So soll das Pflegeheim von Siloah in Schömberg aussehen. Foto: Architekturbüro Roger Strauß

Es hat lange gedauert, bis alles weitgehend in trockenen Tüchern war. Bald sollen die Bauarbeiten für ein Pflegeheim in Schömbergs Neuer Mitte beginnen. Der Bauantrag ist gestellt. Jetzt beschäftigt sich das Landratsamt mit dem Vorhaben.

Bauherr des neuen Pflegeheims im Zentrum von Schömberg ist der Evangelische Diakonissenverein Siloah mit Sitz in Pforzheim. Projektarchitektin Claudia Vogel stellte am Dienstagabend im Schömberger Gemeinderat die Planungen vor. Sie räumte ein, dass der Bau angesichts der Hanglage nicht einfach sei. Das Gebäude werde relativ weit weg von der Brunnenstraße errichtet, sagte sie. Sie sprach von einer kleinteiligen Bebauung. Siloah ging damit auf Anregungen aus dem Gemeinderat ein, der die ursprünglichen Planungen als zu massiv abgelehnt hatte.

 

Kapazität Vorgesehen sind fünf Pflegewohngruppen für insgesamt 73 Personen, verteilt auf das Erd-, das erste und das zweite Obergeschoss, heißt es in der Vorlage zur Gemeinderatssitzung. Das dritte Obergeschoss bietet Platz für 18 betreute Wohnungen. Diese haben ein bis drei Zimmer und Grundflächen von 35 bis 70 Quadratmeter. Die ursprünglich vorgesehene Tagespflege entfällt. Die einzelnen Pflegegruppen sind getrennt. Dadurch sollen Wohngemeinschaften mit einer Bezugsperson entstehen, so Architektin Vogel. Dort sollen die Bewohner zum Beispiel zusammen kochen.

Stellplätze In der Tiefgarage sind pro betreute Wohneinheit je ein Stellplatz und weitere fünf Stellplätze für die Pflegegruppen eingeplant. Insgesamt werden 44 Stellplätze, davon vier Behindertenparkplätze, ausgewiesen. Weitere drei Stellplätze sind auf dem Vorplatz eingeplant, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung.

Zusätzliche Räume Außerdem soll es ein Café und einen Andachtsraum geben, informierte Architektin Vogel. Darüber hinaus ist nach ihren Worten ein Hotelzimmer geplant, in dem Gäste untergebracht werden, die aus größerer Entfernung zu Besuch kommen.Das Flachdach wird begrünt und eine PV-Anlage montiert. „Es wird eine richtig, große Baustelle“, sagte Vogel.

Kleinere Einheiten

Konzept Siloah-Geschäftsführer Ulrich Schulze sagte in der Ratssitzung, dass es mittlerweile einen Trend hin zu kleineren Einheiten gehe. Die Bewohner sollen am Alltag teilnehmen. Es habe sich gezeigt, dass die Menschen dadurch gesünder blieben. Wenn sie dagegen in einem Raum mit 40 Personen seien, würden sie überfordert, sagte Schulze. Er räumte ein, dass Siloah in bereits bestehenden Häusern noch nicht so weit sei.

Weiteres Vorgehen Schulze geht davon aus, dass die Plätze schnell belegt würden. Er versicherte, die Bevölkerung ständig über das Vorhaben zu informieren: „Der Bauantrag ist gestellt.“ Parallel dazu läuft das Bebauungsplanverfahren, wie Siloah am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte.

Mehr als 20 Millionen Euro an Kosten

Kosten Bei den Kosten geht Schulze inzwischen von mehr als 20 Millionen Euro aus, wie er in der Ratssitzung mitteilte.

Diskussion Schulze bedankte sich für den großen Rückhalt für das Projekt, den es im Ort gebe. CDU-Gemeinderat Joachim Zillinger sagte, dass die Bedeutung des Vorhabens gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. „Alles ist aus einem Guss“, lobte er. Zillinger würdigte den Willen zur Kooperation von Siloah und sprach von einem rundum gelungenen Planungskonzept. Gemeinderat Jörg Krax (MUZ) bedankte sich für die Geduld. Siloah habe die Anregungen aus dem Gemeinderat aufgenommen. Schulze antwortete, dass Siloah den Input aus dem Gemeinderat positiv aufgenommen habe. Die größte Verzögerung habe die Corona-Pandemie verursacht.

Tino Bayer (UWV) fragte, ob es genügend Fachkräfte für das Pflegeheim gebe. Außerdem wollte er wissen, ob die 18 Wohneinheiten vermietet würden oder auch gekauft werden dürfen. Schulze antwortete, dass Siloah keine Schwierigkeiten habe, genügend Mitarbeiter zu bekommen: „Die Vergütung ist attraktiv.“ Außerdem werde Siloah Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Er geht davon aus, dass im Pflegeheim 70 bis 80 Mitarbeiter beschäftigt werden. Zu Bayers Frage, ob die Wohnungen vermietet oder verkauft würden, antwortete Schulze, dass sie vermietet würden.

Zeitplan UWV-Fraktionschef Gerold Kraft hofft, dass alles klappe, wie angedacht und in eineinhalb bis zwei Jahren die Einweihung gefeiert werde. Bürgermeister Matthias Leyn sagte, dass sich momentan das Landratsamt mit dem Vorhaben beschäftigt. Er hofft auf eine rasche Entscheidung. Der Gemeinderat stimmte dem Bauvorhaben einstimmig zu.