Der kommende Rechtsanspruch der Betreuung für Grundschulkinder muss vorbereitet werden. Dies war Thema in der Sitzung des Brombacher Ortschaftsrats.
Mit Beginn des kommenden Schuljahres haben die neuen Erstklässler einen Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung. Dazu müssen auch in Brombach neue Betreuungseinrichtungen aufgebaut werden. Mit jedem neuen Schuljahr wird die Zahl derer, die diesen Rechtsanspruch haben, steigen. Die bestehenden Räumlichkeiten der Schulkindbetreuung an der Hellbergschule reichen zur Deckung dieser Bedarfe nicht aus.
Die Zukunft planen
Derzeit befinden sich die Räumlichkeiten für die Schulkindbetreuung im Erdgeschoss des Gebäudes Albertusstraße 9 und im Gemeindekindergarten Brombach. Um die nötigen Kapazitäten für die kommenden Jahe zu schaffen, sollen nun 23 weitere Plätze durch den Umbau des Obergeschosses in der Albertusstraße 9 sowie durch den Bau eines zweiten Fluchtwegs geschaffen werden. Auf Grund der Prognose werden im Schuljahr 2029/30 an der Hellbergschule rund 97 Kinder in der Schulkindbetreuung erwartet.
Bei der Sanierung sind Verstärkungen tragender Teile, Erneuerung der technischen Systeme (Heizung, Wasser und Ähnliches), Installation neuer Brandschutzsysteme, Wärmedämmung des Fußbodens und des Innenausbaus vorgesehen. Robert Schäfer, Fachbereichsleiter Hochbau, und Sofiia Simonova stellten dazu die Vorlage „Erweiterung Ganztagesbetreuung Hellbergschule – Entwurfsplanung und Kostenberechnung für die Umnutzung des Obergeschosses Albertusstraße 9“ vor. Für das Projekt ist einschließlich der kalkulierten Baupreissteigerungen ein Kostenrahmen von 400 000 Euro veranschlagt. Als Baubeginn ist das 4. Quartal 2026 angepeilt, die Fertigstellung könnte dann im Sommer 2027 erfolgen.
Vom Ortschaftsrat gab es gleich mehrere Einwendungen. Wenn die neu eingeschulten Kinder einen Rechtsanspruch haben – was passiert dann mit den Kindern, die bereits jetzt in der Ganztagsbetreuung sind? Werden die dann rausgeworfen? Monika Haller (SPD) bemängelte ferner, dass die geplanten Räume zu klein seien.
Was die Ortschaftsräte zu dem Thema sagen
Oliver Wenk (CDU) wandte ein, dass die Hellbergschule im Zuge der Umstrukturierung sowieso stark erweitert werden müsse. Da könne man ja auch für die Betreuung geeignete Räume vorsehen. Lisa Maria Bürgelin (Freie Wähler) erkannte die Fortschritte der Kinderbetreuung in Lörrach zwar an – aber man sei viel zu langsam.
Robert Schäfer betonte, dass man jetzt eine Lösung anstreben müsse. Eine „große Lösung“ in einigen Jahren nütze jetzt niemandem. Auch sei es nachhaltig, ein bestehendes Gebäude zu ertüchtigen und so weiter zu nutzen. Die Veranschlagte Summe sei angesichts neuer Heizungstechnik durchaus angemessen. Der große Vorteil des anvisierten Standortes sei die direkte Nachbarschaft zur Hellbergschule.
Ortsvorsteherin Silke Herzog sprach sich eindeutig für eine große Lösung aus. Da die Vorlage im Ortschaftsrat lediglich als „öffentliche Anhörung“ deklariert war, verzichtete Herzog auf eine Abstimmung, da die Meinungen der Ortschaftsräte zu diesem Punkt weit auseinander lagen.
Die Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Geflüchtete auf dem alten Sportplatz an der Karl-Wenk-Straße wurde am Ende des Jahres 2022 bezugsfertig. Dabei wurden doppelstöckige Container errichtet. Die Genehmigung war ursprünglich auf drei Jahre bis Mitte 2025 befristet.
Gemeinschaftsunterkunft ist ebenfalls ein Thema
Im April 2025 wurde auf Antrag des Landratsamtes Lörrach und den Beschlüssen von Ortschaftsrat Brombach und Gemeinderat Lörrach die Genehmigung um weitere drei Jahre bis zum Mai 2028 verlängert. Die Gemeinschaftsunterkünfte werden mit 40 Prozent auf die kommunale Aufnahmequote der Anschlussunterbringung angerechnet. Konkret: Von der GU Brombach werden derzeit 72 Plätze auf die Aufnahmequote der Anschlussunterbringung angerechnet.
Auf Bitte des Landratsamtes wurde von der Stadt die Vorlage „Verlängerung der Gemeinschaftsunterbringung Brombach bis 2030“ eingebracht. Florian Kröncke von der Fachbereichsleitung Aufnahme & Integration des Landkreises, erläuterte die Gründe für die Verlängerung. Durch die zurückgegangene Zahl von Asylbewerbern hat die Stadt Lörrach den geplanten Ausbau des ehemaligen Polizeireviers an der Bahnhofstraße gestoppt. Dadurch wurde die GU Brombach zu einer tragenden Säule der Flüchtlingsunterbringung (siehe separaten Artikel).