Nagold braucht dringend Kita-Plätze. Und da wird auch mal eine ehemalige Schule in Rekordtempo und mit Millionenaufwand in eine Kindertagesstätte umgewandelt
Allein im November sind bereits 20 Kinder in Nagold zur Welt gekommen. Nagold wächst und wächst. Und braucht deshalb reichlich Betreuungsplätze für diese Kinder. Seit dieser Woche gibt es in Gündringen gleich 60 neue Betreuungsplätze. Am Montag eröffnete dort die neue Kita „Steinachtal“. Dort finden zwei Gruppen für Kinder über drei Jahren und eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren Platz.
Keine Kosten und Mühen gescheut
Obwohl: So ganz neu ist das Gebäude nicht. Denn die Kita hat ihren Platz in der ehemaligen Gündringer Schule gefunden. Jahrelang stand das Gebäude leer, ehe man bei der Verwaltung auf die Idee kam, aus der Schule im Steinachtal eine Kindertagesstätte zu machen. Und dafür scheute man ganz offensichtlich keine Kosten und Mühen, wie Oberbürgermeister Jürgen Großmann bei der Eröffnung der Einrichtung verriet.
Gut eine Million Euro habe die Stadt in den Umbau der ehemaligen Schule gesteckt, so Großmann. Und der lief fast schon im Rekordtempo. Im März habe er mit den Planungen für das Gebäude begonnen, berichtete Architekt Michael Stickel. Acht Monate später konnten Stickel und Großmann Vollzug melden.
„Ideale Voraussetzungen“ für die Kita
Für die neue Kita und ihr Team hatte Großmann bei der Eröffnung nur positive Worte parat. Nicht nur das Team sei „super“, auch die Lage der Einrichtung habe großes Potenzial. Sie liege gleichzeitig nahe an der Natur und nicht weit von der Gündringer Halle entfernt. Für das Stadtoberhaupt sind das „ideale Voraussetzungen“ für die neue Kita, die zwar in Gündringen aber doch auch mitten in der Stadt Nagold liege, sagte Großmann mit Blick auf die nahen Stadtteile Schietingen, Iselshausen, Vollmaringen und Hochdorf. Für Gündringen sei es keinesfalls ein Leichtes gewesen, sich von seiner Schule zugunsten eines Kita zu verabschieden. Aber diese Entscheidung habe man mit Weitsicht getroffen, weil man die Zeichen der Zeit erkannt habe.
Bald auch eine Kita auf dem Wolfsberg
Angesichts weiter steigender Kinderzahlen will die Stadt auch ganz neue Wege gehen, wie Großmann am Montag verriet. So plant die Stadt erstmals die Einrichtung einer Kindertagesstätte in einem Industriegebiet. Die soll auf dem Wolfsberg entstehen. Man habe dafür schon eine Immobilie mit einer schönen Lage an Land gezogen. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Büro eines Steuerberaters, verriet der Oberbürgermeister. Mit dieser Initiative könne man die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Nagold noch weiter verbessern, so Großmann.
Nachdem der offizielle Teil der Eröffnung absolviert war, durften die Kinder Luftballons steigen lassen, während die Erwachsenen sich ein Bild von der neuen Kita im Steinachtal machen.