Noch reichen die Betreuungsplätze in den Schömberger Kindergärten aus. Stark gefragt sind Plätze in Krippen und für Kinder unter drei Jahren. Es gibt teilweise Wartelisten. Kopfschmerzen bereitet den Eltern eine mögliche weitere Erhöhung der Kitagebühren.
Schömbergs Hauptamtsleiterin Alina Mundi gab in der jüngsten Sitzung des Schömberger Gemeinderates einen Überblick über die Situation bei den Finanzen und bei der Betreuung in den Kindertagesstätten.
Kindertagesstätten Die Kindertagesstätte Am Eulenbächle an der Brunnenstraße in Schömberg ist nach derzeitigem Stand mit ihren 109 Plätzen bis 2026 ausgelastet. Die Villa Kinderbunt (69 Plätze) in Schömberg ist in diesem Jahr sogar kurzfristig überbelegt.
Für die Kindertagesstätte Buddelfink (22 Plätze) in Bieselsberg gibt es wohl im nächsten Jahr eine Überbelegung. In der Rappelkiste (101 Plätze) in Langenbrand gilt dies wahrscheinlich sogar für dieses und nächstes Jahr. Das Rabennest (33 Plätze) in Oberlengenhardt ist wohl nächstes Jahr überbelegt. 2024 und 2026 gibt es aber noch ein bisschen Luft, teilte Mundi mit. In der Bärenhöhle (40 Plätze) in Schwarzenberg gibt es wohl sogar durchgehend bis 2026 noch ein bisschen Kapazitäten.
Waldkindergarten Bis 2026 wahrscheinlich durchgehend ausgelastet ist dagegen der Waldkindergarten Räubernest (20 Plätze) in Schömberg.
Kindertagespflege Die Kindertagespflege deckt vor allem Betreuungszeiten außerhalb des üblichen Rahmens ab, heißt in der Vorlage zur Gemeinderatssitzung. In Schömberg haben derzeit fünf Personen eine Erlaubnis zur Pflege. Bei acht Plätzen pro Person stehen maximal 40 zur Verfügung. Allerdings dürfen maximal fünf Kinder gleichzeitig anwesend sein. Derzeit betreuen die Pflegepersonen 15 Kinder. Davon sind zwei unter drei Jahre alt.
Eingliederungshilfe Bei körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen haben Eltern die Möglichkeit, beim Landratsamt Eingliederungshilfe zu beantragen. Derzeit ist für neun Kinder eine Eingliederungshilfe bewilligt.
Gesamtübersicht Einschließlich des Waldkindergartens gibt es in den Kindertagesstätten 352 Kindergartenplätze (ab drei Jahren), davon 292 in Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit und 60 Ganztagesplätze. Für Kinder unter drei Jahren stehen 42 Krippenplätze zur Verfügung, davon 22 in der verlängerten Öffnungszeit und 20 in der Ganztagesbetreuung. Hinzu kommen die 40 Plätze in der Kindertagespflege.
Geburten Die Zahl der Geburten war 2021 mit 84 und 2022 mit 91 außerordentlich hoch. Nach Corona fiel die Zahl der Geburten 2023 auf 67. In diesem Jahr kamen bislang elf Kinder, Stand 23. April, auf die Welt.
Bewertung Mundi machte in der Gemeinderatssitzung deutlich, dass die Zahlen eine Momentaufnahme sind. Wegen der unsicheren Entwicklung in den Baugebieten und den Zuzug von Flüchtlingskindern seien Prognosen schwierig, machte sie deutlich.
Beschäftigte Mundi lobte das top qualifizierte Personal in den Einrichtungen. Die Gemeinde bilde in den Kindertagesstätten selbst aus. Es kämen aber auch immer mehr Hilfskräfte zum Einsatz, sonst wäre eine Betreuung auf diesem Niveau nicht möglich. „Die Belastungen sind hoch“, sagte sie.
Bewertung der Qualität Gemeinderätin Ulrike Mayrhofer (CDU) dankte den Betreuungskräften für ihre Arbeit. Trotz Krankheitsausfälle blieben die Kindertagesstätten offen. Die Gemeinde lege großen Wert auf die Kinderbetreuung. Etwa zu Pforzheim lägen keine Welten sondern Universen.
Elternbeiträge Mayrhofer erinnerte in diesem Zusammenhang an den „sehr angespannten Haushalt“. Mit dem Geld werde aber in die Zukunft investiert. Sie klagte über die Politik in Berlin: „Der Bund lässt uns im Regen stehen.“ Sie bat bei den Eltern um Verständnis dafür, wenn die Gemeinde die Gebühren erhöhen müsse, um das Niveau zu halten. Das werde ein schwieriger Kampf.
Gerold Kraft (UWV) stimmte Mayrhofer zu. Er mahnte eine saubere Kommunikation an, um bei den Eltern Verständnis zu wecken: „Wenn wir nur beschließen und nicht kommunizieren, wird es uns auf die Füße fallen.“ Catherina Haessler (MUZ) sprach sich dafür aus, die Kosten fair zu verteilen.
Wie hoch soll die Kostendeckung sein?
In diesem Jahr gibt die Gemeinde Schömberg laut Haushaltsplan für die Kinderbetreuung rund 5,7 Millionen Euro aus. Die Einnahmen liegen bei rund 3,4 Millionen Euro. Die erwarteten Elternentgelte liegen bei rund 570 000 Euro. Das sind rund zehn Prozent der Kosten. Die Kirchen und Landesverbände empfehlen einen Kostendeckungsgrad durch Elternbeiträge in Höhe von 20 Prozent. Der Gemeinderat beschloss zum 1. September 2023 eine Erhöhung der Elternbeiträge um 8,5 Prozent. In diesem Jahr steigen die Entgelte der Eltern zum 1. September noch einmal um 8,5 Prozent. Die Erhöhungen um insgesamt 17 Prozent in einem Zwei-Jahres-Plan erhöhen den Kostendeckungsgrad für das Kita-Jahr 2024/2025 auf fast 11,7 Prozent. Um eine Vergleichbarkeit darzustellen, will die Gemeinde die fiktiven Elternbeiträge bei einer Kostendeckung von 15 Prozent, 20 Prozent und bei einer Volldeckung errechnen lassen.
Luisa Schypulla, Elternbeiratsvorsitzende der Kindertagesstätte Am Eulenbächle, stellte bei der Bürgerfragerunde in der Gemeinderatssitzung fest, dass ein Deckungsgrad von 20 Prozent den Eltern große Bauchschmerzen bereiten würde. Sie fragte, wann sich der Arbeitskreis zu den Kitagebühren treffe. Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn antwortete, dass er nicht sagen könne, ob sich der Arbeitskreis vor oder nach Kommunalwahl im Juni treffe. Die Gemeinde werde aber versuchen, den Arbeitskreis noch vor der Kommunalwahl tagen zu lassen.