Für die Betreuung der Kinder im Kindergarten müssen Eltern künftig mehr bezahlen.Foto: Pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Kindergartengebühren steigen ab September um 2,9 Prozent

Schenkenzell. Eltern müssen für die Betreuung ihrer Kinder ab September 2,9 Prozent mehr bezahlen. Die Anpassung der Kindergartengebühren hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

In der jüngsten Ratssitzung verwies Bürgermeister Bernd Heinzelmann auf die Vorgabe des Landes, wonach mit den Elternbeiträgen etwa 20 Prozent der Betriebsausgaben gedeckt werden sollen. "Wir liegen zwischen zwölf und 14 Prozent. Deshalb sollten wir der Empfehlung der Kommunalen Landesverbände folgen. Auch wenn die Anpassung für die Eltern eine Belastung darstellt", warb der um Zustimmung. Die Erhöhung bleibe erneut bewusst hinter der Entwicklung der tatsächlichen Kostensteigerung zurück, um so den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Einrichtungen und die Elternhäuser gerecht zu werden.

Andererseits dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass die Steuereinnahmen der Kommune wie auch der Kirchen rückläufig seien. Die Gemeinde stecke in der Zwickmühle. Wenn sie für bauliche Maßnahmen Förderanträge ans Regierungspräsidium (RP) Freiburg stelle, werde von dort immer gleich angefragt und geprüft, ob die finanziellen Möglichkeiten bei den Gebühren ausgeschöpft werden. "Wenn wir jetzt bei der vorgeschlagenen Anpassung nicht mitgehen, kann es passieren, dass wir keine Förderung erhalten", verdeutlichte Heinzelmann die Situation.

Andere Kommunen, beispielsweise die Stadt Schramberg, hätten im Vorjahr eine Erhöhung um 1,9 Prozent abgelehnt und müssten jetzt gleich um 4,8 Prozent erhöhen. Kleinere Sprünge seien seiner Meinung nach "besser zu verkraften". Das Kindergartenkuratorium habe sich Anfang Juli mit dem Thema befasst und befürworte die Anpassung ebenfalls.

Außerdem schlug die Verwaltung vor, für die Zeit, in der der Kindergarten im April und Mai wegen der Corona-Pandemie geschlossen hatte, anteilig die bereits abgebuchten Beiträge wieder zu erlassen. Wer die vorgehaltene Notbetreuung in Anspruch genommen hat, müsse die üblichen Elternbeiträge bezahlen. Zunächst sei er davon ausgegangen, dass es eine Kostenbeteiligung des Landes wie zu Beginn des Jahres dieses Mal nicht geben werde. Inzwischen stelle das Land jedoch wieder Unterstützung in Aussicht. Wie hoch sie ist, stehe noch nicht fest, erklärte Heinzelmann. Auch diesem Vorschlag stimmten die Räte einheitlich zu.

Mit der Erhöhung kostet ein Kind monatlich ab 1. September in der Regelgruppe 134 Euro (bisher 130 Euro), zwei Kinder 103 Euro (100), drei Kinder 68 Euro (66) und vier und mehr Kinder jeweils 23 Euro (22). In der Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) steigen die Beiträge ebenfalls zwischen vier und einem Euro. Bei Kindern unter drei Jahre (U3) verteuern sich die Gebühren auf 273 Euro (265), 206 Euro (200), 140 Euro (136) und 58 Euro (56). Die Ganztagesbetreuung für U3-Kinder kostet künftig 471 Euro (458), 352 Euro (342), 227 Euro (221) und 78 Euro (76). Es werden im Jahr elf Monatsbeiträge abgebucht.