastronomiebetrieben wuchs die Bäckerei weiter zu einem erfolgreichen Unternehmen heran“, heißt es. Dominik Heitzmann ist als Inhaber zusammen mit seiner Familie die vierte Generation in der Fortführung des Familienbetriebs.