Um die Kinderbetreuung in den Königsfelder Kindergärten ging es bei der Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales. Foto: © gpointstudio – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Betreuung: Gemeinde beteiligt sich an Kosten für Naturkindergarten / Personalfrage sorgt für Diskussionen

Ausnahmsweise beschäftigte sich der Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales mit Bauanträgen. Es ging um räumliche Erweiterungen der Kindertagesstätten in Buchenberg und Erdmannsweiler beziehungsweise des Naturkindergartens in Neuhausen.

Königsfeld. Laut Ortsbaumeister Jürg Scheithauer soll im Buchenberger Dorfgemeinschaftshaus eine Kinderkrippe mit zehn Plätzen entstehen. Das erfordert unter anderem eine Verbindungstreppe zum Kindergarten, einen Wickelraum und einen separaten Eingang. Der in der jetzigen Größe nicht mehr nötige Duschbereich wird zum Schlafraum umgebaut, an anderer Stelle ein kleinerer Ersatz geschaffen. Das ist mit den Vereinen abgestimmt. Nötig sind auch ein separater Außenspielbereich und ein neuer Besprechungsraum.

In Erdmannsweiler geht es um die Unterbringung einer weiteren Gruppe. Nötig sind der An- und Umbau eines Materialraums sowie eines Leitungs- und Besprechungszimmers. Wickel- und Personalbereich sowie WC müssen erweitert, die Galerieebene in Sachen Schallschutz ertüchtigt werden.

Schwere Kommunikation

Die dritte Erweiterung be-trifft den Naturkindergarten in Neuhausen. Hier soll eine weitere Gruppe mit 15 Betreuungsplätzen geschaffen werden, wozu ein zweiter Bauwagen und ein zweites Tipi nötig sind. Der Bauwagen hat laut Scheithauer Abmessungen von 8,4 Meter Länge, 2,4 Meter Breite und vier Meter Höhe, sodass wohl eine Zwischenebene eingebaut werden könnte. Laut Bürgermeister Fritz Link ergab eine Ortsbegehung, dass kein Bedarf an Waldumwandlung besteht.

In einem Extrapunkt ging es um eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde. In Bezug auf die Personalausstattung wurde laut Link mit Träger und dem Kommunalverband Jugend und Soziales (KVJS) "sehr lange gerungen". Grund ist, dass in der zweiten Gruppe ein inklusives Kind sein wird, weshalb drei Fachkräfte zur Betreuung nötig sind. Dazu sollen noch einmal 17,95 Prozent an Personalkosten für das inklusive Kind kommen. Die Verwaltung ist der Meinung, dass die aber in der dritten Personalstelle enthalten sind und deshalb abgezogen werden können.

Hier müsse noch die Abstimmung mit dem KVJS erfolgen, die Kommunikation sei aber schwierig, berichtete Link. Die Verwaltung rechnete sicherheitshalber mit der Übernahme der zusätzlichen Kosten. Nach Abzug eines Landeszuschusses würden sich die jährlichen Personalkosten damit von 135 000 auf 256 500 Euro erhöhen, da laut KVJS insgesamt fünf Vollzeitkräfte nötig wären.

Link: Fokus auf Finanzen

Künftig müsse man über Standards in der Personalausstattung sprechen, da diese von Gemeinden sonst nicht mehr zu bezahlen seien, kritisierte Link. Baden-Württemberg habe bundesweit den höchsten Personalschlüssel. Drei Fachkräfte für 15 Kinder seien "abstrus".

Christoph Fischer wider-sprach der Ansicht, es gebe in Kitas zu viel Personal. Der Umgang mit Kindern in Kitas sei ein Armutszeugnis für Deutschland. Die Gemeinde müsse den Fokus auf die Finanzen legen, entgegnete Link. Der Kita-Bereich sei elementar wichtig, aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deshalb müsse der Landeszuschuss erhöht werden.

Es gab auch einen Antrag des Naturkindergarten-Trägers, die Gemeinde möge sich an den Kosten zur Anschaffung von Bauwagen, Tipi, einer Solaranlage und anderem in Höhe von knapp 60 000 Euro beteiligen. Nach Abzug eines Bundeszuschusses verbleiben 18 000 Euro, von denen der Verein 5000 übernehmen könnte. Den Rest soll die Gemeinde tragen. Link wies darauf hin, dass man schon zwei Mal Investitionen bezuschusst und dem Träger gesagt habe, dass er künftig selbst Rücklagen schaffen müsse.

Trotzdem sehe man die Unterstützung bei Schaffung einer neuen Gruppe als gerechtfertigt an, zumal der Kindergarten damit einen Beitrag zum Ausgleich fehlender Kindergartenplätze in der Gemeinde schaffe. Zehn der 15 Plätze sollen exklusiv Königsfelder Kindern zur Verfügung stehen, fünf auswärtigen Kindern. Für diese gebe es schon Anmeldungen und damit einen interkommunalen Kostenausgleich. Der Ausschuss stimmte der Errichtung einer zweiten Gruppe und den damit verbundenen Personalkosten sowie der Beteiligung an den Investitionskosten zu.

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