Für das Vorhaben in der Stiftspassage fehlt weiter ein Bebauungsplan. Das Rathaus verweist auf noch ausstehende Gespräche.
Im Frühjahr machte unsere Redaktion die Investorenpläne öffentlich: Auf der Brache in der Stiftspassage sollen rund 20 Wohnungen für Betreutes Wohnen entstehen. Auf dem 1200 Quadratmeter großen Grundstück im an der Bismarckstraße gelegenen Innenhof sollen dafür zwei miteinander verbundene, vierstöckige Häuser errichtet werden. Voraussetzung: ein Bebauungsplan für das Areal, aufgestellt von der Stadt.
„Wir haben alles geliefert, was dazu von uns gebraucht wird, stehen praktisch in den Startlöchern“, sagt Franz Schönhoff-Eichner von der Eigentümergemeinschaft im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Bauantrag des beauftragten Architekten Rüdiger Stope warte im Grunde nur auf die Einreichung.
Indes, die Lahrer Stadtverwaltung teilt auf Nachfrage mit, dass es noch Gesprächen bedürfe: „Die Abstimmung mit den Eigentümerinnen und Eigentümern im Geltungsbereich ist noch nicht final herbeigeführt.“ Sei dies geschafft, „kann das Verfahren vorangebracht werden“. Wann konkret ein Bebauungsplanentwurf zur Diskussion und schließlich zur Entscheidung in den Gemeinderat eingebracht werden soll, lässt das Rathaus derweil offen.
Baubürgermeister Tilman Petters hatte das Vorhaben in der Stiftspassage gegenüber unserer Redaktion bereits im März als „sehr gelungenes“ Konzept bezeichnet, das das Straßenbild deutlich aufwerten würde. Der Plan der Investoren sah zu diesem Zeitpunkt vor, Mitte 2024 mit dem Bau zu beginnen. Mittlerweile ein ehrgeiziges Ziel, wie Schönhoff-Eichner erklärt, vor allem, „weil es der Erfahrung nach noch einmal zwei bis drei Monate dauert, bis der Bauantrag genehmigt ist“. Etwa anderthalb Jahre Bauzeit sind für das 3,5-Millionen-Euro-Projekt veranschlagt.
Als Partner der Stiftspassageninvestoren ist der Lahrer Caritasverband an Bord. Er bietet künftigen Mietern an, einen Betreuungsvertrag abzuschließen. Darin enthalten sein sollen unter anderem ein Mittagstisch, gemeinsame Freizeitaktivitäten, ein Haus-Notruf sowie verschiedene Formen der Beratung.
Aus Sicht von Caritas-Vorstand Mirko Poetzsch gewinnt das Betreute Wohnen „wieder zunehmend an Gewicht“. Nicht zuletzt weil es für individuelle Hilfen an Personal fehle. „Außerdem beugt diese Wohnform der Vereinsamung älterer Menschen vor, die wir leider immer mehr beobachten.“ Deshalb wäre es für Poetzsch „wichtig, wenn das Projekt in der Innenstadt möglichst zeitnah umgesetzt würde“.