Die Kernzeitbetreuung, in Bisingen auch als „Kernzeitraben“ bezeichnet, könnte teurer werden. Foto: Kauffmann

Höhere finanzielle Belastungen für Eltern im Hinblick auf die Kernzeitbetreuung bringt die Verwaltung ins Gespräch. Der Gemeinderat soll kommende Woche darüber entscheiden. Die Kostensteigerungen fallen teils enorm aus.

Die Kernzeitbetreuung könnte, je nach Beschluss des Gemeinderats, teurer werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

 

Wie viele Kinder werden bei den Kernzeitraben betreut?

Die Kernzeitraben gibt es in Bisingen seit fast 30 Jahren. Das Angebot ist, gemessen an der Nachfrage, ein voller Erfolg. Die meisten Betreuungszeiten sind voll belegt. Die Nachfrage in einem Bereich war so hoch, dass eine zweite Gruppe eingerichtet wurde. Rund 160 Kinder sind es, die die Nachmittage bei den Kernzeitraben verbringen – in etwa die Hälfte aller Grundschüler in Bisingen.

Warum schlägt die Gemeinde eine Kostenerhöhung vor?

Zum einen, weil die Gebühren zuletzt im Jahr 2016 kalkuliert wurden und zum anderen, weil nach den Plänen der Gemeinde der „Kostendeckungsgrad“ höher sein soll. Letzterer soll auf 45 bis 50 Prozent steigen. Das heißt, dass über die Elternbeiträge rund die Hälfte der Kosten wieder reingeholt werden soll. Betreut werden die Kinder vom Haus Nazareth, einem Sozialdienstleister mit Sitz in Sigmaringen, der Dienstleistungen in Rechnung stellt.

Wie viel Euro bezahlen Eltern und Gemeinde bisher?

Im Schuljahr 2023/2024 kosteten die Kernzeitraben rund 370 000 Euro. Die Gebühren der Eltern summieren sich auf rund 65 300 Euro, dazuhin gibt es Zuschüsse von 75 000 Euro. Den Rest muss die Gemeinde tragen. Somit ergibt sich ein Kostendeckungsgrad von 38 Prozent.

Wie soll die Erhöhung der Beiträge ablaufen?

Stufenweise. Der im Raum stehende Vorschlag sieht vor, dass ab dem Schuljahr 2025/2026 mit angepassten Gebühren ein Kostendeckungsgrad von 45 Prozent erreicht wird; ab dem Schuljahr 2026/2027 wären es dann 50 Prozent.

Welche Eltern müssen sich auf Kostensteigerungen einstellen?

Die Kostensteigerungen fallen für die Eltern im Vergleich zu den heutigen Kosten teils massiv aus. Besonders betroffen sind Eltern, die Kinder im Baustein zwei haben: In diesem Bereich steigen die Kosten im nächsten Schuljahr um mindestens 32 Euro und maximal um 37 Euro; ab dem Schuljahr 26/27 um 36 bis 50 Euro – im Vergleich zum aktuellen Wert.

Beispiele verdeutlichen die Kostensteigerung: Wer ein Kind in Baustein zwei hat, bezahlt jetzt 30 Euro und ab 26/27 80 Euro. Wer sein Kind (in Baustein drei) fünf Tage hat, bezahlt bisher 120 Euro und ab 26/27 dann 144 Euro.

Für welche Eltern halten sich die Kostensteigerung in Grenzen?

Für Kinder im Baustein drei (bei vier und fünf Tagen) verändern sich die Kosten 25/26 nicht. Ab 26/27 kostet die Betreuung in diesem Bereich – je nach Anzahl der Kinder und Dauer der Betreuung – im Vergleich zum aktuellen Wert fünf bis 26 Euro mehr. Überschaubar fällt die Kostensteigerungen auch für Eltern aus, die Kinder im ersten Baustein haben: Sie bezahlen ab dem Schuljahr 26/27 sechs Euro bis 7,50 Euro mehr – im Vergleich zu heute.

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Nächste Sitzung

Termin
Die nächste Sitzung des Bisinger Gemeinderats findet am Dienstag, 11. März, von 18 Uhr an im Sitzungssaal des Feuerwehrhauses statt.

Themen
Neben den Elternbeiträgen für die Kernzeitbetreuung geht es um die Abrechnung der Arbeiten auf dem Maute Areal; die Neufassung der Richtlinien für Ehrungen von Bürgern von der Gemeinde; der aktuelle Stand zum Neubau der Kita Reute und der Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Humboldtstraße 5.

Rechtsanspruch
Jedes Kind hat von Klasse eins bis Klasse vier einen Anspruch auf eine ganztägige Betreuung an fünf Werktagen (Montag bis Freitag) im Umfang von 8 Stunden. Dies schreibt das Bundesgesetz „zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ vor. Es tritt stufenweise ab dem Schuljahr 2026/2027 in Kraft.