Damit im evangelischen Kindergarten „Schwalbennest“ ab kommendem September alle 59 Plätze belegt werden können, laufen derzeit die Bewerbungsverfahren zur Aufstockung des Personals. Foto: Silke Hartenstein

Im evangelischen Kindergarten „Schwalbennest“ in Malsburg-Marzell steigt das Platzangebot auf theoretisch 59 Plätze. Nach aktuellem Stand können nur 51 Kinder aufgenommen werden.

Zur Aufrechterhaltung des vollen Betriebs fehlen derzeit 1,25 Stellenanteile. Wie Bürgermeister Mario Singer in der jüngsten Gemeinderatssitzung sagte, liefen mehrere Bewerbungsverfahren, doch solange die Erzieherstellen nicht verbindlich nachbesetzt seien, bleibe die Aufnahmekapazität des Kindergartens eingeschränkt.

 

Die Platzzusagen für September und Oktober wurden bereits versendet, derzeit stehen fünf bis sechs Kinder auf der Warteliste, für die derzeit keine Platzzusage erteilt werden kann. Wegen Raummangels hatte der Gemeinderat im vergangenen September den Wegfall der Ganztagsbetreuung ab dem Kindergartenjahr 2025/2026 beschlossen. Grund dafür war das Auslaufen der Genehmigung der Überbelegung ab Ende August.

Verlängerte Öffnungszeit

Somit gibt es im kommenden Kindergartenjahr zwei Gruppen und eine Kleingruppe, alle drei mit verlängerter Öffnungszeit. Derzeit verfügt das Team über kapp 5,6 Stellenanteile für pädagogisches Personal. Zusätzlich sind 0,5 Stellenanteile für eine Sprachkitafachkraft vorgesehen. Könnte eine der Hilfskräfte weiterhin gemäß geltender Rechtslage angerechnet werden, würde sich der Fehlbedarf auf 0,9 Stellenanteile verringern, doch auch das ist zu wenig für eine Vollbelegung des Kiga. Die Bedarfsplanung sowie die Platzvergabe für das kommende Kindergartenjahr standen im Mittelpunkt der Sitzung des Kiga-Kuratoriums am 13. Mai.

Zum 1. September erhöht die Gemeinde die Elternbeiträge um 7,3 Prozent, ab dann betragen sie für das erste Kind im Alter von über drei Jahren 199 Euro pro Monat (derzeit 185 Euro) und für das zweite Kind einer Familie im Kindergarten 150 Euro (derzeit 140 Euro). Es werden zwölf Monatsbeiträge erhoben. Durch die Beitragserhöhung soll der Kostendeckungsgrad über die Elternbeiträge weiterhin bei mindestens 20 Prozent liegen. Dieser Kostendeckungsgrad entspricht der gemeinsamen Empfehlung des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg sowie der Kirchen. Im Jahr 2024 wurden rund 20,4 Prozent erreicht.

Die Betriebskostenabrechnung 2024 weist Gesamtausgaben in Höhe von knapp 651 300 Euro und Einnahmen von 188 600 Euro aus. Daraus ergab sich ein Gesamtdefizit von 462 700 Euro. Da die Gemeinde 2024 eine Vorauszahlung von 533 000 Euro leistete, erhält sie 70 300 Euro zurück. Diese werden mit der Vorauszahlung vom Mai verrechnet. Für 2025 wird mit einem Defizit von knapp 560 000 Euro gerechnet. Infolge der Reduzierung des Betreuungsangebots könnte das Defizit für 2026 um 60 000 Euro niedriger ausfallen und dann 500 000 Euro betragen. 2026 sollen die Vorauszahlungen in Höhe von je 125 000 Euro pro Quartal erfolgen.

Gemeinderat stimmt zu

Der Gemeinderat stimmte dem Stand der Platzvergabe, der Festsetzung der kommenden Kindergartenbeiträge und der Betriebskostenabrechnung 2024 zu.