Manuel Schneider ist Leiter des katholischen Kindergartens St. Verena in Hüfingen. Er würde sich für seine Einrichtung eine Verbesserung der Raumsituation wünschen. Foto: Jens Wursthorn

Laut Bedarfsplan wird es vor allem in der Kernstadt eng. Die Diskussion über den Neubau einer Kindertagesstätte im Gemeinderat geht weiter. Für die Januar-Sitzung kündigte die Verwaltung neue Fakten an.

Die Situation in der Kinderbetreuung war Hauptthema der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hüfingen. Beleuchtet wurde das Thema unter verschiedenen Aspekten.

 

Aus der Vorstellung der örtlichen Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen (Kitas) ging hervor, dass gesamtstädtisch die freien Plätze für Kinder unter und über drei Jahren rar sind. Die von Hauptamtsleiter Erich Lafera erstellte Übersicht zeigte zudem auf, dass in den kommenden drei Jahren die Unterdeckung an freien Plätzen vor allem in der Kernstadt markant sein wird. Für die Ortsteile wird im selben Zeitraum eine Auslastung von 95 Prozent prognostiziert. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Planung bereits die 20 neu geschaffenen Plätze im Naturkindergarten Hausen vor Wald und die Erweiterung des Kindergartens in Mundelfingen beinhaltet. Der Bedarf an Kindergartenplätzen für alle Altersgruppen steige, so Lafera. Der Anspruch auf Kita-Plätze lasse sich nur mit der Schaffung weiterer Plätze decken, so die Einschätzung der Verwaltung.

Das sagen die Fraktionen

Harald Weh (CDU) verwies zudem darauf, dass die Erweiterung des Angebots an Ganztagesgruppen zu einer weiteren Reduzierung der Platzanzahl führe. Hinzu komme, dass in der Kindertagesstätte St. Verena eine Gruppe für die gesetzlich seit langem geforderte Integration eines Sozialraums und eines Besprechungszimmers weichen müsste. Allgemein forderte Weh auf, in Behla die Suche nach einer Person für die Sprachförderung zu beschleunigen.

SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell unterstrich die Forderung nach einer Optimierung der Arbeitsbedingungen in der Kita St. Verena. „Wenn wir weiterhin keine Personalprobleme und gute Arbeitskräfte haben wollen, ist eine Umgestaltung unerlässlich“, sagte sie. Skodell ergänzte, dass aktuell nur zwei Kinder mit Migrationshintergrund in Hüfingen untergebracht seien und sich diese Anzahl schnell ändern könnte. Sie erinnerte an die Elterninitiative, die sich für die Gründung eines Naturkindergartens in Hausen vor Wald einsetzt. „Wir müssen hinsichtlich der geburtenstarken Jahrgänge während der Covid-Jahre und der Flüchtlingssituation in Zukunft von Zugängen noch unbekannter Größe ausgehen“, sagte FDP/FW/UWV-Fraktionssprecher Stephan Happle zum Bedarf eines Neubaus.

Diskussion um Neubau

Der Sprecher der gemeinsamen Fraktion von Bürgerforum/Grünen, Peter Albert, bat darum, den Bedarfsplan in den kommenden Jahren frühzeitig zugestellt zu bekommen. In Bezug auf die fehlenden Plätze in der Kernstadt ergänzte er, dass es zumutbar sei, Kindern aus der Kernstadt einen Platz in den Einrichtungen der Ortsteile anzubieten.

Komplexer als die Stellungnahmen zum einstimmig beschlossenen Bedarfsplan gestaltete sich die Diskussionen zum Neubau einer Kindertagesstätte. Da die Gemeinderäte den von der Verwaltung vorgeschlagenen Umbau der Sauna in eine Kindertagesstätte abgelehnt hatten, beginnt nun die Suche nach einem neuen Standort.

Container als Lösung?

Um dem Bedarf an Kindertagesplätzen rasch gerecht zu werden, hatte die SPD-Fraktion bereits in der Gemeinderatssitzung Ende Oktober eine übergangsweise Containerlösung vorgeschlagen. Diesen Vorschlag greift die Architektur-Schmiede von Bernhard Streit als Alternative zum Bau einer neuen Kindertagesstätte auf. Eine Gegenüberstellung soll nun für eine Übergangszeit von drei Jahren die Miete von 28 zweigeschossig angeordneten Containern den Kosten für einen Kauf gegenüberstellen.

Sie beinhaltet dann neben der Errichtung der Fundamente und Erschließungskosten auch den Finanzbedarf etwa für die Möblierung oder den Rückbau der Anlage. Bürgermeister Michael Kollmeier sagte, die Verwaltung wolle eine detaillierte Ausarbeitung inklusive Standortfrage in der Januarsitzung präsentieren.

Keine Chance auf eine Realisierung hat die im neuen Wohngebiet Ziegeleschle geplante Kindertagesstätte. Nach einer ersten Kostenschätzung im Frühjahr gab es Kritik an dem Projekt.

Ausstieg

Nicht allzu teuer
Bei der Gemeinderatssitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, das Verfahren zur Vergabe von Planerleistungen für das Projekt Kita im Wohngebiet Ziegeleschle aufgrund der in dieser Höhe nicht erwarteten Kostenberechnung zu beenden. Die Entschädigung der bisher in diesem Verfahren tätigen Fachplaner halte sich gemäß Bauamtsleiter Thilo Mayer in Grenzen, da sie in einer stufenweisen Auftragsvergabe erfolgt sei.