Bad Teinach-Zavelstein hat drei Kindergärten. So sieht der Trend bei den Kinderzahlen in den nächsten Jahren aus. Dieser hat Auswirkung auf die Kapazitäten.
Wie entwickelt sich der Bedarf in den drei Kindergärten in Bad Teinach-Zavelstein? Die Zahlen zeigen einen Trend.
Demnach sind die drei Kindergärten momentan noch gut belegt, weil derzeit noch geburtenstarke Jahrgänge in den Einrichtungen sind. Dann allerdings gehen die Zahlen langsam nach unten. Das sagte Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.
Der größte Kindergarten ist derjenige in Sommenhardt. Dort gibt es drei Gruppen. Laut Betriebserlaubnis dürfen bis zu 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. Es sind jeweils 25 pro Gruppe.
Während der Bedarf mit einigen Schwankungen auf 64 Mitte 2027 ansteigen soll (Stand Februar/März 2026) geht er anschließend wohl langsam zurück.
Das Gleiche gilt für den Kindergarten in Emberg. Dort sind zwei Gruppen. Laut Betriebserlaubnis dürfen dort bis zu 48 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. Hier steigen die Zahlen bis Mitte 2027 auf 47, um wie in Sommenhardt allmählich wieder zurückzugehen.
Im Kindergarten Zavelstein in kirchlicher Trägerschaft mit einer Gruppe dürfen 24 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. Er wird in den nächsten Jahren bis 2028 weitgehend ausgelastet sein.
Insgesamt würden somit Überkapazitäten entstehen, so Rathauschef Wendel.
Derzeit stehen in Bad Teinach-Zavelstein 147 Plätze für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sowie 20 Krippenplätze (Kinder im Alter von null bis drei Jahren) zur Verfügung.
Bei Krisen gibt es weniger Geburten
Für die zurückgehenden Kinderzahlen hat Wendel angesichts der Krisen in der Welt eine Erklärung: „Krisenjahre sind schwache Geburtenjahre.“ Auch 2010 seien angesichts der Finanzkrise weniger Kinder geboren worden, erinnerte Wendel. Klären will die Stadt noch, wie hoch der Bedarf für eine verlängerte Öffnungszeit plus (VÖ-Plus) ist. Das bedeutet eine Betreuungszeit von bis zu sieben zusammenhängenden Stunden, während es bei einer verlängerten Öffnungszeit (VÖ) lediglich sechs Stunden sind.
VÖ-Plus koste die Stadt 25 Prozent mehr als VÖ, gab Wendel zu bedenken. Ab sieben Stunden sei ein Schichtdienst erforderlich. Hier sei eine Vorlaufzeit erforderlich, um dieses Modell einzurichten.
Grundsätzlich meinte Wendel, dass die Stadt bei der Kinderbetreuung momentan auf ruhiger See sei: „Es funktioniert räumlich und personell. Immer wenn ich nichts höre, funktioniert es gut, und ich höre nichts.“
Keine Fachkräfte nötig
Im Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler eingeführt. Er gilt 2026/2027 zunächst für Erstklässler. Laut einer groben Schätzung der Stadtverwaltung könnten acht bis zehn Plätze notwendig sein. In den darauffolgenden Jahren wird dieser Rechtsanspruch auf die weiteren Klassenstufen in der Grundschule ausgeweitet. Folglich haben ab dem Schuljahr 2029/2030 alle Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. Zum dazu notwendigen Personal meinte Wendel: „Es müssen keine Fachkräfte sein.“