Im Schenkenzeller Kindergarten im Äckerhof wird es bald zu eng. Deshalb soll eine zweite Einrichtung kommen. Foto: Herzog

Im Kindergarten St. Luitgard wird’s eng: Deshalb bekommt Schenkenzell eine zweite Einrichtung. Die Abrechnungszahlen für 2020 waren ebenfalls erfreulich – vom Land kam mehr Geld.

Schenkenzell - In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats legte Bürgermeister Bernd Heinzelmann die Abrechnung des Kindergartens für das Jahr 2020 vor. Der zufolge stiegen die Einnahmen der Kommune durch höhere Zahlungen des Landes auf knapp 260.000 Euro. Im Haushalt waren 230.700 Euro eingeplant. Der Anteil der Elternbeiträge lag bei 60.000 Euro, dies waren rund zehn Prozent der Gesamteinnahmen.

Da andererseits beim Abmangel statt der kalkulierten Summe von 200.300 Euro nur 179.300 Euro anfielen, ergaben sich haushaltstechnisch Verbesserungen von rund 50.000 Euro. Nach Auskunft des Bürgermeisters wird dieser Betrag mit bereits angefallenen Sanierungskosten verrechnet.

Ausgaben pro Kind höher

Die statistisch errechneten Gesamtausgaben pro Kind und Jahr haben sich erneut erhöht und betrugen 10.364 Euro. Innerhalb von elf Jahren hat sich dieser Wert damit nahezu verdoppelt. Laut Heinzelmann wurde auf die Bedarfsplanung bereits reagiert und die Betriebserlaubnis geändert, um die steigende Nachfrage nach Krippenplätzen decken zu können. Rein rechnerisch könnten im Ü3- (über drei Jahre) Bereich zum Ende des Kindergartenjahres 2020/21 noch zehn freie Plätze zur Verfügung stehen, aber auch bis zu 20 fehlen. Dies sei abhängig, wie viele U3-Kinder, die je zwei Ü3-Plätze in Anspruch nehmen, in einer altersgemischten Gruppe betreut würden, erläuterte Heinzelmann.

In den Kindergartenjahren 2021/22 und 2022/23 laute das Verhältnis freie Plätze/fehlende Plätze 4/26 und 0/30. Im U3-Bereich könnten bis Juli 2021 zwischen fünf und 20 Plätze fehlen. In diesen Zahlen seien die derzeitigen 18 Flüchtlingskinder enthalten, die alle einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz hätten. Allerdings herrsche dort eine hohe Fluktuation, weshalb die weitere Entwicklung nur schwer vorherzusagen sei. Im September 2020 seien es noch 26 Flüchtlingskinder im Alter bis zu sechs Jahren gewesen.

Entscheidung "war genau richtig"

Zu- und Wegzüge sowie das neue Baugebiet Oberdorf-West seien in der Bedarfsplanung nicht berücksichtigt worden. Letzteres werde sich künftig aber auswirken. "Die erhobenen Zahlen zeigen deutlich, dass sich sowohl im U3- als auch Ü3-Bereich etwas tun muss und wir bei der Kindergartenerweiterung gefordert sind. Die Entscheidung des Gemeinderats, einen zweiten Kindergarten im ehemaligen Grundschulgebäude einzurichten, war genau richtig", bekräftigte Heinzelmann (siehe Infokasten).

Die Kindergarten-Abrechnung sowie die Bedarfsplanung für die kommenden drei Kindergartenjahre nahm der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis.

INFO

Bürgermeister Bernd Heinzelmann gab einen Überblick über den aktuellen Planungsstand zum geplanten neuen Kindergarten, der in der früheren Grundschule eingerichtet werden soll (wir berichteten).

Derzeit werde dafür die Feinplanung erstellt, um alsbald den Bauantrag einreichen zu können. Die Gemeinde hoffe dabei auf eine Förderung aus dem Ausgleichstock, informierte der Bürgermeister.

Geplant sind in der Einrichtung eine Ü3-Gruppe mit 25 Plätzen mit verlängerter Öffnungszeit und eine Krippe mit zehn Plätzen, die beide im Sommer 2022 in Betrieb gehen sollen.

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