Bestimmte Kita-Plätze im katholischen Kindergarten St. Cyprian und Justina sowie auch im gemeindeeigenen Kindergarten Taubergießen Kappel-Grafenhausen werden rar. Dahinter steckt Personalknappheit.
Die Betreuungssituation in Kappel-Grafenhausen legten in der Gemeinderatssitzung die katholische Kita-Leiterin Sibylle Haupt, Geschäftsführerin Simone Stoffels von der entsprechenden kirchlichen Verrechnungsstelle sowie die Taubergießen-Leiterin Marion Krella dar. Erwartungsgemäß gestaltete sich die Materie nicht einfach. Es gab viele Rückfragen und auch Statements seitens der Gemeinderäte.
Zunächst ging es um die Lage bei der katholischen Kita. „St. Cyprian und Justina“ hat derzeit eine Betriebserlaubnis für insgesamt 88 Kinder. Da wäre bis zum Ende des Kindergartenjahrs noch ein Platz frei.
Jedoch: Nach den aktuell vorliegenden Anmeldungen für das neue Kita-Jahr besteht bei vier Familien ein Bedarf nach einer Regelbetreuung mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) an vier Nachmittagen pro Woche.
Drei Varianten für die katholische Kitawurden diskutiert
Zuvor hatte schon das Kindergartenkuratorium dazu drei Lösungsvarianten diskutiert. Nach der ersten würden unter Beibehaltung der bisherigen Situation 17 Kinder keinen VÖ-Platz bekommen. Doch dafür plädierte schon in der Debatte niemand. Dabei stand Alternative zwei im Fokus. Danach würde eine „grüne“ Regelgruppe mit Verlust von drei Plätzen zur VÖ erweitert, allerdings mit nach wie vor 6,5 Stunden vier Mal wöchentlich ohne zusätzliche Öffnungszeiten. Denn: Auch die müssten von zwei Fachkräften besetzt sein – und die gibt es mit VÖ nur für Mehrkosten von rund 13 600 Euro für die Gemeinde. Eine optionale Variante drei mit einer zusätzlichen VÖ-Gruppe würde zwar alle vier erwarteten Kinder auch mit sieben Stunden Betreuungsbedarf unterbringen, jedoch mit noch mehr Aufwand. Oder alternativ einer Ausweitung der Kita-Schließungen von bislang 28 auf bis zu 34 Tagen bedeuten.
Clemens Sedler (CDU), der vorschlug, eventuell zur Problemlösung Altersgemischte in Regelgruppen „mitlaufen“ zu lassen, musste erkennen, dass dies beim aktuellen Betreuungspersonal zeitlich nicht ginge. Bürgermeister-Stellvertreterin Rebecca Wild (FW) konstatierte: „Es ist eine schwierige Rechnerei. Wir brauchen vielleicht leider doch mehr Personal“, räumte auch Bürgermeister Jochen Paleit unumwunden ein: „Wir bemühen uns weiter.“
Neue Hauswirtschaftskraft fürs Mittagessenkochen
Nicht alle Gemeinderäte waren von der schließlich beschlossenen Variante zwei überzeugt, nun geltend ab September. Acht stimmten dafür, vier enthielten sich und mindestens zwei Unentschlossene hatten scheinbar überhaupt erst gar nicht den Arm erhoben.
In der katholischen Kita soll wieder warmes Mittagessen angeboten werden, an dem zwischen 2018 und 2020 bis zu zehn Kinder teilgenommen hatten. Doch weil dies von ihren pädagogischen Fachkräften nicht mehr umsetzbar sei, plädierte die kirchliche Geschäftsführerin Stoffels angesichts erwarteter 15 Mittagessen pro Tag für die Einstellung einer neuen Hauswirtschaftskraft für zwölf Wochenstunden- auf Kosten der Gemeinde mit rund 10 000 Euro jährlich. Dies billigte der Gemeinderat mit zehn Ja-, vier Neinstimmen und einer Enthaltung. Rebecca Wild prognostizierte allerdings: „Dann wollen das unsere eigenen Kitas aber auch!“
Öffnungszeiten in der Kita Taubergießen werden reduziert
Bei einer davon, nämlich der gemeindeeigenen Kappeler Kita Taubergießen, stand jetzt eine Reduzierung ihrer Öffnungszeiten an. Begründung der Leiterin Marion Krella: Für das folgende Jahr sind hier elf Kinder für die Ganztagsbetreuung angemeldet, weiterhin bis 16.30 Uhr. Doch freitagnachmittags nur wenige. Um das personell irgendwie aufzufangen, müsse nun die aktuelle Betreuungszeit von 45 auf künftig 42,5 Wochenstunden reduziert werden. Um das ohne Zusatzkosten realisieren zu können, soll drum die bisherige Freitags-Zeit ab 7.30 Uhr mit Schluss um bisher 16 Uhr um zwei Stunden vorgezogen werden. Nur zwei Elternpaare seien noch tatsächlich auf die bislang zwei zusätzlichen Stunden erklärtermaßen wirklich angewiesen, so Krella. Das wurde mit acht Ja- und sechs Neinstimmen beschlossen. Auf Anregung von Wild soll, dann einstimmig ergänzt, die Freitags-Zeitreduzierung erst ab Januar gelten.
Entsprechend der aktuellen Empfehlungen von Kirchen und kommunalen Landesverbänden stand zur Abstimmung, die Kita-Elternbeiträge für das Kindergartenjahr 2023/2024 um durchschnittlich 8,5 Prozent zu erhöhen. Damit läge man laut Hauptamtsleiterin Ulrike Conrad noch immer weit unter dem angestrebten Kostendeckungsbeitrag von 20 Prozent durch Elternbeteiligung, nämlich nun in Kappel-Grafenhausen zwischen sechs und elf Prozent. Auch die Betreuungsgebühren für Kernzeit-, Hausaufgaben- und Ferienbetreuung an den Kappel-Grafenhausener Grundschulen werden (einstimmig) maßvoll erhöht.
Die neuen Gebühren
Die Ü3-Regelbetreuung
wird auf monatlich 146 Euro (bisher 135 Euro) erhöht. Die Halbtagsbetreuung von 98 auf 113 Euro, die Ganztagsgruppe von 409 auf 444 Euro.
Die U 3- Krippenbetreuung
steigt auf 357 Euro (fünf Stunden täglich) und 426 Euro (6,5 Stunden). Auf Rückfragen bekräftigt wurde, dass Familien mit angespannter finanzieller Situation diverse Unterstützungsmöglichkeiten haben, bei denen das Rathaus helfe.
Die Pauschale für das Mittagessen
in der Kita Taubergießen wird von aktuell 70 auf künftig 85 Euro pro Monat erhöht – auch, weil der liefernde Caterer teurer geworden ist. Für Kinder bis zwei Jahren wird dort das Mittagessen nun monatlich 60 Euro kosten. Die Betreuung in den Sommerferien
wird von 50 auf 75 Kosten-Euro erhöht. All dies beschloss der Gemeinderat mit 13 Ja- und zwei Neinstimmen.