Seit die Betreuungseinrichtungen in Pfalzgrafenweiler verlängerte Öffnungszeiten anbieten, ist das Interesse der Eltern daran groß. (Symbolfoto) Foto: dpa/Grubitzsch

Fragestellerinnen zeigen sich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Pfalzgrafenweiler irritiert von der Entscheidung des Gremiums zur Kita am Pfarrweg.

Die Fragestunde für die Einwohner wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in Pfalzgrafenweiler mehrfach genutzt, um die vom Gremium jüngst abgelehnte Kita-Erweiterung am Pfarrweg anzusprechen.

 

Franziska Wurster fragte, inwiefern der Wunsch und die Nachfrage nach Plätzen in einem Waldkindergarten bestehen, wofür eine Umfrage ein Ergebnis liefern könnte. Sie sprach sich aufgrund des vorhandenen Systems für einen Anbau an das Kita-Gebäude statt der Einrichtung eines Waldkindergartens für über dreijährige Kinder (Ü3) aus.

Bürgermeister Dieter Bischoff verwies auf den Gemeinderatsbeschluss gegen die Kita-Erweiterung vom September. Die vom Elternbeirat in einem Schreiben an die Verwaltung aufgeworfenen Fragen würden aufgearbeitet.

Rundfahrt zu Waldkitas

Die Verwaltung, so der Rathauschef weiter, sei überzeugt, dass Bedarf an Krippenplätzen in Pfalzgrafenweiler bestehe, kenne zudem die Pläne und Kosten von Waldkitas und schlage eine Rundfahrt zu bereits bestehenden Waldkindergärten vor. Bischoff sieht die Einrichtung eines Waldkindergartens als ergänzendes Angebot zu den bereits bestehenden Betreuungseinrichtungen.

Was die Umfrage nach dem Bedarf an Plätzen in einem Waldkindergarten angeht, erinnerte der Bürgermeister an eine frühere Erhebung zu verlängerten Öffnungszeiten, sogenannten VÖ-Gruppen. Die Umfrage habe damals zunächst geringen Bedarf ergeben, jedoch sei die Nachfrage plötzlich groß gewesen, als die Betreuungseinrichtungen verlängerte Öffnungszeiten anboten. „Wir sind am Thema dran und haben es noch nicht ad acta gelegt“, betonte Bischoff. Angesprochen werde es in der Klausurtagung des Gemeinderats an diesem Wochenende.

Waldkindergarten eher ein „Bonbon“

Auch Annika Wiebach-Rath, Leiterin des Kindergartens Krümelkiste im Ortsteil Herzogsweiler, zeigte sich irritiert über die Ablehnung des Anbaus an der Kita am Pfarrweg. Die Kita in Herzogsweiler, so deren Leiterin, sei proppevoll, auch mit vielen Kindern unter zwei Jahren.

Wiebach-Rath betonte, dass es wichtiger sei, Kinder zu betreuen, die über drei Jahre alt sind, als sogenannte U2-Kinder. Ihre Sicht decke sich mit denen der anwesenden Mütter, wonach ein Waldkindergarten nicht die gewünschte Lösung bringe. Dieser sollte vielmehr ein „Bonbon“ sein, sagte Wiebach-Rath und ergänzte, dass es viele junge Familien in Pfalzgrafenweiler gebe, für die vorhandene Betreuungsangebote wichtig seien.

Iris Stäblein, die seit eineinhalb Jahren in Pfalzgrafenweiler lebt, sieht einen steigenden Bedarf im Betreuungsbereich für Kinder unter drei Jahren. Sie begründete dies damit, dass es sich viele Eltern finanziell nicht leisten könnten, drei Jahre zuhause zu bleiben.