An der Wiesentalschule wird die Betreuung der Grundschüler weiter ausgebaut Foto: Alexandra Günzschel

Die Gemeinde Maulburg bereitet sich auf die verpflichtende Ganztagsbetreuung an der Wiesentalschule vor.

Mit dem Inkrafttreten des Ganztagsförderungsgesetzes besteht ab dem kommenden Schuljahr ein Rechtsanspruch auf eine achtstündige Betreuung an den Grundschulen – zunächst nur für die neu eingeschulten Erstklässler. Dieser Rechtsanspruch gilt an allen Werktagen und schließt auch eine umfangreiche Ferienbetreuung mit ein.

 

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat am Montag bei zwei Gegenstimmen die Einführung einer neuen Stelle „Pädagogische Teamleitung“ an der Wiesentalschule beschlossen. Diese unbefristete Teilzeitstelle ist auf 20 Wochenstunden begrenzt und soll vor allem dem Aufbau der Grundschulbetreuung mit aktuell fünf Mitarbeiterinnen ohne pädagogischen Hintergrund dienen.

Im laufenden Haushaltsjahr entstehen dadurch ab September außerplanmäßige Personalkosten in Höhe von etwa 13.300 Euro. In den Folgejahren liegen die Kosten jeweils bei 42.900 Euro. Mit der Schaffung dieser Teilzeitstelle soll auch verhindert werden, dass das bestehende Personal aufstocken muss.

Ist das Angebot erst einmal etabliert, soll der Personalschlüssel, etwa durch Mitarbeiterinnen, die kündigen, wieder auf das aktuelle Maß heruntergefahren werden. Auf diesen Zusatz legten einige Ratsmitglieder vor der Abstimmung großen Wert. Andere setzten sich dafür ein, dass eine pädagogische Fachkraft die Stelle erhalten soll.

Für Letzteres hatte sich auch die Gemeindeverwaltung ausgesprochen: Eine pädagogische Teamleitung sorge für Kontinuität und Qualität im Betreuungsalltag und stärke das Vertrauen der Familien in das kommunale Angebot, hieß es zur Begründung. Dies sei nicht zuletzt auch ein Signal der Gemeinde, dass sie den Rechtsanspruch nicht nur formal erfülle, sondern auch inhaltlich ernst nehme.

Ganztagsunterricht wird bereits angeboten

Schon jetzt findet an der Wiesentalschule an Montagen, Dienstagen und Donnerstagen Ganztagsunterricht bis 14.55 Uhr statt. Zur Erfüllung der geforderten acht Stunden wird nun die Kernzeitbetreuung am Morgen um 20 Minuten vorverlegt, so dass die Kinder an diesen Wochentagen von 6.55 bis 14.55 Uhr betreut werden. Der Rechtsanspruch wäre damit erfüllt, wie die stellvertretende Hauptamtsleiterin Stefanie Hofer in der Sitzung ausführte. Nur sehr vereinzelt, so erklärte sie, gebe es einen Bedarf darüber hinaus. Ein ergänzendes Angebot bis 16 Uhr würde die Gemeinde jährlich etwa 10.000 Euro kosten.

Für die Betreuung werden die Kinder auf den AWO-Raum, den BK-Raum sowie das Lego-Zimmer aufgeteilt. Sollte das Angebot in den kommenden Jahren weiter Fahrt aufnehmen, müssten noch andere Möglichkeiten der Unterbringung gefunden werden.

Zur Anspruchserfüllung zählen neben dem Ganztagsunterricht auch ergänzende kommunale Betreuungsangebote wie die verlässliche Grundschule oder eine flexible Nachmittagsbetreuung. Nach einer Erhebung unter den Eltern haben sich für das Schuljahr 2026/27 insgesamt 65 Halbtagskinder, davon 18 Erstklässler, und 31 Ganztagskinder, davon 13 Erstklässler, für die Grundschulbetreuung angemeldet.

Genaue Konditionen stehen noch nicht fest

Im Rahmen des stufenweisen Ausbaus der Grundschulbetreuung bis zum Schuljahr 2029/2030 haben jeweils die anspruchsberechtigten jüngeren Jahrgänge Vorrang, wie Hofer betonte. Die Betriebskosten für das Angebot sollen zu 68 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert werden. Jedoch stehen die genauen Konditionen noch nicht fest, wie kritisiert wurde. So gab es Befürchtungen, Eltern könnten ihre Kinder je nach Kostenanteil wieder abmelden, während die Gemeinde das Personal für eine unklare Anzahl an Schülern weiter vorhalten müsse. Hofer geht jedoch davon aus, dass der Bedarf sich bald einpendeln wird. Den Umfang der Betreuung können die Eltern frei wählen. Die Kündigungszeit liegt bei einem Monat. Die Referentin erklärte, dass es gerade diese Flexibilität sei, die gut angenommen werde.

Im Schuljahr 2024/2025 nutzten 33 Kinder aus Maulburg die Ferienbetreuung der AWO. Hierbei besteht eine Kooperation mit der Gemeinde Steinen, die fortgeführt werden soll. Das Angebot wird vollständig von den Eltern finanziert. Die Gemeinde beteiligt sich im Wechsel mit Steinen mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten sowie deren Reinigung. Jeweils vier Wochen im Jahr sind von der Ferienbetreuung ausgenommen.