Landtagspräsidentin Muhterem Aras und die Landtagsabgeordnete Martina Braun informierten sich bei EBM-Papst über energiesparende und umweltfreundliche Technologien.
Einblick in energiesparende und anderen umweltfreundlichen Technologien bekamen die Landtagspräsidentin beziehungsweise Wirtschaftswissenschaftlerin Muhterem Aras und die Landtagsabgeordnete Martina Braun bei einem Besuch des Unternehmens EBM-Papst im Gewerbegebiet Hagenmoos-Engele.
Aras wünschte sich, etwas für politische Debatten in der Landeshauptstadt mitzunehmen, denn der ländliche Raum habe viel zu bieten. In diesem sei EBM-Papst sehr stark, so Geschäftsführer Raymond Engelbrecht. Allerdings ist das Unternehmen weltweit in 40 Ländern präsent, mit über 13 000 Mitarbeitern, etwa die Hälfte davon in Deutschland.
Grüne Technologie und Klimawandel gehören „zur DNA des Unternehmens“, so Engelbrecht mit Verweis auf Nachhaltigkeitspreise. Mit Investitionen von 9,5 Millionen Euro, bei einem Jahresumsatz von 2,1 Milliarden verfolgte man eine Null-Emissionsstrategie, wolle per Digitalisierung Lufttechnik in ein neues Zeitalter führen, mit Investitionen von 140 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung die Technologieführerschaft und Arbeitsplätze in Deutschland sichern.
Trump-Zölle seien eine „Katastrophe“
In Sachen Energieeffizienz beschrieb Engelbrecht intelligente, auf Kunden zugeschnittene Lüftersteuerungen. Die Nachhaltigkeit verbessern möchte man künftig mit Ventilatoren, die in einem Kreislaufsystem wiederaufbereitet werden.
Auf Nachfrage bezeichnete Hauke Hannig, Leiter der Unternehmenskommunikation, die Zölle der Trump-Regierung in Höhe von 50 Prozent auf Aluminium als „Katastrophe“.
Engelbrecht war aber überzeugt, dass die Strategie, Unternehmen so in die USA zu locken, scheitern werde. Es fehle im Land an Produktionsmitarbeitern und der Ingenieurberuf habe nicht denselben Stellenwert wie in Deutschland.
Braun berichtete, dass qualifiziertes Personal die USA verlasse, da Fördergelder gestrichen werden. Im Gegenzug war Aras überzeugt, dass man in Deutschland vieles zu schlecht rede. Europäer müssten sich bewusst werden, was sie können, pflichtete Engelbrecht bei. Allerdings seien schon jetzt chinesische Produkte mindestens 30 Prozent günstiger oder kosteten teilweise nur noch ein Drittel im Vergleich zu europäischen Produkten.
Mehr Vertrauen in die Selbstregulierung
Von Braun auf das Lieferkettengesetz angesprochen zeigte Engelbrecht Verständnis für dessen Intention, warb aber für mehr Vertrauen in die Selbstregulierung der Unternehmen. Von Politik wünschte er sich, öfter das große Ganze zu sehen, bemängelte hohe Energiepreise und Sozialabgaben und erklärte, dass bei EBM-Papst acht vollamtliche Mitarbeiter nur mit Bürokratie beschäftigt seien. Insgesamt müsse man mit Entscheidungen schneller werden.
Auf die Frage von Aras nach Subventionen für effizientere Geräte erklärte Engelbrecht, dass Unternehmen oft gar nicht um Einsparpotentiale wüssten. Laut Hannig könnte der Kostenanteil von 30 Prozent nur für die Kühlung von Datencentern auf die Hälfte gesenkt werden.
Werksleiterin Natalie Stich erläuterte die Arbeitsweise im 2016 gebauten Werk, wo es um Teamfähigkeit, aber auch übergreifendes Arbeiten und persönliche Nähe gehe. Nachdem ein Geschäftsbereich an Siemens verkauft worden sei, habe man das Werk innerhalb weniger Monate transformiert. Diesen Willen zu schneller Änderung wünschte sich Engelbrecht für die Gesellschaft insgesamt.