Wie das Regierungspräsidium und das Rathaus die Schock-Nachricht der Firma Porr verarbeitet. Was das für Horb und die Baukosten bedeutet.
Eigentlich haben alle gedacht, dass es beim Pressetermin auf der Hochbrücke normal läuft. Doch Mittwochfrüh kam ein Schreiben von der Hochbrücken-Baufirma Porr, dass alles verändert.
Die sonst so zuversichtlichen Bauüberwacher vom Regierungspräsidium wirken diesmal angespannt. Michael Lumpp, Leiter des Straßenbaureferats Süd, sagt: „Wir haben ein Schreiben von der Firma Porr bekommen. Mit einem neuen Bauzeitplan. Darin wird angekündigt, dass die Fertigstellung der Gesamtbaustelle nicht eingehalten werden kann.“
Eine schlechte Nachricht. Eigentlich sollte die Hochbrücke Horb Ende 2026 eröffnet werden. Beim ersten Spatenstich im Jahr 2018 war sogar von einer Fertigstellung in 2022 die Rede.
Lumpp weiter: „Das kam überraschend für uns alle. Weil wir davon ausgegangen sind, dass eine Baufirma wie Porr die Möglichkeiten hat, Unvorhergesehenes besser zu steuern.“
Gemeint: Die Panne mit dem Querriegel. An Rosenmontag brachen die Bolzen am Querriegel ab. Mit einem neuen System ist inzwischen der Querriegel wieder hergestellt. Und weil oben alles soweit im Plan läuft – inzwischen sind die ersten 26 Meter Straße ab Nordstetten auf der Brücke schon fertig – war die Hoffnung des RPs, dass der Pylon am Kleintierzuchtverein rechtzeitig steht, wenn man die Straße auf der Brücke dort bauen will.
Michael Lumpp, Leiter des Straßenbaureferats Süd: „Wir werden jetzt den vorgelegten Bauzeitenplan genau prüfen. Das ist sehr komplex, weil da viele Gewerke ineinandergreifen. Wir werden dazu auch Fachleute heranziehen. Welche wir da benötigen, ist noch unklar. Unser Ziel ist es, die Hochbrücke so bald wie möglich fertigzustellen.“
Kostet diese Verzögerung noch mehr Geld?
Lumpp: „Bisher sind für den Bau der Hochbrücke 112 Millionen Euro Baukosten kalkuliert. Bisher sind Mehrkosten noch kein Thema. Wir leben sicherlich in einer Zeit, in der Baufirmen längere Ausführungszeiten preislich nicht unbedingt selbst tragen.“
Auch das Rathaus Horb ist geschockt. Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP): „Regierungspräsidentin Felder hat OB Rosenberger persönlich informiert. Eine mögliche Verzögerung der Fertigstellung wäre bedauerlich. Wir werden unsere Pläne zur Umgestaltung der Kernstadt Horb weiter zügig mit dem Gemeinderat umsetzen. Zur Not müssen wir die Pläne länger in der Schublade behalten.“