Nach vier geschlossenen Monaten sind wieder Gäste im Hotel Schwarzwald in der Nordstadt von Freudenstadt. Der neue Betreiber hat viel vor.
Die gute Nachricht sprach sich schnell rum in Freudenstadt: „Im Hotel Schwarzwald brennt wieder Licht, da parken wieder Autos vor der Tür...“. Stimmt beides. Im Hotel Schwarzwald Freudenstadt, in der Nordstadt, 1956 gebaut als Ferienheim für die Bauwirtschaft, ist wieder Leben eingezogen.
Der Start im Mai zurück auf den Markt nach einem kalten, leeren Winter verläuft zwar eher behutsam, dafür aber vielversprechend. „Über Pfingsten sind wir etwa zu 55 Prozent belegt“, sagt der neue Hoteldirektor Abdalla Radwan. Nach den gegebenen Umständen scheint das nicht schlecht.
Der Betrieb im Hotel Schwarzwald lief in den vergangenen Jahren gut, allerdings erwies sich die technische Infrastruktur des Hauses als anfällig und überholt. Es wurde von der Gruppe Castlewood Hotels & Resorts betrieben und bereits 2022 von Mamdouh Hamza erworben. Die Dr. Hamza Inventar GmbH ist nun Inhaber und Betreiber des Hotels. Die Hamza Associates sind ein 1979 in Ägypten gegründetes international agierendes Consulting-Unternehmen.
Inhaber ist Architekt
Mamdouh Hamza (77) ist laut Direktor Radwan ein prominenter ägyptischer Architekt, der offensichtlich großen Gefallen an der Immobilie im Schwarzwald gefunden hat. Auch Radwan zeigt sich im Gespräch mit unserer Redaktion begeistert von der Lage, der Abgeschiedenheit und der Ruhe und Atmosphäre des Hotels, das seinen Gästen auch mit der Wellnessanlage Erholung und Entspannung verspricht.
Nachdem sich Castlewood im Winter vergangenen Jahres zurückgezogen hatte, musste das Hotel Schwarzwald Mitte Dezember überraschend geschlossen werden. Das wurde seinerzeit von Freudenstadts Tourismusdirektorin Carolin Schölzl zwar bedauert, sie ahnte aber bereits, dass es im Hotel weitergehen werde. Sie sollte Recht behalten. Seit ein paar Wochen wird es mit zwölf Mitarbeitern, darunter mit durchaus vertrauten Kräften, Schritt für Schritt wieder zu altem Glanz hochgefahren.
Der Start war etwas holperig, sagt Radwan, zunächst mussten Probleme mit Buchungsportalen im Internet angegangen werden. Von seinem besonderen Charme hat das Hotel aber nichts verloren: Foyer, Bar, Restaurant strahlen mit viel Glas und Licht, die Terrasse im inzwischen wieder gepflegten Garten lädt zur gemütlichen Kaffeepause unter Schirmen in der Sonne ein.
Große Pläne für das Hotel
Das Hotel wurde – wie bekannt – von Stadtbaumeister Ludwig Schweizer in dessen ganz eigenem, großzügig-eleganten Stil der 1950er-Jahre gebaut. Dieser Stil soll weiter gepflegt werden. Radwan plant sogar, eine an Ludwig Schweizer erinnernde Skulptur in Hotel zu platzieren.
Überhaupt gibt es große Pläne. „Wir wollen erweitern, wir haben in dieser Anlage viel Platz“, sagt der neue Direktor und spricht von einem „Anbau für etwa 20 Zimmer oder 20 plus“. Viel dringender aber sei, ein modernes, dreiteiliges Energiekonzept für die gesamte Anlage zu entwickeln und schnell umzusetzen. Die alte Technik sei zwar im Grunde solide, an der fachmännischen Wartung aber habe es gefehlt.
Auch personell soll aufgestockt werden, noch schafft die Küche nur Halbpension für die Hausgäste. Möglichst ab Juni aber soll es wieder ein À-la-Carte-Angebote auch für Tagesgäste geben. Abdalla Radwan (60), mit Mamdouh Hamza befreundet, ist Ägypter, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt. Er kommt aus der Public-Relations-Branche des diplomatischen Dienstes und lebt mit seiner Frau und vier Kindern in München.