Die Gemeinde Hardt hat rund 5,8 Millionen Euro in die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Elisabeth investiert. In festlichem Rahmen wurde die Kita nun eingeweiht.
Es ist geschafft. Nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren sind die Kinder der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Hardt am Montag, 12. Januar, in den Erweiterungsbau eingezogen und füllen den Neubau nun mit Leben. Vier Tage später wurde das Gebäude im Rahmen eines Festakts mit rund 120 geladenen Gästen auch offiziell seiner Bestimmung übergeben und erhielt durch Pfarrer Dr. Eberhard Eisele eine kirchliche Weihe.
Was es als Überraschungsgeschenk gab
Im Rahmen des Festes gab es ein Überraschungsgeschenk: Die Zimmerei Reger aus Deilingen schenkte dem Kindergarten eine nagelneue Holzhütte, in der in Zukunft Spielmaterial gelagert wird. Die Hütte wurde vor den Augen der staunenden Gäste gleich per Kran auf die vorbereitete Bodenplatte gesetzt. Von der Schreinerei Schwarzwälder aus Königsfeld gab es für die Kinder drei Bobbycars.
„Hier möchte man noch mal Kind sein!“
„Hier möchte man noch mal Kind sein.“ Dieser Satz war beim Anblick der nagelneuen hellen Räume des Kita-Anbaus im Rahmen des Einweihungsfestes gleich mehrere Male zu hören. Betritt man das Gebäude, fällt sofort das helle Holz auf, das überall verbaut wurde, von der Decke über die Wände bis zur großen Treppe hinunter ins Gartengeschoss. Das Holz wurde durch Beton ergänzt. Die ausgewählten Materialien seien robust und nachhaltig, so Marc Lösch, einer der Geschäftsführer der K9-Architekten aus Freiburg, von denen der Entwurf für die Kita-Erweiterung stammt. Die robusten Materialien trügen auch dazu bei, die Betriebskosten niedrig zu halten.
Der lange Weg, den das Bauprojekt genommen hat
Bürgermeister Michael Moosmann blickte in seinem Redebeitrag auf den langen Werdegang des Kita-Anbaus zurück. „Ein Projekt fällt nicht vom Himmel. Es ist das Ergebnis eines langen Weges, vieler Entscheidungen und noch mehr Gespräche.“ Der Startschuss sei der Beschluss zur Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs am 11. Oktober 2018 durch den Gemeinderat gewesen. 2020 seien im Rahmen dieses Wettbewerbs 17 Entwürfe eingereicht worden, die allesamt diskutiert und abgewogen wurden. „Am Ende konnte sich das Büro K9 Architekten aus Freiburg durchsetzen – mit einem Entwurf, der uns alle überzeugt hat“, so der Bürgermeister. Ein Grundprinzip des Entwurfs ist laut Marc Lösch, dass das Gebäude die Hanglage des Grundstücks berücksichtigt und dass der Ausblick in die Landschaft erlebbar ist.
Die Kosten des Kita-Anbaus
„Nach dem Wettbewerb begann die eigentliche Arbeit – und die hatte es in sich“, so Bürgermeister Moosmann. „Es wurde diskutiert, abgewogen, verworfen und neu gedacht. Das war nicht immer einfach, aber notwendig.“ Im März 2024 begannen mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Bauarbeiten. „Die Bauzeit war mit eineinhalb Jahren angesetzt – ein ambitionierter Zeitplan. Wir haben jetzt etwas später, aber wir blieben in einem zeitlichen Rahmen.“ Wichtiger noch: „Bei 1,1 Millionen Euro an Zuschüssen und 5,8 Millionen Euro Baukosten ist das Projekt eine Punktlandung geworden und liegt exakt bei der Kostenberechnung vom Baugesuch aus dem Jahre 2023.“ Laut Bürgermeister Moosmann war der Kita-Anbau das größte Neubauprojekt der Gemeinde seit dem Neubau der Arthur-Bantle-Halle vor 50 Jahren.
Was es mit einer Dose Rost-Stopp-Grundierung auf sich hat
Ein großer Dank des Bürgermeisters (und eine Dose Rost-Stopp-Grundierung wegen der vielen zurückgelegten Autokilometer) ging an Bauleiter Thomas Broghammer von den BES Ingenieuren. Blumensträuße gab es für Kita-Leiterin Steffi Klein und ihre Stellvertreterin Morena Fleig. „Sie haben mir durch ihre unkomplizierte Art viele Sorgen abgenommen und auch bei Problemen nicht gemeckert.“ Ironisch fügte Mooshammer hinzu: „Und ich werde beim nächsten Bau berücksichtigen, dass Sie bereits die Einrichtung planen, während er erstmal noch den Rohbau stellen will.“
Wie es jetzt weitergeht
Tanja Winterhalter von der katholischen Kirchengemeinde überreichte der Kindergartenleitung schon für das nächste Projekt symbolisch einen Scheck; die Sanierung des Altbaus für die Kleinkinderbetreuung, die jetzt als nächstes ansteht. K9-Projektleiterin Iris Wagenplast überreichte den Kita-Leiterinnen ein Gebärdensprache-Set.
Pfarrer Dr. Eberhard Eisele sprach für die Zukunft des neuen Gebäudes ein Gebet und segnete nacheinander die einzelnen Räume.
Was die Gäste staunen ließ
Im Anschluss an den Festakt gab es für die Gäste dann die Möglichkeit, die neue Räume zu besichtigen. Dabei standen die Erzieherinnen Rede und Antwort. Zu bestaunen gab es viele verschiedene Themenräume; vom Atelier (in dem bereits viele Bilder der Kinder aufgehängt sind) über den Musikraum, den Leseraum und den Bauraum bis zum Ruheraum, in dem die Kinder bei Stille und atmosphärischen Lichtspielen zur Ruhe kommen können.